18.10.2010

Der Bürgerkönig

Ein Adliger wird zur großen Hoffnung der Deutschen. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bekommt nichts ab von der Wut gegen die etablierte Politik. Nun bewegt auch noch seine Gattin die Herzen. Kann er Bundeskanzler werden?
Karl-Theodor zu Guttenberg steht auf einem staubigen Vorplatz des Feldlagers in Kunduz, er trägt einen schwarzen Fliegerblouson und Schnürstiefel. Die Sonne blendet. Trotzdem nimmt er Basecap und Sonnenbrille ab. Rund 50 Soldaten haben sich neben ihren gepanzerten Fahrzeugen aufgestellt, um den Minister zu begrüßen. "Gibt es etwas, das ich wissen muss?", fragt Guttenberg mit der gedämpften Stimme des Verschwörers.
Bis auf eine Unterarmlänge ist er an einen Unteroffizier herangetreten und guckt ihm in die Augen. Der Soldat, im Gesicht rotblonder Flaum, tritt von einem Bein auf das andere. Verlegen schüttelt er den Kopf. "Mit der Ausrüstung einverstanden?", hakt der Minister nach. "Sagen Sie ruhig! Zufrieden hier? Alles in Ordnung mit der Familie?"
Einem nach dem anderen schüttelt er die Hand, klopft auf Schultern, schaut tief in die Augen. "Herr Minister, wir müssen aufsitzen", drängt sein Adjutant. Guttenberg setzt die Runde bis zum Ende fort.
"Ich bin stolz auf das, was Sie hier leisten. Ich hätte heute gerne bei Ihnen übernachtet, aber die Kameraden in Faizabad warten. Ich wünsche Ihnen alles herzlich Gute", sagt er, dann fliegt er mit dem Hubschrauber davon.
Wieder hat er Leute beeindruckt, wieder hat er alles richtig gemacht, Fürsorglichkeit gezeigt, sich auf den ruppigen Soldatenton eingestellt, Nähe demonstriert. Zurück bleiben Soldaten, die sich verstanden fühlen. So ist es fast immer, wenn Guttenberg einfliegt.
Wenn ein Politiker häufig alles richtig macht, liegt der Gedanke nahe, dass er Bundeskanzler werden könnte. In der vergangenen Woche waren die Zeitungen voll mit Berichten dazu. Die "FAZ" spekulierte in diese Richtung, die "Bild"-Zeitung schloss sich an.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat jetzt einen Rivalen, der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer auch. Guttenberg ist Mitglied der CSU, was oft vergessen wird. Es wirkt immer so, als schwebe er über dem politischen Betrieb, gegen den sich derzeit eine große Wut entlädt, in den Umfragen, bei den Protesten gegen Stuttgart 21, gegen Atomkraft, gegen eine angeblich verfehlte Integrationspolitik.
Das Bürgertum zürnt mit den etablierten Parteien, obwohl es sich auch ordentlich regiert fühlen könnte. Deutschland ist so gut wie kaum ein anderer Staat aus der Finanzkrise herausgekommen, und das schlägt sich jetzt in einer stolzen Wachstumsrate und Lohnerhöhungen nieder. Aber das lindert die Unzufriedenheit nicht. In den Umfragen nehmen viele Bürger Zuflucht zu den Grünen, die immer noch als Protestpartei gelten, obwohl sie längst etabliert sind.
In dieser Situation, in der etwas grundsätzlich gestört zu sein scheint im Verhältnis von Regierenden und Regierten, ist die Zustimmung zu einem Regierungspolitiker ungebrochen hoch: Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg. 70 Prozent der Deutschen zeigen in Umfragen Sympathien für ihn.
Ausgerechnet der Mann aus dem Schloss, der nominell so unbürgerlich ist wie kein anderer Politiker, wird zur letzten Hoffnung des Bürgertums, wird als Lichtgestalt verehrt, wie kürzlich bei einer Veranstaltung in Villingen-Schwenningen zu beobachten war.
Nach der Diskussion stellte sich Guttenberg an die Theke, gleich neben dem Eingang. Die Massen schoben sich schmachtend an ihm vorbei, ihr Blick zeugte von tiefer Achtung. Die wenigsten trauten sich, ihn anzusprechen, viele nickten anerkennend, worauf Guttenberg sein Bierglas hob. Die Szene hatte etwas von der Huldigung für einen König. Eine ältere Dame traute sich dann doch, ihn anzusprechen. "Lieber Freiherr zu Guttenberg", sagte sie. "Grüßen Sie mir bitte ganz herzlich Ihre Frau. Und sagen Sie ihr, sie soll so standhaft bleiben, wie Sie es sind. Sie machen das großartig, Sie beide. Sie sind ein Geschenk für Deutschland!"
