26.10.2009

MEDIZIN Erklärung für Nahtoderlebnisse?

Bei Patienten, die wegen schwerer Erkrankungen im Sterben lagen, haben US-Mediziner von der George Washington University jeweils kurz vor dem Tod einen abrupten Anstieg der Hirnstromaktivität gemessen. Die mittels Elektroenzephalografie festgestellten Neuronengewitter ereigneten sich in allen Fällen zu einem vergleichbaren Zeitpunkt, auch Dauer und Intensität waren bei allen Patienten ähnlich. "Erst dachten wir, ein Handy oder eine der vielen Maschinen im Zimmer hätten zu dieser Anomalie geführt", berichtet US-Intensivmediziner Lakhmir Chawla. "Aber dann schalteten wir alle Geräte aus und sahen, dass es noch immer passierte." Offenbar hatten jäh nachlassende Blutversorgung und Sauerstoffmangel im Gehirn der Sterbenden zu dem unvermittelten Feuerwerk geführt. Mit ihrer zufälligen Entdeckung, so glauben die Mediziner, könnten sie das physiologische Korrelat für spektakuläre Nahtoderlebnisse gefunden haben, von denen überlebende Patienten mitunter erzählen - verbunden sind diese oft mit dem Gefühl, von einem gleißenden Lichttunnel aufgesogen zu werden oder den im Bett zurückbleibenden eigenen Körper wie von der Zimmerdecke aus zu sehen.


DER SPIEGEL 44/2009
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