04.04.2011

ISRAEL

Dem Himmel so nah

Römer, Kreuzritter und Osmanen haben in Jerusalem ihre Spuren hinterlassen, und Nir Barkat will ihnen nicht nachstehen: Der Bürgermeister plant ein neues Zentrum für die Heilige Stadt von Juden, Muslimen und Christen. "Wir befinden uns inmitten einer Revolution", sagte er bei der Vorstellung des neuen Plans. In etwa fünf Jahren soll Jerusalem die führende Stadt Israels und nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Barkat war einmal ein Jungunternehmer, der schnell reich wurde. Jetzt ist Jerusalem sein Unternehmen, eine bisher eher arme Kommune. Jerusalem ist zwar Hauptstadt, hat fast 800 000 Einwohner und existiert seit mindestens vier Jahrtausenden, aber noch immer ist Tel Aviv, gerade 100 Jahre alt und halb so groß, das Zentrum von Kultur und Kommerz. Mehrere Großprojekte sollen das jetzt ändern. Sie sollen Dutzende Geschäftshäuser, Luxusapartments und Hotels beherbergen, Ministerien sowie Regierungseinrichtungen aus Tel Aviv aufnehmen und Hightech-Firmen anlocken. Dafür wird der Westen der Stadt umgestaltet. Vor allem die Hochhäuser mit 24 und 32 Stockwerken werden das Stadtbild verändern. Der amerikanische Architekt I. M. Pei will einen Turm bauen, um die Ecke plant sein Kollege Daniel Libeskind eine vertikale Welle aus Sandstein und Glas, 24 Etagen hoch. Bisher waren Hochhäuser dieser Größenordnung in Jerusalem verboten, und es galt die Regel, dass alle Fassaden aus cremefarbenem Sandstein errichtet werden müssen. Aber auch da ist die Stadt jetzt bereit, Kompromisse zu machen. "Wir werden flexibel sein, vielleicht reichen 50 Prozent Stein", sagt David Uziel, der im Bürgermeisteramt für die Neubauten zuständig ist. "Es soll ja nicht wie eine Festung aussehen."


DER SPIEGEL 14/2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 14/2011
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon sonntags ab 8 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

ISRAEL:
Dem Himmel so nah