Das kommt noch dazu: die Gattin. Es gibt jetzt zwei Guttenbergs, die Deutschland bewegen, Karl-Theodor und Stephanie, die sich gegen Kindesmissbrauch engagiert. Sie sind das Royal Couple der Bundesrepublik, das königliche Paar, das nicht nur die Hirne beschäftigt, sondern auch die Herzen bewegt. Viele sehen das Power-Paar schon auf dem Weg ins Kanzleramt.
Dabei schien Guttenberg zwischendurch in den normalen Politikbetrieb eingemeindet zu sein. "Der Entzauberte" titelte der SPIEGEL im Dezember des vergangenen Jahres, als der Verteidigungsminister nach dem Bombardement von Kunduz eine schlechte Figur gemacht hatte. Schon damals hieß es in den Zeitungen, wenn er das überstehe, könne er Kanzler werden. Er hat es überstanden. Und gerade zieht er eine große Reform durch, die Aussetzung der Wehrpflicht. Auch das wirkt kanzlerhaft.
Aber ist er es wirklich? Guttenberg ist eine schillernde, glamouröse Figur der deutschen Politik, wegen seiner Herkunft, wegen seiner Frau, wegen seines Auftretens. Die Fassade ist nahezu perfekt, aber was steckt dahinter? Wer ist Karl-Theodor zu Guttenberg? Und was ist ihm zuzutrauen?
Eine Geschichte über Guttenberg muss in Guttenberg anfangen. In diesem Dorf ist er aufgewachsen, und diese Herkunft hat ihn extrem geprägt.
Eugen Hain, Bürgermeister des Orts Guttenberg, steht auf einem Feld am Waldesrand und blickt hinab auf sein Dorf und das Schloss. "Und da hinten wohnt dann der KT", sagt Hain und zeigt auf das rot leuchtende Schlossdach, das aus herbstlich bunten Bäumen ragt. "Ein richtiges Schmuckstück", sagt Hain. "Alles, was man hier sieht", sein Zeigefinger deutet in die Ferne bis zum Horizont, auf Wälder, Wiesen und Hügel, "das alles gehört dem Herrn Baron."
Das Familienvermögen der Guttenbergs wird auf über 400 Millionen Euro geschätzt. In der Schlossbibliothek stehen einige der ersten Bücher seit Erfindung des Buchdrucks, die Familie blickt auf eine Tradition von 900 Jahren zurück. All das steckt im Gemüt des deutschen Verteidigungsministers.
Auf seinem Rundweg durch das Dorf ist Bürgermeister Hain am Schlagbaum vor dem Schloss angelangt. Ein Warnschild verkündet "Einfahrt verboten". Dies ist die Grenze zwischen bürgerlicher und adliger Welt.
Hain, blaues Poloshirt über der Jeans, erzählt, dass die Familie bei Vereinsjubiläen immer "eine ordentliche Bewirtung" übernehme. Das Verhältnis sei "insgesamt gegenseitig sehr zufriedenstellend", sagt der Bürgermeister. Natürlich seien die Guttenbergs nicht bei jedem Dorffest dabei, "weil die halt schon einen anderen Lebensstil haben als der Rest der Menschen". Er denkt kurz nach, dann sagt er: "Da sind irgendwo natürlich schon Welten dazwischen."
Hain tritt unruhig auf der Stelle. Er hat Angst, dass Guttenbergs Vater die Einfahrt heruntergelaufen kommt und sieht, wie er Fremden das Anwesen zeigt. "Wenn der Enoch jetzt erscheint, dann wird er sicher sauer." Hain traut sich nicht, am Schlagbaum vorbeizugehen.
Enoch zu Guttenberg hat seine beiden Söhne allein erzogen.
Der ältere Guttenberg zählt zu den bekanntesten Dirigenten des Landes. Seine Söhne haben oft gesehen, was das Publikum am 1. Oktober in der Bonner Beethovenhalle sieht. An diesem Abend werden eine Messe von Joseph Haydn und das Oratorium "Christus am Ölberge" von Ludwig van Beethoven gegeben. Enoch zu Guttenberg zelebriert seine Musik, er schwingt den Taktstock wie eine Peitsche, sticht dann Löcher in die Luft, reißt die Seiten seines Notenbuchs so schnell und zackig um, dass man es kaum sehen, aber hören kann, singt lautlos, aber mit weit geöffneten Lippen den Text der Sopranstimme mit. Beim Crescendo am Schluss steht er mit weit über dem Kopf ausgebreiteten Armen da. Was ein großer Auftritt ist, hat Karl-Theodor zu Guttenberg schon als kleiner Junge inhaliert.
Nach dem Konzert sitzt sein Vater hinter einem Tisch im Foyer und signiert CDs und Programmhefte. Wieder und wieder bedanken sich die Besucher für den phantastischen Abend. Das sei doch nicht nötig, entgegnet Enoch zu Guttenberg. "Das machen wir doch extra für Sie. Ohne Publikum wären wir nichts." Er wartet kurz, dann wiederholt er: "Nichts."
