04.04.2011

ARCHITEKTURBeethoven 21

In der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn kämpfen wütende Bürger gegen den Bau eines Konzerthauses - das sie nicht einmal bezahlen müssten. Von Katja Thimm
Hans Hinterkeuser gehört zu jenen Einwohnern der Stadt, die Oberbürgermeister Nimptsch fürchtet. Hans Hinterkeuser trägt Baskenmütze, er singt im Philharmonischen Chor, er fährt viel Fahrrad, und ohne Greenpeace und Amnesty International mag sich der pensionierte Lehrer die Welt nicht vorstellen. Aber Jürgen Nimptsch, oberster Stadtherr in Bonn am Rhein, trommelt auf den Tisch im großen Besprechungsraum, wenn er von Herrn Hinterkeuser spricht. "Das ist einer von denen, die sich anketten würden", sagt er. "Ganz sicher. Und dann haben wir hier Stuttgart 21."
"Beethovenhalle" heißt das Gebäude, das Hans Hinterkeuser retten will, benannt nach dem berühmten Sohn der Stadt. Seit 1959 liegt es geduckt am Fluss, seit 21 Jahren steht es unter Denkmalschutz. Bescheiden wie die Bonner Republik sollte die Beethovenhalle immer wirken, unprätentiös, praktisch, eine für
alle und für alles. Drei Bundespräsidenten wurden hier ins Amt gewählt, Kaninchenzüchter luden zu Leistungsschauen. Ministerbankette, Karnevalssitzungen, Konzerte. Ein Parkplatz in Nierentischform gehört dazu, ein Garderobengang mit Spiegelwand, eine Bühne; im Herbst stehen dort rechts und links Gladiolen. 2000 transportable Stühle. Noch immer dient der Bau in Bonn allem und jedem. Noch immer ist er auch der einzige große Konzertsaal der Stadt.
"Die Halle ist ein Juwel", sagt Hans Hinterkeuser, der 66 Jahre alt ist. "Sie symbolisiert jene Zeit, als Deutschland noch bescheiden auftrat." Es war eine gute Zeit, findet er. Seine Zeit.
Doch beim Eröffnungskonzert des letzten Beethovenfestes, des großen Bonner Festivals im Spätsommer, kollabierte ein Herr im Publikum. Es war schwül und die Klimaanlage einmal mehr defekt, die Pianistin Hélène Grimaud unterbrach ihr Spiel. Kurt Masur entrüstete sich über marode Bühnentechnik, als er zuletzt in Bonn dirigierte, an der Decke schwebten da noch Luftballons der letzten Über-30-Party. Kent Nagano irrte durch die Stuhlreihen auf der Suche nach einem akustisch unbedenklichen Platz, und der chinesische Pianist Lang Lang rief nach einem Auftritt: "Reißt dieses Ding ab!"
Und tatsächlich, die Halle könnte abgerissen werden. Es liegen Pläne für ein neues Festspielhaus parat, das den Mehrzweckbau von Siegfried Wolske ersetzen soll, große Entwürfe großer Architekten. Zwei Manager haben sich um alles gekümmert, denn das Konzerthaus ist als Geschenk der ortsansässigen Konzerne an die Stadt gedacht.
Doch das kostspielige Präsent treibt die Bonner in bittere Auseinandersetzungen. Von neuen Dimensionen aus Klang und Architektur schwärmen die einen - und die anderen wollen gar nichts davon wissen. Von "Größenwahn" und einem "undemokratischen Verfahren" reden sie, und über die Beliebigkeit der Stararchitektur schimpfen sie auch. Eine Koalition aus Gemütsmenschen, Denkmalschützern und Heimatverbundenen hat sich formiert am Rhein. Es wird gestritten wie seit Jahren nicht.
Denn es geht um mehr als um Kultur und um eine Mehrzweckhalle. Es geht auch um Geborgenheit und um den unwirtlichen Wind der weiten Welt, um Kleinmut und Aufbruch und um die Frage, ob die Menschen in der alten Bundeshauptstadt überhaupt so sein wollen, wie es das neue offizielle Image vorsieht: aufstrebend. Wettbewerbsorientiert. International. Lauter globale Spieler an einem globalisierten Standort. 20 Jahre nach der Entscheidung, Regierung und Parlament an die Spree zu verlegen, verabschiedet sich die Stadt noch immer von der Bonner Republik.
Hans Hinterkeuser hat einen Verein mitgegründet, sechs Universitätsprofessoren unterstützen "ProBeethovenhalle" als Kuratoren, und Walter Scheel, der vierte Bundespräsident der Bonner Republik, übernahm 91-jährig und in Erinnerung an "Momente, die unvergesslich bleiben", die Schirmherrschaft. All jene aber, die mit dem großen Wurf gerechnet haben, hat die Wut gepackt und Entsetzen, Verständnislosigkeit.
