28.03.2011

SPIEGEL-GESPRÄCH„Ihr spinnt, Mutter ist in der Küche“

Felix Ensslin, Sohn der Terroristin Gudrun Ensslin und des Schriftstellers Bernward Vesper, über den Kinofilm „Wer wenn nicht wir“, seine Suche nach der Wahrheit über seine Eltern und über seine Gefühle für eine Mutter, die ihn für die RAF aufgab
Die Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Aus seinem Professorenzimmer kann Felix Ensslin zu den Wiesen der Schwäbischen Alb blicken, in der anderen Richtung liegt Stammheim. Auf der Schwäbischen Alb wurde er groß, in Stammheim starb seine Mutter. Es sind die Pole seines Lebens.
Felix Ensslin, Jahrgang 1967, ist der Sohn der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin. Sie beging 1977 in Stammheim Selbstmord, von 1972 an war sie dort inhaftiert. Ihren Sohn Felix hatte sie da längst verlassen, er war noch nicht einmal ein Jahr alt, als seine Mutter mit Andreas Baader in den Untergrund verschwand. Felix kam zu Pflegeeltern auf der Schwäbischen Alb, weil auch sein Vater, der Schriftsteller Bernward Vesper, sich nicht um ihn kümmern konnte und sich 1971 in der Psychiatrie das Leben nahm.
Die Frühgeschichte dieses Elternpaares zeigt der Regisseur Andres Veiel in seinem Spielfilm "Wer wenn nicht wir", der derzeit in den Kinos läuft. Gudrun Ensslin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, und Vesper, Sohn des Blut-und-Boden-Autors Will Vesper, hatten sich Anfang der sechziger Jahre beim Studium in Tübingen kennengelernt. Sie gründeten einen Verlag, verlobten sich, zogen nach Berlin. Dort traf Gudrun Ensslin Andreas Baader, für den sie ihren Verlobten und ihren Sohn verließ. Dann endet der Film. Die blutige Geschichte der RAF zeigt er nicht mehr.
Felix Ensslin hatte zunächst abgelehnt, sich zu dem Film zu äußern. Doch nachdem er ihn zweimal gesehen hatte, änderte er seine Meinung. Seit Herbst 2009 ist er Professor für Kunstvermittlung und Ästhetik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
SPIEGEL: Herr Ensslin, der Spielfilm "Wer wenn nicht wir" zeigt die ziemlich tragische Liebesgeschichte Ihrer Eltern. Auch die Figur des kleinen Felix kommt darin vor. Der Regisseur Andres Veiel glaubt, der Film sei für Sie eine Art "Operation am offenen Herzen". Hat er recht?
Ensslin: Ich glaube, dass sich Veiel vielleicht selber streckenweise so fühlte, während der sechs Jahre, in denen er an diesem Film gearbeitet hat. Was mich betrifft, ist Ihre Eröffnungsfrage ein bisschen eine Falle: Sage ich nein, wirkt es abwehrend. Sage ich ja, suggeriert es, ich sei für immer verfolgt von den traumatischen Erfahrungen meiner Kindheit. Außerdem zeigt der Film mehr als bloß eine Liebesgeschichte. Er zeigt auch die verzweifelte Kritik einer Generation an ihrer Herkunft und Gegenwart. Man muss sich vielleicht die Mühe machen, nicht ganz so melodramatisch einzusteigen.
SPIEGEL: Versuchen wir es.
Ensslin: Der Film hat mich teilweise berührt, und es gibt darin Szenen, bei denen ich mit dem Kopf nicke. Aber überwältigt fühlte ich mich nicht. Auch nicht, als würde an meinem offenen Herzen operiert.
SPIEGEL: Erkennen Sie irgendetwas wieder in dem Film? Sie waren ja noch sehr klein, als sich Ihre Eltern getrennt haben.