Sohn Karl-Theodor wurde von Vater Enoch früh in die Verantwortung genommen. Wenn im Ort jemand gestorben war und der alte Guttenberg eine Orchesterreise machte, musste Karl-Theodor die Grabrede halten, das erste Mal mit zwölf Jahren. Die Damen des Orts begrüßte er mit Handkuss. Die Festrede zum Jubiläum des Sportvereins hielt er flüssig, obwohl ihm der Vater kein Manuskript hinterlassen hatte. "Überleg dir halt was", sagte er nur.
Kein anderer Spitzenpolitiker hat eine Herkunft wie diese. Die meisten kommen aus kleinen oder gutbürgerlichen Verhältnissen. Es wirkt wie ein Witz, dass ausgerechnet der Mann, der hinter einem Schlagbaum aufgewachsen ist, die Hoffnung der Bürger sein soll. Aber es ist so. Was hat er politisch gemacht aus seinem Leben im Schloss?
Guttenbergs Aufstieg zur politischen Lichtgestalt begann mit dem Fall Opel. Im Jahr 2009 schwebten die Autobauer aus Rüsselsheim über dem Abgrund und schienen nur noch mit Staatshilfe überleben zu können. Es war die Zeit der Großen Koalition, fast die gesamte Regierung einschließlich der Bundeskanzlerin war dafür, Opel an einen Investor zu verkaufen und hohe Staatsbürgschaften zu gewähren. Guttenberg dagegen forderte eine "geordnete Insolvenz". Er sagte Merkel, er sei zum Rücktritt bereit, falls er einer Lösung im Weg stehe.
Am Ende trug er den geplanten Verkauf mit. Aber das Wort Rücktritt, obwohl folgenlos geblieben, elektrisierte die Öffentlichkeit. Es löste sich von der unheroischen Realität und sorgte für den Eindruck, da sei jemand mit aller Kraft für seine Überzeugung eingetreten. Guttenberg wurde vom Faszinosum zum Star.
In der Medienwelt von heute wird das Publikum mit mehr oder weniger komplexen Meldungen überschüttet. Nur das Markante dringt durch, die simple, starke Botschaft. Das Wort Rücktritt ist eine solche Botschaft. Die Umstände dieser Rücktrittsdrohung wurden vom breiten Publikum nicht wahrgenommen, es zählen das Wort und die Vorstellung, die sich mit diesem Wort verknüpft: Entschlossenheit, Überzeugung, Unabhängigkeit.
Guttenberg wurde zum guten Gerücht, und damit sammelte er politisches Kapital. Er stieg auf zum beliebtesten Politiker des Landes und wurde mächtiger, als es ein Wirtschafts- oder Verteidigungsminister üblicherweise ist.
Diese Macht wirkte zunächst wie ein Kuriosum, weil sie auf einem Gerücht gründete, aber dann holte Guttenberg das Gerücht in die Realität. Er zeigte sich tatsächlich entschlossen und unabhängig. Er nahm sich eine große Reform vor und setzte sie durch.
Die Wehrpflicht galt bis zum Sommer dieses Jahres als Grundpfeiler der Bundesrepublik, als Markenkern von CDU und CSU. Bis in dieses Jahr hinein gibt es Bekenntnisse von Merkel, Seehofer und Guttenberg zur Wehrpflicht.
Doch in Wahrheit hatte sich das Konzept überholt. Nach Ende des Kalten Krieges wurden nicht mehr so viele Soldaten gebraucht, und die Soldaten, die man jetzt braucht, müssen in Afghanistan oder anderswo neuartige Kriege führen können. Wehrpflichtige sind da nicht geeignet.
Guttenberg hat das erkannt, sich korrigiert und den Plan entwickelt, die Wehrpflicht auszusetzen. Gestärkt durch die guten Umfragewerte ging er im Mai dieses Jahres zur Bundeskanzlerin und schlug ihr diese Reform vor.
Am Sonntag, dem 6. Juni, traf sich das Kabinett zur Sparklausur im Kanzleramt. Die Minister wurden einzeln aufgerufen, Vorschläge aus ihrem Bereich zu machen. Finanzstaatssekretär Werner Gatzer bedrängte Guttenberg, einen großen Beitrag zu leisten. Er wehrte sich, bis es, unter Druck, aus ihm herausbrach: "Wenn das so ist, dann ist die Wehrpflicht nicht zu halten."
Es folgte eine größere Diskussion, die Merkel mit dem Satz beendete: "Wir können doch nicht an einem Sonntagnachmittag die Wehrpflicht abschaffen."
Und doch war dieser Sonntagnachmittag der Anfang vom Ende. Guttenberg, der bis dahin noch vorsichtig agiert hatte, verfolgte sein Projekt nun mit Nachdruck. Das größte Problem war dabei Horst Seehofer, der sich eigentlich vorgenommen hatte, die Wehrpflicht zu verteidigen.
