20.07.1998

GESTORBENSigismund von Braun

87. Den in Berlin aufgewachsenen Sohn des Reichsernährungsministers Magnus Freiherr von Braun zog es wie auch seine jüngeren Brüder Wernher (der Raketenforscher) und Magnus (Chrysler-Direktor in Detroit) in die große weite Welt. Nach einem Jurastudium und einer Banklehre schlug er sich auf Reisen, die ihn bis nach Asien führten, als Schiffsjunge und Tellerwäscher durch. 1936 trat er in den diplomatischen Dienst ein. Nach dem Krieg als Hilfsverteidiger bei den Nürnberger Prozessen, in der Länderverwaltung und in der Wirtschaft tätig, kehrte Braun in das wiedererstandene Auswärtige Amt zurück. In den verschiedensten Positionen zeigte der weltmännische, schlagfertige und charmante Meister des Balanceaktes sein Verhandlungsgeschick, so als Botschaftsrat in London, Protokollchef der Bundesregierung, deutscher Beobachter bei der Uno in New York und als Botschafter in Paris, Staatssekretär im Auswärtigen Amt und dann erneut in Paris. Sigismund von Braun starb vergangenen Montag in Bonn.

DER SPIEGEL 30/1998
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