Pharmazeutische Unternehmen sollen mehr bezahlbare Medikamente für in Entwicklungsländern weitverbreitete Krankheiten produzieren. Nur 10 Prozent der Mittel in der Pharmaforschung würden auf Erkrankungen verwendet, an denen 90 Prozent der Weltbevölkerung litten, kritisiert Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). Gegen Chagas, Dengue, Bilharziose und Elefantiasis werde viel zu wenig getan. Ähnliches gelte für den Kampf gegen HIV, Malaria und Tuberkulose. 20 Millionen Euro will die Ministerin in den kommenden vier Jahren für gemeinnützige "Produktentwicklungspartnerschaften" zur Verfügung stellen. In ihnen sollen staatlich finanzierte Forscher und solche aus der Industrie gemeinsam neue Wege zur Prävention, Diagnose oder Therapie entwickeln. Mindestens die Hälfte der Mittel müssten aus privaten Quellen kommen.
DER SPIEGEL 14/2011
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