24.01.2011

FUSSBALL Zweifelhafte Mode

Der Fußballclub Dynamo Dresden wird zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen mit dem Vorwurf konfrontiert, mit ideologisch zweifelhaften Marken oder Namen sorglos umzugehen. Die Mannschaft des Drittligisten hat Anfang Januar eine Autogrammstunde bei dem Vereinssponsor "Sportcollection" aus Altenberg im Erzgebirge gegeben. Der Sportartikelhändler verkauft unter anderem Hosen, T-Shirts und Mützen der Firma Thor Steinar. Diese Marke wurde vom Brandenburger Verfassungsschutz als Erkennungszeichen der Rechtsextremen eingestuft. In mehreren Fußballstadien sind Thor-Steinar-Waren verboten - seit 2007 offiziell auch bei Dynamo Dresden. Eine Dresdner Faninitiative hat den Verein auf das zweifelhafte Geschäft von Sportcollection hingewiesen. "Dort eine Autogrammstunde abzuhalten war unsensibel", räumt Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz auf Anfrage ein. Dass der Sponsor Thor-Steinar-Kleidung anbiete, sei dem Club bekannt. Sie nehme aber nur einen "kleinen Teil des Sortiments" ein, so Oppitz. Der Verein verfolge weiter eine "unverzichtbare Anti-Extremismus-Arbeit". Im Dezember war das Rudolf-Harbig-Stadion, in dem Dynamo spielt, in "Glücksgas-Stadion" umgetauft worden. Glücksgas ist ein Erdgasversorger aus Bayern. Vertreter der Dresdner Stadtverwaltung und der jüdischen Gemeinde kritisierten, die Kombination der Wörter Glück und Gas könnte Assoziationen mit dem "Dritten Reich" und der Vergasung der Juden hervorrufen. Das Stadion-Namensrecht war allerdings vom Hamburger Vermarkter Sportfive verkauft worden.

DER SPIEGEL 4/2011
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