05.07.2010

ERNÄHRUNG

Ramadan gefährdet Ungeborene

Schwangere Musliminnen, die während des Ramadan fasten, haben ein erhöhtes Risiko, Frühchen mit geistigen Behinderungen zur Welt zu bringen. Zwar gestattet der Islam Ausnahmen von dem Fastengebot, wenn die Gesundheit der Mutter oder des Kindes gefährdet ist. Umfragen deuten aber darauf hin, dass die Mehrheit der muslimischen Schwangeren sich daran hält. Um das damit verbundene Risiko zu ermitteln, werteten die US-Forscher Douglas Almond von der Columbia University und Bhashkar Mazumder von der Federal Research Bank of Chicago statistische Daten aus den Vereinigten Staaten, dem Irak und Uganda aus. Sie stellten dabei fest, dass der Schaden für die Kinder dann am größten ist, wenn die Fastenzeit in eine frühe Phase der Schwangerschaft fällt - und wenn sie, wie in diesem Jahr, im Sommer liegt, wo die Zeit bis zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang besonders lang ist. Insgesamt hatten die Kinder der Fastenden ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko, in späteren Jahren an Lernschwäche und geistigen Behinderungen zu leiden.


DER SPIEGEL 27/2010
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