05.10.2009

SOLARENERGIEWissenschaftler warnen vor Einschnitten

Wissenschaftler warnen vor negativen Folgen für die Volkswirtschaft, sollte die neue Bundesregierung die Fördersätze für Solaranlagen drastisch senken. Ein solches Vorhaben käme einem "Anti-Konjunktur-Programm" gleich, glaubt Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Wenn die Einspeisevergütung für Sonnenstrom sinke, könnten billige Solaranlagen aus Fernost ihren ohnehin schon vorhandenen Preis-Leistungs-Vorteil stärker ausspielen und deutschen Firmen noch mehr Marktanteile abjagen, warnt der Physiker. Die energiepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Gudrun Kopp, hatte vergangene Woche erhebliche Kürzungen der Einspeisevergütungen in die Diskussion gebracht. "Wir haben die Pflicht, die Verbraucher zu entlasten", so Kopp. Derzeit erhält ein Haushalt, der mittels einer neuen Anlage eine Kilowattstunde Solarstrom ins Netz speist, zwischen 32 und 43 Cent. Im vergangenen Jahr bezahlten die Verbraucher insgesamt zwei Milliarden Euro für die Förderung. Solarforscher Weber hält den Vorschlag für nicht durchdacht. Der Steuerzahler würde nur wenig entlastet, so Weber, die Dummen wären all jene Bürger, die kürzlich erst eine Solaranlage geordert und einen Finanzierungsplan aufgestellt haben, aber erst 2010 ans Netz gehen können: "Die würde man in ein Loch fallen lassen."

DER SPIEGEL 41/2009
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Wissenschaftler warnen vor Einschnitten