Ensslin: Nein, im dokumentarischen Sinne nicht. Meine Mutter hat mich 1968 zum letzten Mal gesehen, bevor sie für die Kaufhausbrandstiftung in Frankfurt inhaftiert wurde. Da war ich ein knappes Jahr alt. Da habe ich keine Erinnerungen. Mit meinem Vater ist das anders. Aber ich kann nicht sagen, ob es wirklich Erinnerungen sind oder Rekonstruktionen.
SPIEGEL: Woran meinen Sie sich denn zu erinnern?
Ensslin: Das ist privat und bleibt bei mir. Aber meine Pflegefamilie hat mir folgende Anekdote erzählt: Ich sei als Kind oft mit einem Buch unter dem Arm herumgelaufen und hätte "Vesper-Vater" gespielt, also den Schriftsteller.
SPIEGEL: Sie sind bei einer Landarztfamilie auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen, bei Bekannten der Ensslins.
Ensslin: Nicht nur Landarztfamilie. Die Pflegemutter war Kirchenmusikerin. So kannten sich die Familien: Mein Großvater Ensslin hatte in den frühen fünfziger Jahren als Pfarrer in derselben Gemeinde gearbeitet.
SPIEGEL: Wann haben Sie erfahren, wer wirklich Ihre Mutter war?
Ensslin: Ich habe sehr spät, nachdem auch meine Pflegeeltern gestorben waren, ein psychiatrisches Gutachten des Jugendamts in die Hand bekommen, wo es heißt: "Felix weiß alles, aber er redet nicht darüber, um das Verhältnis zu seiner neuen Familie nicht zu belasten."
SPIEGEL: Was sollte das heißen?
Ensslin: Ich wusste es und wusste es nicht. Dieser Befund spiegelt eine problematische Umkehrung: Das Kind schützt die Erwachsenen vor Dingen, die sie überfordern.
SPIEGEL: Sie haben die Wahrheit über Ihre Eltern so erfolgreich verdrängt, dass Sie sie wirklich nicht mehr wussten?
Ensslin: Verdrängung trifft es nicht ganz. Es ist eher eine Art Ich-Spaltung. Das heißt ungefähr, ich habe immer ins Bewusstsein hochgeladen, was die Erwachsenen um mich herum gerade brauchten.
SPIEGEL: Als die Ereignisse des Deutschen Herbstes 1977 mit der Schleyer-Entführung ihren Höhepunkt fanden, waren Sie zehn. Diese Wochen haben damals das ganze Land aufgewühlt. Etwas davon müssen Sie doch mitbekommen haben.
Ensslin: Undingen ist nicht in Deutschland. Undingen ist auf der Schwäbischen Alb. Zu Hause gab es keinen Fernseher. Es ging irgendwie auch um mich, aber wie und warum - das habe ich nicht verstanden, weil der andere Teil das weit weggehalten hat. Selbst wenn ich das so sage, merke ich, wie anstrengend das für einen kleinen Jungen gewesen sein muss.
SPIEGEL: Und in der Schule?
Ensslin: Ich erinnere mich, dass andere Kinder kamen und sagten, deine Mutter ist im Gefängnis.
SPIEGEL: Was haben Sie geantwortet?
Ensslin: Ich habe gesagt: Ihr spinnt, meine Mutter ist zu Hause in der Küche.
SPIEGEL: Das kann doch nicht sein.
Ensslin: Wieso denn nicht, da war sie ja tatsächlich. Nur war es die Pflegemutter. Wir reden hier von einem zehnjährigen Schwäbisch redenden Dorfkind, das niemand an die Hand genommen hat, dem niemand gesagt hat: Dein Vater ist tot, deine Mutter ist in Haft, und deswegen bist du jetzt hier. Das blieb unausgesprochen oder besser: unbesprochen. Bis eine meiner Pflegeschwestern mir die Wahrheit über meine Mutter erzählt hat.
SPIEGEL: Wann war das?
