29.06.1998

GESTORBENConrad Schumann

56. Ein kühner Sprung über Stacheldraht machte ihn in der westlichen Welt zur Symbolfigur. Am 15. August 1961 setzte sich der 19jährige DDR-Grenzer Schumann in Berlin vom sowjetischen in den französischen Sektor ab. Auf dem Boden des Klassenfeinds erfüllte man ihm sogleich seinen Wunsch: ein Wurstbrot. Die Desertion des NVA-Unteroffiziers wäre unspektakulär geblieben, hätte nicht der Fotograf Peter Leibling sie als Dokument festgehalten. Sein Bild ging um die Welt, Schumann nach Bayern. Bei Audi fand der ausgebildete Schäfer als Maschineneinrichter sein Auskommen. Conrad Schumann erhängte sich am Sonntag, dem 20. Juni, in einem Schuppen unweit seines Hauses im oberbayerischen Kipfenberg.

DER SPIEGEL 27/1998
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