Sie mahnen, bald kämen die Stars nicht mehr zum Musizieren, sie fürchten um Konkurrenzfähigkeit, sie sprechen von "Standortpolitik", von "Beethoven als Dachmarke" und einer einmaligen Chance. Im Dezember 2020 jährt sich der 250. Geburtstag des Komponisten, geboren in Bonn, Bonngasse, Haus Nummer 515, im März 2027 steht sein 200. Todestag bevor. Es könnten rauschende Zeiten werden, voller Musik, voller Touristen, und der abgelegte Regierungssitz könnte mit neuem Image in die Welt strahlen - Festspielstadt Bonn, das Salzburg am Rhein.
Sie haben ihren eigenen Verein gegründet, die "Fest.Spiel.Haus.Freunde". Ihre Vorsitzende heißt Monika Wulf-Mathies, sie war Gewerkschaftsfunktionärin, dann Kommissarin bei der Europäischen Union, schließlich Führungskraft bei der Deutschen Post, sie hat schon größere Projekte bewegt als eine Bürgerinitiative zur Rettung eines Neubaus. Siegesgewiss wirkt sie nicht. "Es herrscht in Bonn eine merkwürdige Begeisterung für Provinzialität", sagt sie. "Wer ein architektonisches Kunstwerk bekommen soll, das die internationale Bedeutung Beethovens verkörpert, müsste doch eigentlich sagen: Bitte, bitte, her damit."
Doch ihren Oberbürgermeister, Parteifreund auf dem Papier, hat der Mut verlassen. Vor zwei Jahren noch, als er seinen Posten als Gesamtschuldirektor verließ und für die SPD sein Büro im Stadthaus bezog, focht er für Weltklassearchitektur und Weltklassekonzerte. Inzwischen aber meint er, seine Bürger sollten direkt darüber abstimmen, ob die alte Halle abgerissen werden soll. Er will Hans Hinterkeuser nicht an Ketten liegend in der "Tagesschau" sehen, bloß kein Stuttgart 21 am Rhein, er hat bereits genug Probleme. Ein millionenteurer Investitionsskandal lähmt seine Stadt.
Vor fünf Jahren, als die Ersten über ein neues Festspielhaus nachdachten, herrschte in Bonn das altvertraute Wohlgefühl. Seit Konrad Adenauer den einst kurfürstlichen Residenzort 1949 zum Sitz der bundesdeutschen Politik erwählt hatte, hatten Bonner Bürger immer mehr als andere in vergleichbar großen Städten: mehr Schwimmbäder, Bibliotheken, Museen, Theater; Oper, Orchester und Kleinkunst. Sie mussten auch weniger dafür tun. Und als Parlament und Regierung 1999 nach Berlin umzogen, blieb das Wohlgefühl in der Stadt. Zwar passte den meisten Einwohnern die Entscheidung des Bundestags nicht, noch dazu mit knapper Mehrheit und den Stimmen der PDS. Aber die Zurückgebliebenen lebten mindestens so gut wie vorher.
Ein "Berlin-Bonn-Gesetz" regelte, dass sieben Ministerien ihren Hauptsitz auf unbestimmte Zeit am Rhein behalten sollten, und als Ausgleich für zahlungskräftige Diplomaten und Regierungsmitglieder erhielt die alte Bundeshauptstadt 1,44 Milliarden Euro. Aus der Bundespost, dem ehemaligen Staatsbetrieb, wurden die Dax-Unternehmen Deutsche Post, Telekom und Postbank; auch Forschungsinstitute und Geschäftsstellen der Vereinten Nationen zogen in das ehemalige Regierungsviertel. Seit 1996 ist Bonn die einzige Uno-Stadt in Deutschland, und unter den 320 000 Einwohnern leben Zugezogene aus 179 Nationen und auch die wohlhabendsten Pensionäre Nordrhein-Westfalens. Welcher Ort, wenn nicht dieser, sollte sich anbieten, endlich ein echtes Konzerthaus zu beheimaten? Wo sonst sollte sich ein Publikum finden für Klassik, Jazz, Moderne, Weltmusik?
"Am Anfang", sagt Monika Wulf-Mathies, "waren ja auch alle begeistert von dieser Idee." Am Anfang hätte sie nie daran gedacht, sich in dieser Sache einmal zu engagieren. Sie hielt sie für einen Selbstläufer.
Sie hat in ihr Haus eingeladen, Jugendstil und hohe Decken; sie bietet Espresso an und einen Kuchen, um die Schultern trägt sie farbenfrohe Seide. "Es ist ein gewaltiges Zukunftsversprechen mit dem Neubau verbunden", sagt die ehemalige Gewerkschafterin, Managerin, "eine krisensichere Idee für Bonn."