Ensslin: Das war im Deutschen Herbst 1977. Aber ich zögere, das Erinnerungen zu nennen, denn es sind sicher Narrativierungen von Ereignissen, in die mehr einfloss und die fragmentierter waren. Es waren viele Anmerkungen, Blicke, Begegnungen, Ahnungen, Unsicherheiten, die ich als Kind erlebt hatte und aus denen ich mir irgendeinen Reim machen musste. Irgendwann war es nicht mehr möglich, mein Wissen über den Tod meines Vaters oder über die Abwesenheit meiner Mutter in eine Ecke des Bewusstseins zu drängen. Ich habe es als durchaus traumatisch erlebt, plötzlich zu erfahren: Die, die du Eltern nennst, die, die du Geschwister nennst, sind irgendwie doch nicht deine Eltern, sind irgendwie doch nicht deine Geschwister.
SPIEGEL: Haben Sie später herausgefunden, warum Sie die Wahrheit über Ihre Mutter nicht anerkannt haben und wie es zu dieser perversen Ich-Spaltung, wie Sie sagen, kam?
Ensslin: Sie haben, glaube ich, etwas missverstanden. Ich habe nicht die Wahrheit über meine Mutter nicht anerkannt - was hätte denn da ein zehnjähriger Junge schon verstehen können? Ich habe eher die Wahrheit über mich nicht anerkannt, nämlich dass ich von meinen leiblichen Eltern, von denen ich abhängig gewesen bin, die mich gezeugt und ernährt haben, getrennt worden bin.
SPIEGEL: Sprechen Sie auch deswegen viel von Narrativierungen und Spaltungen, um die Dinge von sich wegzuhalten?
Ensslin: Was meinen Sie denn, was ich von mir weghalte? Sprachen wir nicht vom zehnjährigen Jungen Felix? Ich glaube, viele Kinder erleben so etwas, wenn sie auf keinen Fall sagen dürfen, wie die Dinge wirklich sind. Ich wollte unter allen Umständen den Frieden mit der Pflegefamilie halten. Zumindest vor der Pubertät. Danach hat sich das umgedreht. Da habe ich gekämpft, habe gelogen, gestohlen, bin weggerannt. Bis ich schließlich ganz weg war.
SPIEGEL: Wohin gingen Sie?
Ensslin: Ich wurde Austauschschüler und bin dann später nach New York gezogen. Da kannte mich keiner, aber das war nicht der einzige Grund, glaube ich.
SPIEGEL: Und konnten Sie je klären, warum Ihre Pflegeeltern Sie über Ihre wahren Eltern im Unklaren gelassen haben?
Ensslin: Meine Pflegemutter fühlte sich von der Situation offensichtlich irgendwie bedroht. Manchmal war sie auch stark depressiv und schon mit ihren drei eigenen Kindern und dem Beruf überfordert. Heute denke ich: Da war auch eine Konkurrenz mit Gudrun. Ich habe einen Brief, den sie wohl nie abgeschickt hat, in dem sie Gudrun im Gefängnis vorwirft, sich einen revolutionären Lenz zu machen, während an ihr die ganze Arbeit hängenbleibe. Sie glaubte, es sei besser für das Kind, wenn es mit diesen Dingen nicht konfrontiert würde. Man darf dabei auch nicht vergessen: Meine Pflegeeltern waren die Generation meiner Großeltern, geboren in den zwanziger Jahren. Mein Pflegevater war fünf Jahre lang im Zweiten Weltkrieg.
SPIEGEL: In den Briefen, die sich Ihre Eltern in den Jahren 1968/69 geschrieben haben, als Ihre Mutter wegen der Kaufhausbrandstiftung inhaftiert war, geht es ja auch immer wieder um die Frage, ob es zu rechtfertigen sei, den kleinen Felix in eine eigentlich als reaktionär empfundene Landarztfamilie zu geben.
