Noch immer wütet in Haiti die Cholera - und es könnte weit schlimmer kommen als befürchtet. Bislang hatten die Vereinten Nationen in diesem Jahr mit etwa 400 000 Infektionen gerechnet. Doch eine Computersimulation der Harvard Medical School, die erstmals die bisherige Ausbreitung der Seuche und die Übertragungswege analysiert, sagt nun allein für die Monate März bis November 779 000 Infizierte und 11 100 Tote voraus. Statt nur auf die schwierige Verbesserung der Versorgung mit Trinkwasser zu setzen, empfehlen die Autoren der im Fachblatt "Lancet" erschienenen Studie, gegen Cholera zu impfen und auch die nur leicht Erkrankten mit Antibiotika zu versorgen. Durch besseres Trinkwasser ließen sich 1500 Todesfälle verhindern - mit allen drei Maßnahmen zusammen aber 3700.
DER SPIEGEL 13/2011
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