Dax-Konzerne können verschwinden, die Ministerien ihren Bonner Dienstsitz verlieren, Forschungsinstitute finden sich auch andernorts, die ausgedienten Stätten der frühen bundesdeutschen Demokratie interessieren nachwachsende Generationen schon jetzt nicht mehr - aber Beethoven wird auch in 500 Jahren noch am Rhein geboren sein. Zu einem ultimativen Wallfahrtsort könne die Stadt sich entfalten, meinen die Festspielhausfreunde, so wie Salzburg, der Geburtsort Mozarts, des anderen mythenmächtigen Komponisten aus dem 18. Jahrhundert. Allein die Festspiele dort besuchen in jedem Jahr mehr als 200 000 Touristen. Und jeder bringt Salzburg etwa 2700 Euro.
Es waren Kulturschaffende, Mitglieder im Kulturrat, die vor fünf Jahren zum ersten Mal von einem neuen Konzerthaus sprachen, und Wirtschaftsexperten der Deutschen Post, der Postbank, der Telekom und der Sparkasse, die dann Tatsachen schaffen wollten. Es sollte ein einzigartiges Projekt deutschen Kultursponsorings werden.
75 Millionen Euro stellten die Verantwortlichen der Konzerne in Aussicht, wenn nötig auch mehr. Um die üblichen Verzögerungen städtischen Bauens auszuschließen, planten sie, das Haus in Eigenregie zu errichten und der Stadt schlüsselfertig zu übergeben. Sie erarbeiteten Machbarkeitsstudien und Businesspläne, sie suchten Unterstützung bei Unternehmensberatungen, sie sammelten Vorschläge von zehn weltbekannten Architekten.
Mehrmals begutachtete eine Runde aus Stadtvertretern, Unternehmensgesandten, Kulturschaffenden und Politikern die Entwürfe. Auch Peer Steinbrück, ehemals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, stimmte mit, als im Juni 2009 der gebrochen funkelnde "Diamant" der Londoner Architektin Zaha Hadid und die geschwungenen "Wellen" des österreichisch-luxemburgischen Teams Hermann & Valentiny in der engsten Auswahl blieben.
Der Stadt, so lautete die Absprache mit den Investoren, blieben zwei Aufgaben: Sie sollte den Bauplatz zur Verfügung stellen und das Festspielhaus betreiben. Höchstens drei Millionen Euro im Jahr würde sie der Unterhalt kosten, so hatten die Wirtschaftsmanager gerechnet. Und die Last für den laufenden Betrieb sollte die Stadt nicht ohne Hilfe schultern. Geplant war eine Stiftung, mitgetragen von Bund, Land, dem angrenzenden Rhein-Sieg-Kreis und mittelständischen Unternehmen. Allein der Kulturstaatsminister versprach 39 Millionen Euro: Man betrachte es als nationales Anliegen, das Erbe Ludwig van Beethovens zu pflegen.
"Aber leider", sagt Monika Wulf-Mathies und bietet noch einmal Kuchen an, "kippte dann die Stimmung."
Denn wie ein fauler Frontzahn steht bereits ein unvollendeter Neubau am Bonner Flussufer, schwarz und ohne Innenleben. Das WCCB, das World Conference Center Bonn, ist Sinnbild eines Traumas, ein alles lähmender Dämon.
Seit einem Jahr ruht der Bau, 130 Millionen Euro stecken schon darin, doch Bonn braucht diese Tagungsstätte, um seinen Ruf als Uno-Stadt zu sichern. Niemand aber weiß, wie teuer das WCCB noch werden soll, wer die Kosten übernehmen wird, wann die Arbeiten ein Ende finden. Der koreanische Investor ist verhaftet. Herr Man-Ki Kim war nicht solvent, aber das war in Bonn lange nicht bekannt. Es hatte auch niemand so recht überprüft. Seine Firma heißt SMI Hyundai - und das klingt wie Hyundai, der Name des erfolgreichen Autokonzerns.
"Die Furcht vor einer weiteren falschen Entscheidung in der Stadt sitzt tief", sagt der Oberbürgermeister. Er bemüht sich um Fassung, wenn er von Ratsmitgliedern spricht, die wie gelähmt in ihren Sitzungen monatelang nichts beschlossen - und schon gar nicht den Bau eines Neubaus. Sie ließen die Bonner auch nicht in einem Bürgerentscheid darüber abstimmen, wie es der Oberbürgermeister wünscht.
"Der Rat scheut neue, unüberschaubare Verbindlichkeiten", sagt er. Für mehr als 104 Millionen Euro hat die Stadt im großen Man-Ki-Kim-Projekt gebürgt, nun beschäftigt sie Insolvenzberater, und die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sechs Beamte. Auch die frühere Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, einst Symbolfigur des gelungenen Strukturwandels, steht unter dem Verdacht der Untreue. Sie alle hätten die Katastrophe früher erkannt als benannt, lautet der Vorwurf.
