Mehr oder weniger deutliche Schwankungen bei der Höhe des Meeresspiegels hat es schon immer gegeben - auch ohne globale Klimaveränderungen. Zu diesem Ergebnis kommen israelische Forscher von der Universität Haifa, welche die Pegelveränderungen des Mittelmeers in den vergangenen 2500 Jahren anhand von archäologischen Fundhorizonten rekonstruiert haben. Demnach lag die See vor der Küste Israels in der hellenistischen Periode rund 1,6 Meter niedriger als heute. In der römischen Ära erreichte sie fast ihre derzeitige Höhe - um anschließend wieder jahrhundertelang kontinuierlich zu fallen. Zur Zeit der Kreuzzüge vor 800 Jahren etwa betrug der Unterschied zum heutigen Niveau erneut 50 bis 90 Zentimeter. Anfang des 18. Jahrhunderts hat sich dieser Abstand allerdings schon wieder auf 25 Zentimeter verringert. "Steigende und fallende Meeresspiegel über relativ kurze Zeitabschnitte", konstatiert Dorit Sivan, Geografin an der Universität Haifa, "sind keine Anzeichen für langfristige Trends - die Beobachtung über Hunderte und Tausende Jahre hinweg lehrt, dass das, was sich heute wie ein irreguläres Phänomen ausnimmt, in Wirklichkeit nichts Neues unter der Sonne ist."
DER SPIEGEL 7/2010
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