Kerstin Griese , 43, SPD-Vorstandsmitglied und bei der letzten Bundestagswahl gescheiterte Direktkandidatin aus Ratingen, spürt die Folgen der neuen Bedeutungslosigkeit. Als sie am vergangenen Montag aus Nordrhein-Westfalen in ihre Wohnung im Berliner Szenebezirk Mitte zurückkehrte, hatten Einbrecher diese völlig verwüstet - allerdings interessierten sich die ungebetenen Gäste offenbar überhaupt nicht für das politische Leben der einstigen Vorsitzenden des Familienausschusses im Bundestag. Denn vertrauliche Dokumente aus Grieses Abgeordnetenzeit rissen die Diebe zwar aus den Regalen und verstreuten sie auf dem Fußboden, nahmen aber nichts davon mit. Auch an Fernseher und Möbeln hatten die Endringlinge kein Interesse. "Kein Wunder", sagt Griese, "ist ja auch alles von Ikea." Lediglich ein Notfallportemonnaie und 40 Euro Weihnachtstrinkgeld für die Putzfrau ließen die Diebe mitgehen.
DER SPIEGEL 4/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.