Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich, 36, muss mit einem neuen Strafverfahren rechnen. Mitte Juli hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg zwar ein Ermittlungsverfahren wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung und wegen versuchten Betrugs eingestellt. Aber nach dem Urteilsspruch des Hamburger Landgerichts vom vergangenen Freitag im Zivilverfahren, das Ullrich gegen den Dopingfachmann Werner Franke angestrengt hatte, wird es womöglich wieder aufgenommen. Die Richter hatten festgestellt, dass Franke mit seinen Anschuldigungen recht hatte, Ullrich habe zu Dopingzwecken 55 000 Euro an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes gezahlt. Eine Zahlung hatte der ehemalige Tour-de-France-Gewinner zuvor in einer eidesstattlichen Versicherung abgestritten. "Es kann doch nicht sein, dass Ullrich mit dieser Erklärung vier Jahre lang die Gerichte und mich belügt und nun ungeschoren davonkommt", sagt der Heidelberger Professor. Um Ullrichs Lügen bekämpfen zu können, habe er viel Zeit und einen fünfstelligen Betrag aufbringen müssen. Frankes Anwalt Michael Lehner hat deshalb bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg Beschwerde gegen die Einstellung des Strafverfahrens gegen Ullrich erhoben.
DER SPIEGEL 33/2010
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