Laurent Fignon, 50. Der französische Radprofi gewann zweimal die Tour de France, aber sein Name blieb vor allem mit einer Niederlage verbunden. 1989 verlor Fignon am letzten Tag bei einem Einzelzeitfahren auf den Champs-Elysées noch das Gelbe Trikot. Acht Sekunden fehlten ihm am Ende auf den siegreichen Amerikaner Greg LeMond - bis heute die knappste Entscheidung in der Tour-Geschichte. Der sensible Fignon, der mit Brille und Haarzopf als Intellektueller unter den Radprofis galt, überwand diese Schmach nie ganz. Nach dem Ende seiner Karriere 1993 versuchte er sich als Rennveranstalter; länger präsent blieb er als Fernsehkommentator. Als letztes Jahr Bauchspeicheldrüsenkrebs bei ihm diagnostiziert wurde, mutmaßte Fignon, sein Doping habe die Krankheit verursacht. Zweimal war er positiv getestet worden, betrogen hatte er viel öfter, wie er in seiner Autobiografie bekannte. Als wolle er zum Lebensende noch reinen Tisch machen, sprach er darin offen über Absprachen um Siege und Doping. Laurent Fignon starb am 31. August in Paris.
DER SPIEGEL 36/2010
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