06.07.2009

Gerschon Gefen

Gerschon Gefen , 71, israelischer Rentner, hat eine medizinische Weltpremiere vollbracht: Als erster Mensch mit einem künstlichen Herzen durfte er einen Transatlantikflug absolvieren. Der Ex-Pilot der israelischen Luftwaffe wollte seine Tochter in den USA besuchen. Mehrere Fluggesellschaften lehnten den Transport jedoch zunächst ab. Der komplizierte Batterieantrieb des Kunstherzens könnte die empfindliche Bordelektronik stören, lautete ein Argument. Zu hoch das Risiko, dass der Passagier auf dem Flug stirbt, ein anderes. Mit Hilfe seiner Ärzte gelang es Gefen schließlich, die israelische Fluggesellschaft El Al zu einem Testlauf am Boden zu überreden. Um weder Flugzeug noch Gefen zu gefährden, wurde das Kunstherz an die Stromversorgung der Boeing angeschlossen. Nachdem der Test störungsfrei lief, erhielt er endlich das begehrte Ticket nach New York. Nur ein Problem hatte Gefen noch zu lösen: Für seinen dreiwöchigen Aufenthalt musste das Ladegerät für die Batterien von 220 Volt auf 110 Volt umgestellt werden. Dabei half ihm in New York ein Techniker des dortigen Beth-Israel-Krankenhauses. Gefen ist froh über seine neue Freiheit: "Ich werde auf jeden Fall wieder fliegen."


DER SPIEGEL 28/2009
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