DER SPIEGEL



MEDIZIN

Bewusste Täuschung der Versicherten

Bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wird oft von Verwaltungsangestellten über Reha-Anträge entschieden, ohne dass die Unterlagen zuvor einem DRV-Arzt zur Beurteilung vorgelegt worden sind. Den Versicherten jedoch wird dabei mitunter das Gegenteil mitgeteilt. Im Ablehnungsbescheid der DRV heißt es dann, Ärzte hätten die Unterlagen umfassend geprüft - auch wenn nie ein DRV-Arzt die Unterlagen gesehen hat. "Das ist eine bewusste Täuschung der Versicherten", sagt der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. Die Arbeitsbedingungen für DRV-Ärzte, die seit Monaten versuchen, sich eine bessere Bezahlung zu erstreiken, sind mittlerweile so unattraktiv, dass nach Informationen des Marburger Bundes im Schnitt 15 Prozent der Stellen unbesetzt bleiben. Inzwischen haben sich deshalb, nach Aussagen von DRV-Mitarbeitern, mehr als 30 000 Anträge auf Reha-Behandlung aufgestaut. Die DRV räumt ein, dass Entscheidungen über Reha-Anträge ohne das Einholen weiteren ärztlichen Rats gefällt würden. Den Vorwurf, den Versicherten werde mitunter das Gegenteil mitgeteilt, kann sie jedoch "nicht nachvollziehen".


DER SPIEGEL 5/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 5/2010

Titelbild

E-Paper


Lesen Sie den SPIEGEL als E-Paper:
Wo immer Sie gerade sind, zu Hause oder
unterwegs – den SPIEGEL bekommen Sie als PDF schon sonntags ab 8 Uhr. Werden Sie jetzt E-Paper-Kunde!

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!


Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF

Artikel als PDF ansehen

MEDIZIN:
Bewusste Täuschung der Versicherten

TOP



TOP