Bärbel Dieckmann , 60, nach 15 Jahren aus dem Amt scheidende Oberbürgermeisterin von Bonn, geht mit zwiespältigen Gefühlen. Die als Nachfolgerin von Ingeborg Schäuble zur Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe Gewählte sei zwar "sehr dankbar", dass sie ihr altes Amt so lange ausüben durfte. Aber die Ratssitzungen mit den Stadträten aller Fraktionen werde sie "überhaupt nicht vermissen", ließ sie in ihrem Rückblick wissen. Sitzungsbesucher seien immer wieder schockiert "von dem häufig ungehörigen Benehmen" der Volksvertreter, wusste die Sozialdemokratin zu berichten. Da werde "dem Redner der Rücken zugewandt oder ständig herumgekichert", so die Politikerin vor Bonner Medienleuten. Der "schlechte Stil in Bonn und in vielen anderen Städten" sei eine der "Hauptursachen für die herrschende Politikverdrossenheit" und werde dazu führen, dass "bald überhaupt niemand mehr Politik machen will".
DER SPIEGEL 19/2009
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