Funkelnde Tattoos oder glimmende Fäden für die Chirurgie - es gibt viele Möglichkeiten, wozu die miniaturisierten Leuchtdioden dienen könnten, die US-Forscher von der University of Illinois in Urbana-Champaign jetzt entwickelt haben. Zusammengehalten werden die winzigen Elektronikbauteile von einem ultradünnen Trägermaterial aus speziellem Polymer. Der gummiartige Plastikfilm ist nur ein bis zwei Mikrometer dick und extrem flexibel. Deshalb lässt sich das Leuchtband "dehnen, drehen, falten, biegen und über krumme Oberflächen legen", wie Materialwissenschaftler John Rogers erklärt. Außerdem dient das flüssigkeitsdichte Material als Bioschutz, um die Leuchtbauteile in den Körper implantieren zu können. Mit der neuartigen Technik könnten in einigen Jahren auf Licht ansprechende Medikamente im Körper aktiviert, Infektionsherde aufgespürt oder die Wundheilung kontrolliert werden. Ein Problem allerdings gilt es noch zu lösen: Bisher müssen die ultrafeinen Alleskönner per Draht an eine Batterie angeschlossen werden. "Bei chirurgischen Leuchtfäden oder LED-Tattoos jedoch würde man sich noch eine integrierte Energiequelle wünschen", meint Rogers.
DER SPIEGEL 48/2010
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