27.12.2010

KARRIERENDen wohl verstörendsten Rücktritt ...

... des Jahres lieferte Horst Köhler, als er Ende Mai völlig überraschend sein Amt als Bundespräsident niederlegte, in einem zweiminütigen Fernsehauftritt, an der Hand seiner Frau. Inzwischen bekommt er keinen Staatsempfang mehr, aber er ist wieder unterwegs: Zweimal ist Horst Köhler in den vergangenen Monaten in die USA gereist, um als Mitglied einer prominent besetzten Arbeitsgruppe eine Reform des Weltwährungssystems zu ersinnen. Schon im Januar will das internationale Expertengremium seine Vorschläge vorlegen. Noch immer rätselt das Land, was Köhler zu seinem beispiellosen Rückzug bewogen haben mag: sein verunglücktes Interview zum Verhältnis von Kriegseinsätzen und freien Handelswegen? Eine überkritische Presse? Der mangelnde Rückhalt aus den Koalitionsfraktionen? Die einen schüttelten den Kopf über seine Flucht aus der Verantwortung, die anderen sahen ihn als Opfer des mitleidlosen Hauptstadtbetriebs. Wenn er sich nun als Finanzexperte öffentlich zurückmeldet, wählt er damit nicht nur jenes Politikfeld, dem er seine Karriere verdankt; Köhler erinnert auch an einen der wirkungsvollsten Auftritte seiner Amtszeit. Im Frühjahr 2008 hatte der frühere IWF-Direktor die internationalen Finanzmärkte als "Monster" kritisiert.

DER SPIEGEL 52/2010
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KARRIEREN:
Den wohl verstörendsten Rücktritt ...

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