20.09.2010

LUFTFAHRT

Ahnungslos ins Unwetter

Der Fluglinie Air France werden erneut Sicherheitsmängel vorgeworfen. So protestiert die Pilotengewerkschaft UNPL gegen den Einsatz veralteter Radargeräte. Diese machen es den Piloten schwer, Unwetter rechtzeitig zu erkennen. Noch immer fliegen Air-France-Maschinen vom Typ A320 mit diesen Geräten. Die Pilotengewerkschaft empfiehlt ihren Mitgliedern, den Flug mit diesen Jets bei schlechtem Wetter zu verweigern. Die australische Fluglinie Qantas hatte sich nach einem Zwischenfall im Juni 2009 dazu entschlossen, die älteren Radargeräte zu modernisieren. Air France verteidigt sich damit, dass der Hersteller "keinerlei Empfehlung" zum Auswechseln gegeben habe und Probleme mit den Radaren nicht bekannt seien. Ungeklärt ist zudem der Rücktritt zweier Sicherheitsbeauftragter, die bei Air France zuständig waren für den A330 - ein Flugzeug dieses Typs war im Juni 2009 auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris abgestürzt. Zum Absturz geführt hatte damals womöglich der Einsatz mangelhafter Geschwindigkeitssensoren. Air France erklärt, einer der Sicherheitsbeauftragten wollte sich lediglich "in seiner Karriere neu orientieren". Die Pilotengewerkschaft hält das für eine "armselige" Schutzbehauptung. Vielmehr sei es ein "mutiger Akt" der beiden Mitarbeiter gewesen und ein "Paukenschlag, nachdem ihre Warnungen ohne Antwort geblieben sind", heißt es in einem Informationsblatt der Gewerkschaft für ihre Mitglieder.


DER SPIEGEL 38/2010
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