Am Ende hat er es nicht gewagt. Er gab klein bei, Guttenberg hatte sich als stärker erwiesen als sein Vorsitzender. Und das ist auf eine verquere Art ein Sieg des Volkes. Zwar gab es unter den Bürgern keine Bewegung, die Wehrpflicht abzuschaffen. Aber es gibt die Verehrung für Guttenberg, die hohe Zustimmung in den Meinungsumfragen. Da alle immer auf die Umfragen starren, ist er damit fast unangreifbar.
Neben der Entschlossenheit, die er einmal gerüchteweise und einmal tatsächlich an den Tag gelegt hat, gibt es vier weitere Gründe, warum er so beliebt ist bei den Bürgern: seine Art der Kommunikation, sein Anderssein, seine Unabhängigkeit und die Macht der Bilder.
In Donaueschingen warten über hundert Soldaten in der Turnhalle der Kaserne auf den Verteidigungsminister. "Guten Abend", schallt es Guttenberg auf Befehl synchron entgegen. Von den Wänden rieselt der Putz.
Seine Ansprache ist weniger eine Rede als eine Performance. Er steht da, breitet die Arme aus wie auf dem berühmten Foto vom Times Square, dreht sich nach rechts, dreht sich nach links, tanzt fast und schafft es in kurzer Zeit, fast jedem Soldaten in die Augen zu sehen. Er redet schnell und zackig, ohne ein einziges Mal überlegen zu müssen. Keine Ähs.
"Sie werden sich fragen: Was denkt sich eigentlich dieser Minister in Berlin, wenn er jetzt schon wieder ein neues Fass aufmacht?", sagt Guttenberg. Er spricht über die Aussetzung der Wehrpflicht, in deren Folge zahlreiche Standorte geschlossen werden müssen. Dann schildert er die Lage der Bundeswehr in eindringlichen, dramatischen Worten. Die Soldaten schauen ihn fasziniert an. Einen solchen Vortrag haben sie noch nie gehört, nicht von einem Politiker, erst recht nicht von ihren Offizieren. "Wenn wir nicht handeln, brummen wir als fahrender Zug mit Vollgas gegen die Mauer", sagt Guttenberg, er ballt die Faust.
"Das alles stimmt nicht fröhlich", schließt Guttenberg. Da könne man als Minister schnell sagen: "Oh Gott, wie schaffe ich es nur, dass ich die nächsten drei Jahre im Amt meine Ruhe habe vor den Problemen, um sie dem Nachfolger zu übergeben." Guttenberg macht eine taktische Pause und blickt die Soldaten ernst an. "Aber das ist nicht mein Ansatz", sagt er. "Und wissen Sie, warum nicht?" Wieder eine Pause. "Weil ich Verantwortung trage für Sie!"
Nun dürfe man Fragen stellen, sagt Guttenberg. Und sollte am Ende der Stunde nicht jede Frage beantwortet sein, dann bitte er darum, diese Fragen nachzureichen. "Und zwar nicht etwa über den Dienstweg, dann erreicht es mich in einem halben Jahr, sondern direkt an mich und mein Büro."
So redet er mit Soldaten, so redet er mit anderen Bürgern. Er kann das, was Politiker unbedingt können müssen, aber zuletzt stark vernachlässigt haben: Kommunikation, erklären, werben, auch für das Unpopuläre.
Guttenberg hat eine gekonnte Art, sich an seine Gegenüber anzuschmiegen, er ist ein Menschenfischer, einer, der bald gemocht wird, weil er anderen das Gefühl geben kann, dass er sie mag, sich für sie interessiert. "Wie geht es Ihnen?", fragt er beim Einsteigen den Fahrer seiner Dienstlimousine. "Was macht das Solardach?" - "Was macht die Hüfte Ihrer Frau?"
Das ist eine Stärke, die auch aus dem Schloss kommt. Er ist sich seiner so gewiss, dass er unbefangen, ohne jede Verklemmung auf andere zugehen kann. Und die, sind sie simpler gestrickt, fühlen sich geschmeichelt, dass der hohe Herr ihnen ein Ohr schenkt.
Die Schwäche, die zu dieser Stärke gehört, ist, dass Guttenberg dauernd sagen muss, wie gut er ist, was er alles richtig macht. Er ist so auf Gutsein getrimmt, auf Makellosigkeit, dass er stets in Sorge scheint, dass jemand nicht mitbekommt, wie gut er ist.
