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AFRIKA

Jagd auf Homosexuelle

Schwule und Lesben leben gefährlich in Afrika. In Südafrika überfluteten Bürgerinitiativen vorige Woche die Server des Justizministeriums mit mehr als 140 000 Mails - als Protest gegen sogenannte korrigierende Vergewaltigungen. Um sie von ihrer sexuellen Orientierung abzubringen, hatte unlängst ein Nachbar die bekennende Lesbe Millicent Gaika fünf Stunden lang gefoltert und vergewaltigt. Solche Übergriffe sind in der männerdominierten südafrikanischen Gesellschaft nicht selten. Ein besonders brutaler Fall von Schwulenverfolgung wurde vergangenen Mittwoch im ugandischen Kampala bekannt: Dort wurde der Schwulen-Aktivist David Kato, 43, mit einem Hammer erschlagen. Dem Mord war eine Hetzkampagne des ugandischen Magazins "Rolling Stone" vorausgegangen: Das Blatt hatte mehr als 100 Homosexuelle geoutet, Kato sogar mit Foto, und die Schlagzeile "Hängt sie" gedruckt. Dagegen war er vor Gericht gezogen, es sprach ihm eine Entschädigung zu. Außerdem hatte er sich gegen ein geplantes Homosexuellengesetz engagiert, das die Todesstrafe für gleichgeschlechtlichen Verkehr vorsah. Zwar wurde es nicht verabschiedet, trotzdem gelten Homosexuelle in Uganda als Freiwild. Sie werden beleidigt, bedroht und verprügelt - so wie in vielen Ländern Afrikas. Die Regierungen schweigen dazu oder billigen die Übergriffe gar. In 37 Ländern auf dem Kontinent wird Homosexualität strafrechtlich verfolgt.


DER SPIEGEL 5/2011
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