12.07.2010

Briefe

Unverdrossener Wahnsinn

Nr. 26/2010, Einheit: Dass der Aufbau Ost nicht funktionierte, ist auch die Schuld des Westens

Veto, lieber SPIEGEL! Kein Abbau Ost, sondern: Der Aufbau Ost diente zunächst dem Ausbau West (allein durch den Import Hunderttausender Fachkräfte). Aber richtig: Der Hausbau Ost dauerte länger und wurde teurer, es ist keine Marshall-Plan-Wirtschaftswunder-Zeit. Heute, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, können wir zwar Richtfest feiern, doch bleibt bis zur finalen Housewarming-Party noch viel zu tun.

Erfurt Prof. Dr. Christian Juckenack

Hätte man auch nur zehn Prozent der 1,3 Billionen Euro dafür eingesetzt, um den jungen Familien zu helfen, ihre Kinderwünsche zu verwirklichen, dann müsste man heute keine Kindergärten und Schulen schließen, weniger Häuser abreißen, und die verbesserte Infrastruktur, sogar die Spaßbäder, würde wirklich genutzt. Jedes Kind bringt etwa 0,7 Arbeitsplätze, die man nicht ins Ausland verlagern kann. Wenn wir nicht sofort umdenken, dann können wir an den Ostländern erkennen, wie es in 20 Jahren in ganz Deutschland aussieht.

Obrigheim (Bad.-Württ.)Lothar Nickel

Es werden immer noch Fördermittel für Dinge vergeben, die kein Mensch mehr wirklich braucht. Der Neubau-Wahnsinn geht unverdrossen weiter, obwohl der demografische Wandel vor der Tür steht.

Obercrinitz (Sachsen) Kai Solbrig

Die Hansestadt Stendal, eine der 19 Teilnehmerstädte der Internationalen Bauausstellung 2010, sieht als "Zentraler Ort im ländlichen Raum" eine vordringliche Aufgabe darin, sich auf die Auswirkungen des demografischen Wandels in der Region vorzubereiten. Als Ergebnis entstand ein Masterplan zur "Zukunftsstrategie bis 2025" - welcher uns das zu erwartende Szenario als ein Positivum mit neuen Chancen erkennen lässt. Dem sicher nicht einfachen Prozess sollten sich alle Kommunen und Landkreise rechtzeitig stellen - und wir können unsere Erfahrungen aus dieser jahrelangen Arbeit anbieten.

Stendal (Sachs.-Anh.) Klaus Schmotz

Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal


DER SPIEGEL 28/2010
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