Ensslin: Es gibt dazu einen Brief, der mich schmunzeln lässt. Darin überlegt Gudrun, wie lange ich in Undingen sein müsste, bis sie ihre ganze Strafe in Frankfurt abgesessen hätte. Sie kommt zu dem Schluss, dass in den wenigen Jahren das Patriarchat bei mir keinen allzu großen Schaden anrichten könne, denn es herrsche bei der Pflegefamilie sowieso das Matriarchat. Womit sie übrigens recht hatte. Trotzdem, die Konstellation bleibt ein Paradox: Ich - mit diesen Eltern eigent-
lich ein Vorzeigekind der 68er - bin eher
unter Verhältnissen aufgewachsen, gegen die die 68er angetreten waren: mit einem Pflegevater, der im Krieg war und nie darüber gesprochen hat. Mit einer sozialen Umgebung auf der Schwäbischen Alb, die 20 Jahre hinterher war. Noch in den siebziger Jahren sagten wir dort zu Chinaböllern "Judenfürze", eine offene Anspielung auf die Shoah.
SPIEGEL: Schwer zu verstehen, dass Ihre Mutter die Welt umstürzen wollte und dann ihr eigenes Kind in Verhältnisse gab, die sie beenden wollte und deswegen zu morden begonnen hatte.
Ensslin: Ja, auf der Liste der Dinge, die einen zum Stottern bringen können, stünde das sicher drauf. Als ich ein Teenager war, habe ich immer von Gudrun nahestehenden Leuten zu hören bekommen: Deine Mutter wollte eben nicht, dass nur du es gut hast, sondern alle Kinder. Aber das ist natürlich Quatsch. Man kann nicht vom Besonderen, also von einem Kind,
auf das Allgemeine, die ganze Menschheit wechseln. Ein Kind ist ein Kind und kein Träger der Allgemeinheit.
SPIEGEL: Ihr Vater Bernward Vesper hat einmal geschrieben, Ihre Mutter habe eine "apokalyptische Vision vom Endkampf", und "dieser unmaterialistischen Annahme wurde Felix geopfert". Fühlen Sie sich geopfert?
Ensslin: Ich sitze hier lebendig, nicht geopfert. Gudrun Ensslin hat ihre Mutterschaft aufgegeben. Ja. Darunter hatte auch ich zu leiden. Aber wenn jemand die Entscheidung trifft, einer einzigen Wahrheit, in diesem Falle der von Gudrun wahrgenommenen Wahrheit der Revolution, alles unterzuordnen, dann wird alles andere eben nur durch diese Linse gesehen. Dass wir das können - auch wenn es zu falschen Konsequenzen führt -, unterscheidet uns: Wir sind keine Tiere. Wir sind nicht nur dazu da, biologisch unser Fortkommen zu sichern.
SPIEGEL: Das klingt nach der kühlen RAF-Logik, dass auf Einzelschicksale keine Rücksicht genommen werden kann.
Ensslin: Ich werde mich nicht zum Kronzeugen dafür machen lassen, dass Gudrun besonders böse war, weil sie ihr Kind verlassen hat, um den bewaffneten Kampf zu führen. Man kann sagen: Der bewaffnete Kampf war falsch, und leider hat Gudrun dafür ihre Mutterschaft aufgegeben. Aber die Umkehrung, dass alle Frauen, die einer anderen Sache treu sind und deswegen keine Mütter sein wollen, besonders böse sind, ist falsch.
SPIEGEL: Andererseits, wenn man die Briefe Ihrer Mutter liest, scheint sie sich nach "Peusche-Meusche", wie sie Sie unter anderem nennt, geradezu zu verzehren. Das geht nicht zusammen.
Ensslin: Ich glaube auch nicht, dass es möglich ist, diese beiden Haltungen zusammenzuführen. Beide Standpunkte gehören zu Gudrun, aber sie gehören nicht zusammen. Das ist, wenn man so will, die Tragik. In den Briefen steht auch, dass sie bis zur Entscheidung der Revision aus dem Knast kommen würde. Sie hätte dann nach Undingen zu mir fahren können. Sie ist aber lieber mit Andreas Baader in den Untergrund abgetaucht. Sie hat die Entscheidung gegen mich getroffen. So ist es. Das letzte Dokument, das ich kenne, in dem Gudrun sich mit mir befasst, ist von 1974 oder 1975. Sie wollte, dass ich zu einer ideologisch genehmeren Familie komme. Gudrun-approved sozusagen.
