Für zehn Millionen Dollar wollen Restauratoren aus den USA den weltweit einzigen erhaltenen hölzernen Walfänger aus dem 19. Jahrhundert wieder seeklar machen. 1841 stach die "Charles W. Morgan" erstmals in See. 1921 wurde sie nach 80 Dienstjahren endgültig ausgemustert. Heute lagert der Kahn als nationale Sehenswürdigkeit im Hafenmuseum der US-Stadt Mystic im Bundesstaat Connecticut. Historiker sind an der Wiederbelebung des Seglers besonders interessiert, denn über die Bauweise der Walfänger aus dem Zeitalter Moby Dicks ist nur wenig bekannt. Experten haben das inzwischen recht morsche Gefährt unter anderem mit Laserscannern und digitaler Radiografie vermessen und ein detailreiches dreidimensionales Modell des Schiffs erstellt. Offenbar wurden im Zuge der Forschungen bereits etliche Konstruktionsgeheimnisse gelüftet. Schon 2013 soll die "Charles W. Morgan" wieder in See stechen - diesmal freilich ohne Harpunen.
DER SPIEGEL 36/2010
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