Rund 900 Leute sind in die Festhalle von Villingen-Schwenningen gekommen, auf Einladung des "Südkuriers" soll Guttenberg eine Rede zur Bundeswehrreform halten. "Sie sehen, dass ich kein Konzept vor mir habe, meine Damen und Herren", er wischt zum Beweis mit der Hand über das leere Rednerpult, wie ein Zauberer, der zeigen will, dass es keine unsichtbaren Seile gibt. "Der Wunsch an mich war heute Abend, dass man wirklich verstanden wird. Und das gelingt eher, wenn man sich nicht an etwas Vorgefertigtes klammert." Langes, begeistertes Klatschen, zustimmendes Nicken.
Das ist ein Muster seiner Reden und Auftritte: Guttenberg ist der notorisch andere, der immer betont, dass er etwas anders macht, besser macht. So setzt er sich bewusst von den Kollegen aus der Politik ab, die im Vergleich tumb und langweilig wirken, weil sie sich meist an Vorgefertigtes klammern. Guttenberg stellt seine Andersartigkeit gern ins Schaufenster.
Er kommt auf Horst Köhler zu sprechen, den früheren Bundespräsidenten, der beim Volk beliebt war, weil er erfolgreich den Eindruck vermittelte, er stünde auf Seiten des Volkes - gegen die Politik. Köhler trat von seinem Amt zurück, weil er die Kritik an seiner Aussage, wonach die Bundeswehr in ihren Einsätzen auch Handelswege schütze, nicht angemessen fand. "Ich weiß nicht, was an seinen Aussagen falsch war", ruft Guttenberg in Villingen-Schwenningen. "Ich hätte mir gewünscht, dass der eine oder andere Politiker ihn öffentlich ein wenig mehr unterstützt hätte." Wieder tosender Beifall. Was fehlt, ist die Information, dass auch Guttenberg Köhler nicht wirklich unterstützt hat.
In Zeiten des Politikverdrusses ist die größte Versuchung eines Politikers, sich zum anderen in der Politik zu erklären, zum guten Alien. Das ist moderner Populismus, und in diesem Sinne ist Guttenberg Deutschlands größter Populist.
So verschafft er sich Zustimmung auch zu Lasten der Politik insgesamt und schürt eine ungeheure Erwartung. Gleichzeitig bringt er fast den gesamten Politikbetrieb gegen sich auf. Es gibt wenige Kollegen, die sich freundlich über ihn äußern. So ist er genau das, was sich viele Bürger wünschen: ihr Abgesandter ins verachtete Machtkartell.
Politikern wird gern vorgeworfen, dass sie sich an ihre Ämter klammern. Guttenberg wird unterstellt, dass er das nicht nötig hat. Er ist ein reicher Mann, er könnte sofort auf das Schloss zurückkehren und die Früchte der 900-jährigen Familiengeschichte verzehren. Was sagt Guttenberg selbst zum Thema Unabhängigkeit?
"Ich hoffe, Sie sind gripperesistent", sagt er zur Begrüßung. Der Minister ist angeschlagen an diesem Tag, seine Wangen leuchten rot. An den zwei Tagen vorher hat er alle Termine abgesagt und sich ins Bett verkrümelt.
"Ich bin von Beginn an mit dem vollen Bewusstsein in die Politik gegangen, dass ich jederzeit aufhören könnte", sagt Guttenberg. Wenn er politisch alles auf eine Karte setze, wie bei seinem Vorstoß für die Aussetzung der Wehrpflicht, sei ihm bewusst, dass dieser Schritt das sofortige Ende seiner politischen Karriere bedeuten könne. "Aber das bereitet mir keine Angst", sagt er. "In jeder Entscheidung liegt die Möglichkeit eines Bruchs im Leben. So ist es eben." Er könne jederzeit auch in der Wirtschaft tätig sein, sagt Guttenberg, er verspüre keine "Lust des Klammerns" an dem, was er habe, im Gegenteil, die Lust, "andere Brücken zu bauen", sei in letzter Zeit größer geworden. Er möchte das nicht näher erläutern.
Guttenberg verschränkt die Hände hinter dem Kopf und lehnt sich entspannt in seinem Stuhl zurück. Als er die vergangenen Tage krank im Bett gelegen habe, da habe er endlich wieder viel lesen und sich in Ruhe Gedanken machen können. Schön sei das gewesen. Der Job sei im Grunde nicht nur ein Raubbau am Körper, sondern auch an der Familie.
Das klingt gut, Guttenberg redet häufiger so. Allerdings mutet es auch manchmal seltsam an, dass der Mann, auf den sich die meisten Hoffnungen der Bürger richten, so gebremste Leidenschaft zeigt, die Interessen dieser Bürger zu vertreten. Wenn er die Verantwortung ernst nimmt, die er jetzt hat, müsste er sich klar zur Politik bekennen. Bei Guttenberg ist manchmal die Frage, wie spielerisch er das alles sieht.
Sein Lieblingsspiel ist das mit den Kameras. Theatralik kennt er von seinem Vater, die musste er nicht eigens lernen. Das ist ein weiterer Vorteil. Da sich in der Medienwelt simple Botschaften besonders gut durchsetzen, haben Bilder eine ungeheure Kraft. Und Guttenberg ist ein Mann für Bilder, noch mehr als Gerhard Schröder.