SPIEGEL: Haben Sie nach Strategien gesucht, Ihre Mutter von ihrer Schuld zu entlasten?
Ensslin: Sie meinen, weil sie mich verlassen hat? Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass ich auch eine liebende, sogar dankbare Haltung gegenüber dem Menschen Gudrun Ensslin, meiner Mutter, einnehmen kann. Sonst würde ich mich ja selbst negieren. Sie hat mich auf die Welt gebracht. Eltern sind eben nicht nur biologische Wesen. Eltern sind auch Erzählungen, sie bestehen aus Geschichten, die einem einen Platz geben in dieser Welt. Deswegen ist ein ausschließlich negatives Urteil über den Ort, von dem man kommt, immer auch eine Selbstschädigung.
SPIEGEL: Gab es Erwartungen an Sie, ob von Gegnern oder Sympathisanten Ihrer Mutter, wie Sie sich als Ensslin-Sohn zu verhalten haben?
Ensslin: Mein Unfall, von dem die Narben in meinem Gesicht stammen, ist dafür ein gutes Beispiel. Ich habe als Zehnjähriger in einem vermüllten Steinbruch nach Fossilien gesucht und mit einem Hammer auf eine Kanüle mit Salzsäure geschlagen, die wohl aus einem Feuerlöscher stammte. Das Ding ist mir ins Gesicht explodiert. Es hieß sofort: Das muss ein Anschlag gewesen sein. Es war ja 1978. Es gab Angehörige, die haben ehemalige Polizisten mit Untersuchungen beauftragt, weil es ihnen schwerfiel, den Unfall losgelöst von Gudrun und der RAF zu sehen. Und plötzlich beginne ich als Kind, mich dafür zu schämen, dass es nur ein Unfall war und kein Anschlag und ich so den Erwartungen nicht gerecht wurde. So wurde ich mit dem tatsächlichen Leid alleingelassen.
SPIEGEL: Haben Sie später Druck verspürt, sich mit der Geschichte Ihrer Eltern auseinandersetzen zu müssen?
Ensslin: Anders geht es ja nicht. Eine Auseinandersetzung muss schon sein. Es gab auch Aufforderungen von außen, wenn zum Beispiel die Widmung in dem Roman meines Vaters "Die Reise", der postum 1977 veröffentlicht wurde, lautet: "Es gibt einen Leser dieses Buches. Felix". Und Margarethe von Trottas Film "Die bleierne Zeit" von 1981 endet mit dem Film-Felix, wie er das Bild seiner Mutter zerreißt und sagt: "Ich muss aber alles wissen." Ja, will ich das? Wenn man 14 ist, braucht man noch Zeit, bis man versteht, dass dies mehr über die aussagt, die das einfordern, als über mich.
SPIEGEL: Andres Veiels Film und auch einige der Briefe, die sich Ihre Eltern geschrieben haben, deuten an, dass andere Lebenswege denkbar waren. Teilen Sie diese Interpretation?
Ensslin: Ja, das war auch ein Grund für mich, zur Buchausgabe der Briefe ein Nachwort zu schreiben. Ich wollte die unglaubliche Wucht der Unausweichlichkeit aufbrechen, die im Nachhinein in ihr Leben eingeschrieben worden ist. Und der Veiel-Film hört nicht umsonst auf, bevor die RAF sich gründet. Vor dem Hintergrund dieser Frage ist das schlau. Der Film zeigt an vielen Stellen, dass es immer wieder Momente gab, in denen auch anderes möglich gewesen wäre. Zwei der vier Kaufhausbrandstifter sind ins normale Leben zurückgekehrt und nicht RAF geworden. Nur leider war meine Mutter keine der beiden.
SPIEGEL: Herr Ensslin, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
(*) Mit den Redakteuren Martin Wolf und Philipp Oehmke in Stuttgart.
Von Philipp Oehmke und Martin Wolf

DER SPIEGEL 13/2011
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