19.04.2010

BUNDESAGENTURPrivate Vermittler fühlen sich zensiert

Zwischen der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) und einem Verband der privaten Arbeitsvermittler ist es zu einem handfesten Streit gekommen. Es geht um die Online-Auftritte beider Institutionen. Seit März 2002 muss die BA mit privaten Vermittlern zusammenarbeiten. In diesem Zusammenhang wurden anfangs auch die Homepages der privaten Konkurrenten auf der Internetseite der BA verlinkt, seit August zumindest die ihrer Verbände. Im Herbst jedoch entfernte die BA den Link zum Verband Ring der Arbeitsvermittler e. V. Der Grund: Der Verband wies auf seiner Startseite auf ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten hin, das zu dem Schluss kommt, private Arbeitsvermittlung sei mit Abstand das preiswerteste Instrument in der Sozialgesetzgebung. Die BA forderte den Verband auf, die Homepage "zu reinigen". Dieser weigerte sich wiederholt, daraufhin entfernte die BA den Link. Sie argumentiert, der Verband habe gegen die Selbstverpflichtung verstoßen, wonach nur Informationen über Verbandszweck, Qualitätskriterien und Mitglieder des Verbands auf der Seite stehen dürfen. "Das ist nichts anderes als Zensur", sagt Frank Lüngen, Chef des Rings der Arbeitsvermittler. Inzwischen sei die BA sogar bereit gewesen, den Hinweis auf das Gutachten zu tolerieren, jetzt störe sie sich allerdings an anderen Passagen, die sie als diskreditierend empfinde, so Lüngen.

DER SPIEGEL 16/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 16/2010
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

BUNDESAGENTUR:
Private Vermittler fühlen sich zensiert

  • Wilderer in Kamtschatka: Jagd aufs rote Gold
  • Vermisster Fußballer: Mahnwachen für Emiliano Sala
  • Zugefrorener Baikalsee: Glasklar bis auf den Grund
  • Amateurvideo aus Russland: Betrunkener versucht, Flugzeug zu entführen