In der Wirklichkeit hat sein Gesicht manchmal etwas Bubenhaftes, manchmal etwas Schnöseliges, aber die Kameras arbeiten meist einen markigen, mannhaften Zug heraus. Und er kann so auftreten, dass er diesen Zug unterstützt. In Guttenberg steckt ein großer Poser.
Unter den deutschen Soldaten in Afghanistan wirkt er immer wie der Amerikaner, der ihnen mal zeigen soll, was ein richtiger Soldat ist, wie der gucken, dastehen und ausschreiten muss, damit es nach Krieg aussieht oder nach Kriegsfilm. Erst kam er in Zivil, nun trägt er einen gehobenen Military-Look, der von Ermenegildo Zegna sein könnte. Auch bei Staub und 40 Grad im Schatten tritt er so makellos auf wie im Berliner Kabinettssaal.
Der Wunsch nach Makellosigkeit kommt Guttenberg aus jeder Pore. Er ist ein Pingel, ein Mann mit perfekten Manieren und gelacktem Auftreten. Er will immerzu allerhöchsten Ansprüchen genügen, den Ansprüchen des Schlosses. Aber auch das hat eine Schattenseite. Guttenberg kann es offenkundig nicht ertragen, diesem Anspruch nicht zu genügen.
Am 22. April dieses Jahres steht Guttenberg um 14 Uhr im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin, und die Kameras klicken wie wild. Er wird jetzt befragt, in einer unangenehmen Sache, der Untersuchungsausschuss zum Bombardement von Kunduz tagt. Als Erstes soll er seinen vollständigen Namen nennen.
"Geht das unter Verzicht auf Vornamen, Frau Vorsitzende?", fragt er. Es wird ihm gewährt, die Zeit ist knapp. Guttenberg hat zehn Vornamen. Gleichwohl dauert die Vernehmung acht Stunden.
Am 4. September 2009 hat Oberst Georg Klein in Kunduz befohlen, dass zwei von Taliban entführte Tanklaster bombardiert werden, bis zu 142 Menschen starben, darunter viele Zivilisten. Guttenberg war da noch Wirtschaftsminister. Als er nach der Wahl Verteidigungsminister wurde, sagte er, der Angriff sei "militärisch angemessen" gewesen. Kurz darauf hat er das zurückgenommen.
Er hatte einen Fehler gemacht, der Makellose war nicht mehr makellos. Er hat das dann zum Teil damit begründet, dass er nicht ausreichend informiert worden sei. Den Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, und seinen Staatssekretär Peter Wichert hat er deshalb entlassen.
Seither gibt es einen Kleinkrieg um den Ablauf der Sitzung, die zur Entlassung geführt hat. Es sind mehrere Darstellungen im Umlauf, man ist sich nicht einmal einig, wie viele Leute im Raum waren. Guttenberg sagt fünf, Wichert und Schneiderhan sagen vier. Klar ist, dass in dieser Angelegenheit gelogen wird. Unklar ist, wer lügt.
Vor dem Untersuchungsausschuss soll Guttenberg aufklären, wie die Sitzung aus seiner Sicht abgelaufen ist. Aber er bleibt undeutlich. Zu sehen ist ein Mensch, der sich windet, der ausweicht. Zu sehen ist ein Mensch, der nicht offen redet, der nicht das gerade Kreuz zeigt, das ihm gern unterstellt wird.
Zerbricht da gerade die stolze Herkunft? Oder zeigt sich nur die andere Seite der stolzen Herkunft? Politik ist ein Geschäft, in dem es Makellosigkeit nicht geben kann. Jeder macht hier Fehler. Der größte Fehler ist, trotz eines Fehlers makellos erscheinen zu wollen. Guttenberg steht da wegen seiner stolzen Herkunft unter einem besonderen Druck.
Aber ein seltsamer Auftritt wie der vor dem Untersuchungsausschuss spielt keine Rolle für sein Image. Die Sache ist zu komplex, um eine breite Wirkung haben zu können. Guttenberg lebt, bei allen Stärken, zu einem guten Teil davon, dass die Politikvermittlung über simple Chiffren funktioniert: Adel gleich alte Werte und Unabhängigkeit, Opel gleich Widerstandskraft und Unabhängigkeit, Wehrpflicht gleich Tatkraft, Bilder aus Afghanistan gleich Mut und Fürsorglichkeit.
Damit ist Guttenberg besser markiert als jeder andere und der ideale Politiker für die Mediengesellschaft. Es spielt dann kaum noch eine Rolle, dass nicht klar ist, wofür Guttenberg wirklich steht.
