Der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN wird sein früheres Tochterunternehmen, den Industriedienstleister Ferrostaal, nun doch nicht zurücknehmen müssen. Im Jahr 2008 hatte der arabische Staatsfonds IPIC zunächst 70 Prozent der Essener Firma gekauft. Die restlichen 30 Prozent sollten die Araber im Januar dieses Jahres für rund 200 Millionen Euro übernehmen. Doch bis heute hat IPIC nicht gezahlt. Grund: Seit März steckt Ferrostaal in einer gewaltigen Schmiergeldaffäre. Dem Unternehmen drohen Strafen in dreistelliger Millionenhöhe. Auf Seiten des deutschen IPIC-Geschäftsführers, zugleich Aufsichtsratschef von Ferrostaal, wurde die Forderung nach einer Rückabwicklung des Geschäfts laut. In Abu Dhabi hingegen versucht man, den Konflikt mit MAN nicht eskalieren zu lassen. Zwar reichten die Araber dieser Tage eine Schiedsklage in Düsseldorf ein. Doch hinter den Kulissen wird seit zwei Monaten an einer Lösung gebastelt. Demnach wird IPIC die verbliebenen 30 Prozent wie geplant übernehmen - doch nur zu einem reduzierten Kaufpreis. Die Höhe hängt vor allem von der Strafe ab, die die Münchner Staatsanwaltschaft in der Schmiergeldaffäre gegen Ferrostaal verhängen wird.
DER SPIEGEL 40/2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.