30.11.2009

KLIMA

Wetterfühlig

Was bedeuten stärker werdende Regenfälle für den Kölner Dom? Was bedeutet das Ansteigen der Meeresspiegel für die historische Altstadt von Wismar, Stralsund oder Venedig? Mit der Frage, wie sich der Klimawandel auf europäische und nordafrikanische Weltkulturstätten auswirkt, beschäftigen sich weltweit erstmalig Forscher aus 16 Ländern, darunter Experten des deutschen Fraunhofer-Instituts für Bauphysik, IBP. Dazu sind acht Klimazonen festgelegt, für die das Wetter bis zum Jahr 2100 simuliert wird. Diese Daten werden mit Hilfe eines neuen Simulationsverfahrens mit den individuellen Beschaffenheiten alter Gebäude verknüpft. "Es ist wichtig, vorher zu wissen, wie genau sich ein verändertes Raumklima auf die Holzkonstruktionen oder Ölgemälde auswirken wird, um Konservierungsstrategien entwickeln zu können", sagt Projektleiterin Johanna Leissner von der Fraunhofer-Gesellschaft. Das IBP wird die bayerischen Königsschlösser von Ludwig II. erforschen, etwa das Schloss Linderhof oder die Renatuskapelle bei Schloss Lustheim. "Zuletzt geben wir den Ergebnissen einen ökonomischen Wert und sagen, was es kostet, das kulturelle Erbe trotz des Klimawandels zu erhalten."


DER SPIEGEL 49/2009
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