DER SPIEGEL



STEUERFLÜCHTLINGE

Rückzugsparadies für Europas Reiche

Mit zweistelligen Zuwachsraten seines Finanzsektors wird Panama zum neuen Vorzugsziel von Steuerflüchtlingen vornehmlich aus Europa. Die glänzenden Geschäfte der Banken haben inzwischen einen Boom der gesamten Wirtschaft ausgelöst. Panamas Geldhäuser übernehmen große Beträge, die bislang vor allem in den Safes etwa von Schweizer oder Liechtensteiner Banken lagerten. Seit dem 14. Februar 2008, als Klaus Zumwinkel, der einstige Chef der Deutschen Post, mit seinem Schwarzgeld-Depot in Liechtenstein aufflog, sind die europäischen Banken den Steuersündern und Geldwäschern des Kontinents nicht mehr sicher genug. Sie verlegen ihre Depots und Finanztransaktionen in andere Regionen. Panama, mit dem US-Dollar als Zahlungsmittel, kommt in dem Milieu offenbar besonders gut an. Dort könne jeder, behaupten Anlageexperten, billig und unbürokratisch eine Stiftung, einen Fonds oder eine anonyme Briefkastenfirma gründen. Zu den Neukunden panamaischer Banken zählen in den vergangenen Monaten vermehrt reiche Spanier, denen die gewohnten Anlageplätze in Europa nicht mehr sicher genug sind. Überdies hat der spanische Fiskus Ermittlungen gegen 1500 mutmaßliche Steuerflüchtlinge eingeleitet, die bis zu sechs Milliarden Euro bei der HBSC in der Schweiz gebunkert haben sollen. Selbst der kalabrischen Mafia-Gruppe 'Ndrangheta scheint es in Panama zu gefallen. Die Mailänder Staatsanwaltschaft behauptet, die Gangster hätten auch dort mit Hilfe zweier Telekommunikationsunternehmen bis zu zwei Milliarden Euro gewaschen.


DER SPIEGEL 27/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 27/2010

Titelbild

E-Paper


Lesen Sie den SPIEGEL als E-Paper:
Wo immer Sie gerade sind, zu Hause oder
unterwegs – den SPIEGEL bekommen Sie als PDF schon sonntags ab 8 Uhr. Werden Sie jetzt E-Paper-Kunde!

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!


Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF

Artikel als PDF ansehen

STEUERFLÜCHTLINGE:
Rückzugsparadies für Europas Reiche

TOP



TOP