11.05.2009

ASTRONOMIE

Geisterfahrer im All

Für Aufsehen in Astronomenkreisen sorgt derzeit ein geheimnisvoller Asteroid: Er bewegt sich gegen den Strom der meisten größeren Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Eigentlich kreisen sie alle in derselben Drehrichtung um das Zentralgestirn wie die Planeten. Nicht so jedoch der Asteroid 2009 HC82. Er ist bereits der zwanzigste ertappte Geisterfahrer im All. Der zwei bis drei Kilometer große Gesteinsbrocken hätte aufgrund seiner Geschwindigkeit und Erdnähe eigentlich schon längst gesichtet werden müssen. Für seine Runde um die Sonne braucht er nur 3,4 Jahre. Ungewöhnlich ist vor allem seine Nähe zur Erde. "Mit mindestens 10 bis 15 Millionen Kilometer Abstand zum Erdorbit ist er aber trotzdem weit genug entfernt, um uns nicht gefährlich zu werden", beruhigt Brian Marsden vom Minor Planet Center in Cambridge, Massachusetts. Wie es zur ungewöhnlichen Flugrichtung kommt, versuchen die Forscher mit folgender Theorie zu erklären: Himmelskörper, die von den Randgebieten des Sonnensystems stammen, werden in Sonnennähe abgelenkt und können dann auch auf rückläufige Bahnen einschwenken.


DER SPIEGEL 20/2009
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