12.10.2009

Was war da los, Herr Saja?

Der italienische Polizist Erasmo Saja, 34, über einen Kurzbesuch in der Unterwelt

"Nur drei Minuten nach dem Banküberfall waren wir am Tatort. Ich bin sofort in das Einstiegsloch geklettert, in der Hoffnung, die Bankräuber noch zu erwischen. Gut hundert Meter kroch ich durch den Tunnel, der gerade so breit war, dass ich eben durchpasste. Als ich am anderen Ende in einem alten Haus wieder rauskam, waren die Täter schon weg. Wieder einmal hatte die ,Lochbande', wie sie in Italien genannt wird, gewonnen. Lochbande heißt sie, weil die Täter immer nach derselben Methode vorgehen: Sie buddeln einen unterirdischen Tunnel bis unter das Bankgebäude, dann brechen sie durch den Boden in die Räume. So wurden bereits viele Banken in Italien ausgeraubt. In diesem Fall waren es 25 000 Euro, erbeutet aus einer Bank in Neapel. Das einzig Positive an der Sache war, dass niemand verletzt wurde."


DER SPIEGEL 42/2009
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