Am deutlichsten ist noch das konservative Element, was bei dieser Familie naheliegt. In den Fällen Opel und Quelle hat er wirtschaftsliberale Züge gezeigt, und in den derzeit heißesten Debatten hält er sich weitgehend zurück. Zu Stuttgart 21 fällt ihm wenig ein, in der Integrationsdebatte hat er kein großes Interview gegeben. Man weiß in diesen beiden Fällen nicht, was er wirklich denkt. Muss er sich noch eine Meinung bilden, oder scheut er den Konflikt mit den wütenden Bürgern, weil er für ein weltoffenes Deutschland und für Stuttgart 21 ist?
Aber auch solche Undeutlichkeiten sprechen nicht dagegen, dass jemand das Zeug zum Kanzler hat, im Gegenteil. Wer sich deutlich äußert, bringt Leute gegen sich auf. Guttenberg könnte also Kanzler werden. Allerdings stehen ihm bei seinem Aufstieg noch zwei Leute im Weg: Angela Merkel und Horst Seehofer.
Am Montag der vergangenen Woche wurde Merkel nach Guttenberg gefragt. Sie hatte den Tag in Sofia verbracht, war dann nach Bukarest geflogen und saß dort abends mit Journalisten in einer Hotellobby zusammen. Sie redete über die Integrationsdebatte und über Stuttgart 21, und einer der Journalisten hatte nach einer Stunde wohl den Eindruck, dass die Lage düster sei. Ob jetzt nur noch Guttenberg helfen könne, fragte er Merkel.
Das war keine Frage, die Merkel gern hört, aber sie nahm es gelassen und fand viele freundliche Worte für ihren Verteidigungsminister. Doch natürlich weiß Merkel, dass er einer der Kandidaten für ihre Nachfolge ist, und das gibt ihrem Verhältnis Würze.
Guttenberg ist das Gegenmodell zu ihr. Der große Auftritt ist Merkels Sache nicht, schon gar nicht die ergreifende Rede. Große Entschlossenheit hat sie auch noch nicht an den Tag gelegt. Sie laviert gern.
Auch deshalb gibt es Sehnsucht nach einer Alternative, und je stärker der Kandidat ist, desto größer die Bereitschaft, einen Amtsinhaber zu kippen. Guttenberg macht Merkels Position wackliger.
Aber das heißt nicht, dass er eine konkrete Bedrohung ist. Zwar wird eine Niederlage der CDU in Baden-Württemberg Merkel eine ungemütliche Führungsdebatte einbringen, aber in ihrer Partei ist im Moment niemand in Sicht, der die Kanzlerin ablösen könnte. Der ehrgeizigen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen in Berlin fehlt noch die Unterstützung der Partei, um Merkel ernsthaft gefährlich zu werden.
Das spricht zwar für Guttenberg. Aber warum sollte die CDU gegen die eigene Vorsitzende rebellieren, um anschließend einen Mann aus Bayern ins Kanzleramt zu wählen? Das kann sich die Partei schon aus Gründen der Selbstachtung kaum erlauben.
Wenn es nach einer Niederlage in Baden-Württemberg nicht zu einem chaotischen Umsturz in Berlin kommt, führt Guttenbergs Weg ins Kanzleramt über Bayern, also über Seehofer. Seitdem sich Guttenberg bei der Wehrpflicht durchgesetzt hat, ist klar, dass es zwei starke Männer in der CSU gibt. Wäre es nicht besser, fragen sich manche in der Partei, die Landtagswahl 2013 mit einem Spitzenkandidaten Guttenberg zu bestreiten?
"Wenn einer es schafft, die CSU zurück zur absoluten Mehrheit zu führen, dann ist es Guttenberg", sagt ein führender CSU-Mann in Berlin. Auch aus Sicht Guttenbergs spricht einiges dafür, nach der Spitzenkandidatur zu greifen. Wenn er Erfolg hat, dann wäre dies ein Meisterstück, das ihn auch für die Kanzlerkandidatur der Union qualifizieren könnte.
Noch sind das Planspiele in den Hinterzimmern der Macht, und sicher ist, dass Seehofer seinen Platz nicht kampflos räumen wird. Intern hat er mehrfach klargemacht, dass er sich 2013 wieder zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Ein Netzwerk für den Kampf um Ämter hat Guttenberg nicht. Er ist seinen Weg weitgehend allein gegangen, er gehört zu keiner Seilschaft, keinem Flügel. Gegner hat er dafür reichlich, vor allem den bayerischen Gesundheitsminister Markus Söder und den Kanzleramtsminister Ronald Pofalla. Sie sind selbst ehrgeizig und halten Guttenberg für einen überschätzten Schnösel.
Gleichwohl ist Guttenberg nicht allein, da ist auch noch Stephanie. Gemäß einer aktuellen Umfrage glauben 67 Prozent der Deutschen, das Ehepaar Guttenberg würde Deutschland gut repräsentieren. Während seine Familie im deutschen Adelsranking eher niedrig angesiedelt ist, gehört die Familie der geborenen Stephanie Gräfin von Bismarck-Schönhausen dem Hochadel an. Ihr Ururgroßvater war der Gründer des Deutschen Reichs, Otto von Bismarck.
