Dirk Niebel, 47, Bundesentwicklungsminister, leidet unter mangelnder Anerkennung. Per E-Mail wandte er sich vorige Woche an die rund 72 000 FDP-Mitglieder und beklagte sich, dass sie ihn bei seiner schwierigen Aufgabe zu wenig unterstützten. Gute Entwicklungspolitik brauche "den stützenden Rückhalt der Partei", schrieb der FDP-Politiker. Damit reagierte Niebel auf das Unverständnis darüber, dass die Liberalen stets die Abschaffung des Ressorts verlangt, nach der Wahl jedoch das Ministerium ohne Umschweife gekapert hatten. Niebel versucht, einen Schlusspunkt zu setzen: Die "alten Debatten um eine Abschaffung sind längst verebbt", behauptet er. Mit Eigenlob spart er nicht: "Die neue Entwicklungspolitik besitzt einen globalen Fokus, keinen Stückwerkcharakter". Deshalb könnten "unsere steuerzahlenden Bürger stolz sein", dass Deutschland mit knapp 12 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe in diesem Jahr drittgrößter bilateraler Geber sei.
DER SPIEGEL 17/2010
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