Die Staatsanwaltschaft in Krakau hat die schwedischen Behörden um Überprüfung von drei Personen gebeten, die in Zusammenhang mit dem Diebstahl des Schriftzuges "Arbeit macht frei" vom Tor des KZ-Stammlagers Auschwitz kurz vor Weihnachten stehen sollen. Welche Rolle sie konkret gespielt haben, ist nach polnischen Angaben noch offen. Gegenüber dem SPIEGEL räumte der frühere Neonazi-Führer Anders Högström, 34, Kontakte zu den Tätern ein. Aus "humanitären Gründen" habe er sein Wissen am Tag nach dem Diebstahl gemeinsam mit einem "Kollegen" der Polizei gemeldet, behauptet Högström: "Wir sind stolz darauf, dazu beigetragen zu haben, dass das Schild zurückgegeben werden konnte, wir haben nichts zu verbergen." Der Abendzeitung "Aftonbladet" hatte er zuvor gesagt: "Ich wurde gefragt, ob ich das Schild von einem Ort zu einem anderen transportieren kann." Und: "Wir hatten eine Person an der Hand, die bereit war, mehrere Millionen zu zahlen." Die Spur zum Auftraggeber führt offenbar nach Großbritannien: Ein reicher Nazi-Sympathisant und Sammler von NS-Devotionalien soll an dem Schriftzug interessiert gewesen sein. Högström war bis 1999 Führer der "Nationalsozialistischen Front" in Schweden. Zusammen mit anderen Rechtsextremisten soll die Gruppe Morde und Anschläge auf Polizisten und Linke begangen haben. Mit Hilfe der Aussteigerorganisation "Exit" hatte er sich danach aus der Szene gelöst, stand später aber wegen Hehlerei und Antiquitätenschmuggel vor Gericht. Inzwischen sorgen sich Exit-Mitarbeiter, der Ausstieg könnte nur vorgetäuscht gewesen sein: Es sei merkwürdig, dass Högström von früheren Gefährten "weniger bedroht wurde als andere Aussteiger".
DER SPIEGEL 2/2010
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