Seit einigen Wochen ist Stephanie zu Guttenberg in der deutschen Öffentlichkeit fast ebenso oft präsent wie ihr Mann. Sie hat ein Buch geschrieben, "Schaut nicht weg!" heißt es, ein Plädoyer zur Wachsamkeit bei Kindesmissbrauch. Seit bald zwei Jahren ist sie Präsidentin der deutschen Sektion von "Innocence in Danger", einem Verein mit demselben Anliegen. Vor zwei Wochen lief nun auch noch eine Sendung mit ihr auf dem Spaß-und-Schäm-Kanal RTL II an - die Show zum Buch gewissermaßen. Sie heißt "Tatort Internet - Schützt endlich unsere Kinder" und ist genauso reißerisch wie der Titel.
Nach jedem Beitrag, der zeigte, wie Sextäter vorgehen, sagte Stephanie zu Guttenberg Sätze wie: "Ich bin nicht mutlos, aber wütend", "Das dürfen wir doch nicht zulassen!" oder "Das gehört dringend bestraft."
Viele Bürger lieben sie für dieses Engagement. Was gibt es Edleres als den Kampf gegen Kindesmissbrauch? Stephanie zu Guttenberg weiß den öffentlichen Eindruck der Makellosigkeit derer zu Guttenberg noch zu steigern.
Die Guttenbergs sind auf dem besten Wege, sich einzureihen in die Riege glamouröser Politikerpaare wie der Kennedys, der Clintons, der Obamas, der Blairs oder - noch eine Stufe schillernder - des Ehepaars Sarkozy/Bruni. Erst Stephanie macht Guttenberg zu einer wirklich runden Mediengestalt, zum Mann, dem in der deutschen Politik alles zuzutrauen ist.
Am Donnerstag vergangener Woche wirkt Guttenberg irritiert über das alles, zumindest gibt er sich so. Er ist nach Brüssel gereist, wo er über die neue Nato-Strategie verhandeln soll. Gedanklich aber ist er in der Heimat. In einer Verhandlungspause sitzt er in der Kantine des Nato-Hauptquartiers an einem hellen Pressholztisch und spricht über die jüngsten Gerüchte, dass er bald Bundeskanzler werden könnte.
"Bizarr" sei das, was derzeit über ihn berichtet werde, sagt Guttenberg, "fern allen realistischen Betrachtungen" und daher "völliger Scheiß". Er habe eine Großreform zu stemmen, den Umbau der Bundeswehr, die Aussetzung der Wehrpflicht. Das sei seine Aufgabe. Daher seien die Gerüchte ziemlich störend.
Um ihn herum klappern Tabletts und Kaffeetassen, an den Nebentischen das Gemurmel der Generäle aus aller Welt. Guttenberg hat die Schultern nach vorn gebeugt und die Hände zwischen seine Oberschenkel geschoben, die Knie fest zusammengepresst. Er sitzt da wie ein schüchterner, demütiger Junge, und man weiß mal wieder nicht genau: Ist das ehrliche Bescheidenheit oder gut gespielt?
Guttenberg sucht nach einem treffenden Bild für die Situation. Er fühle sich gerade, sagt er schließlich, als säße er in einem Wagen auf der Achterbahn und würde von anderen Leuten nach oben gekurbelt, hinauf zur ersten Rampe. Irgendwelche Leute würden ihn gerade viel zu rasch nach oben kurbeln, sagt Guttenberg. Er aber wisse genau, dass es nach der ersten Rampe steil nach unten gehe. Sein rechter Zeigefinger malt den Streckenverlauf einer Achterbahn in die Luft. "Ein gewisser Absturz hätte bei mir längst kommen müssen." Kurze Pause. "Weil er bislang nicht gekommen ist, kann er stündlich kommen."
Ehrt es ihn denn nicht, dass ihm so viel zugetraut wird, von den Medien, von den Bürgern?
"Nein", sagt Guttenberg. "Es ist eher so, dass einen das erschreckt, weil es dem hoffentlich vorhandenen Restmaß an Realitätssinn völlig widerspricht." In solchen "Retter-Betrachtungen" liege immer "die Gefahr der Überschätzung". Deshalb zwinge er sich, das, was in den Zeitungen stehe, nüchtern zu betrachten. Er müsse jetzt, sagt Guttenberg, zurück in den Verhandlungssaal. Zu seinen Ministerkollegen. Die Nato-Reform. Für den Moment will er Verteidigungsminister sein, nichts anderes.
Von Ulrike Demmer, Markus Feldenkirchen, Dirk Kurbjuweit und René Pfister

DER SPIEGEL 42/2010
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