Sobald ein Mensch auf die Welt kommt, kriegt er Besuch. Mehr als tausend unterschiedliche Arten von Bakterien besiedeln seinen Darm - ohne dass die Körperabwehr die winzigen Eindringlinge attackieren würde. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover haben jetzt an Mäusen entdeckt, wie das möglich ist: Nach der Geburt hören die Zellen der Darmschleimhaut zeitweilig auf, ein zentrales Signalmolekül des Immunsystems herzustellen: Die Schleimhaut reagiert deshalb nicht auf einwandernde Bakterien - und die für die Verdauung benötigte Darmflora kann sich ausprägen. Zwei bis drei Wochen später jedoch produziert die Darmschleimhaut das Signalmolekül wieder. Fortan sind Bakterien von außen gar nicht mehr willkommen - sie werden bekämpft.
DER SPIEGEL 45/2010
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