03.04.2010

OPERSchlaflos bei Schiller

Diesem Anfang wohnt ein Umzug inne: Jürgen Flimm, neuer Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden, muss zum Amtsantritt sein marodes Haus im Herbst verlassen und zieht mit seiner Mannschaft während der Sanierungsarbeiten übergangsweise ins verwaiste Schillertheater im alten Westen. Dort will Flimm, 68, der im Streit die Salzburger Festspiele vorzeitig verlassen hatte, in der ersten Ausweichspielzeit neun große Produktionen herausbringen. Eine Uraufführung zum Einstand am 3. Oktober: "Metanoia. Über das Denken hinaus" des Komponisten Jens Joneleit. Der Text kommt von René Pollesch, Christoph Schlingensief inszeniert, Daniel Barenboim steht am Pult, die Sopranistin Annette Dasch führt die Besetzungsliste an. Das Projekt ist, nach "Kirche der Angst" und "Mea Culpa", der dritte Teil von Schlingensiefs künstlerischer Auseinandersetzung mit seiner Krebserkrankung. Mit der Mailänder Scala koproduziert die Staatsoper einen neuen "Ring", gezeigt werden 2010/11 "Rheingold" und "Die Walküre", ebenfalls mit Barenboim als Dirigent. Außerdem auf dem Programm: ein "Wozzek" in der Regie von Andrea Breth und eine Ausgrabung aus dem Barock, "Antigona" von Tommaso Traetta. Auch die Werkstattbühne wird wiederbelebt, mit zeitgenössischem Musiktheater und Kinderopern. Als dritte Spielstätte will Flimm das Theaterfoyer etablieren. Geplant sind, jeweils gegen 22.30 Uhr, unter dem Titel "Schlaflos in Charlottenburg" kleine "Lustbarkeiten" und "Scherzkeksereien", wie Flimm das nennt, etwa ein Abend mit Bachs "Goldberg-Variationen", angereichert mit Lesungen.

DER SPIEGEL 14/2010
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