Vor drei Jahren hatten amerikanische Milchbauern die neue Technik noch gefeiert, jetzt bekommen sie deren Folgen bitter zu spüren: Mit einer raffinierten Trennmethode kann der Samen eines Bullen nach Geschlechtschromosomen sortiert werden. So lässt sich sicherstellen, dass Kühe fast nur noch weibliche Kälber zur Welt bringen. US-Farmer sahen darin eine Möglichkeit, ihre Milchkuhherden rasant zu vergrößern. Doch nun drängen all die weiblichen Kälber, die seit 2006 mittels des "gesexten Spermas" gezeugt wurden, auf einen Markt, auf dem die Produzenten ohnehin nicht wissen, wohin mit ihrer Milch. Einem Bericht der "New York Times" zufolge ist bis Ende 2010 damit zu rechnen, dass rund 224 000 zusätzliche Kühe in den Melkständen stehen - was den Milchpreis noch weiter abwärts drücken dürfte. Um diese Entwicklung zu stoppen, bezahlt der Verband der amerikanischen Milchproduzenten den Bauern nun Prämien, damit sie ihre Kühe nicht melken, sondern schlachten. In Deutschland wird die Trenntechnik kaum verwendet, sie ist den meisten Bauern zu teuer.
DER SPIEGEL 41/2009
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