06.09.2010

Was war da los, Frau Littman?

Die schweizerisch-israelische Künstlerin Ariane Littman, 48, über eine chronische Krankheit

"Sie begann mit den Füßen, dann kamen meine Hände dran, und schon fühlte ich mich wie eine Gefangene: Für meine Performance ,Verwundetes Land' wickelte mich eine Freundin am Ufer des Toten Meeres in Bandagen ein. Israel ist für mich ein chronisch kranker Patient, leidend unter der allgegenwärtigen Ge-walt. Mir kamen Tränen bei dem Gefühl, immer unbeweglicher zu werden. Am schlimmsten war es, als sie mir die Augen verband und ich plötzlich blind war. Zwei palästinensische Männer trugen mich ins Wasser. Erst war ich fast panisch, dann ließ ich mich treiben. Ich erinnere mich, dass ich an Tod dachte, an Schmerz und die vergebliche Hoffnung auf Frieden. Die Stimmen am Ufer nahm ich immer weniger wahr, nur noch die Wellen, die meinen Körper berührten. Obwohl ich nur kurz auf dem Wasser trieb, kam es mir vor wie eine Ewigkeit."


DER SPIEGEL 36/2010
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