Angst ist jetzt eingezogen in Bonn, die Bundesstadt am Rhein, wo immer alles irgendwie geregelt worden war. Alle Sicherheit scheint in Frage zu stehen. Zudem leidet die Stadt an den Folgen der Weltwirtschaftskrise, 80 Millionen soll sie bis zum Jahr 2015 einsparen. Mit Mühe nur entging sie einem Nothaushalt.
Jürgen Nimptsch hat seine Bürger nun gebeten mitzurechnen; drei Wochen lang haben sie, "Bonn packt's an!", im Internet Sparvorschläge unterbreitet. Die Kultur hat einen schweren Stand darin: Musik gegen Schwimmbäder, Kunst gegen Kindergartenplätze, Premieren gegen Straßenschäden. Festspielhaus gegen den Mehrzweckbau der alten Beethovenhalle.
Der Neubau sei, neben allen anderen Vorzügen, auch die günstigere Lösung, rechnen die Anhänger einer neuen Spielstätte. Allein die Sanierung der Beethovenhalle koste mindestens 20 Millionen. Und wer sich diesem Altbau verschreibe, gefährde das erfolgreiche Beethovenfest, ignoriere, dass ein Konzerthaus auch Stadtentwicklung bedeute, und begreife nicht, dass Dax-Konzerne andere Garanten abgäben als ein Herr Man-Ki Kim. Und schon gar nicht habe er verstanden, dass Bonn dann auf über hundert Millionen Euro verzichte. Das Geld der Stifter und Sponsoren fließe ja
stattdessen nicht in Kindergärten oder Straßenlöcher.
Quatsch, Spekulation, alles unbezahlbar, so halten die Verfechter der Beethovenhalle dagegen. Die Dax-Konzerne hätten eine Milchmädchenrechnung vorgelegt: Ihre Machbarkeitsstudien beruhten doch nur auf geschätzten Einnahmen.
Die Zahl der Kritiker wächst. Seit das Geld knapp wird in der Stadtkasse, sorgt sich auch die Masse der Kulturschaffenden, die in den vergangenen Jahren Millionen einsparte und auf weitere verzichten soll. Die Verantwortlichen des Schauspiel Bonn, Veranstalter kleinerer Festivals wie der "Stummfilmtage", sie alle fürchten zugunsten des Kongresszentrums ausgeblutet zu werden. Und nun auch noch ein Festspielhaus. "Ich vermag es nicht zu ändern", sagt Oberbürgermeister Nimptsch. "Doch solange keine Lösung für das WCCB gefunden ist, lässt sich auch über das Festspielhaus nicht endgültig entscheiden."
Bonn sei wie ein 55-jähriger Junggeselle, hat der österreichische Klangkünstler Sam Auinger einmal gesagt. Einer, der immer bei den Eltern gelebt habe. Und als die Eltern sterben, steht er orientierungslos da.
Monika Wulf-Mathies erzählt es so, amüsiert-verzweifelt. Bonn müsse endlich erwachsen werden, sagt sie. "Und dazu gehört eben, sich zu entscheiden und im Zweifel dafür einzustehen, eine Zukunftschance vertan zu haben."
Unbegrenzt wird die Zusage des Kulturstaatsministers, 39 Millionen Euro zu überweisen, nicht bestehen. Die Verantwortlichen der Telekom haben sich bereits distanziert, sie wollen nun nur noch zum Unterhalt einer neuen Konzerthalle beitragen. Die Post-Manager halten an ihrem Wort fest - wenn sich Stadt und Bürger eindeutig für ein "Festspielhaus auf Weltniveau" aussprechen. Und sie könnten, so wird in Bonn spekuliert, den Bau ja auch allein bezahlen.
Die Festspielhausfreunde sprechen längst davon, die Beethovenhalle zu belassen und Diamant oder Wellen an einen anderen Ort zu verlegen, etwa in die Auen am Rhein. Aber zwei Hallen, das kann sich Oberbürgermeister Nimptsch dann doch nicht vorstellen. Zwei Hallen seien nur denkbar, wenn sie die Stadt keinen zusätzlichen Euro kosten würden, meint er.
Schon jetzt hat der Wirtschaftsaufschwung ihr für dieses Jahr über 28 Millionen Euro Steuern mehr eingebracht als erwartet. Und wenn es nicht einmal Bonn wagt, eine neue Spielstätte für Kultur zu errichten, wer dann? Wer aus Münster oder Wuppertal an den Rhein blickt, wo man das meiste immer aus eigener Kraft schaffte, muss ein Muttersöhnchen vor sich sehen.
Immerhin, die Ratsmitglieder sind aus der Starre erwacht. Die Mehrheit will nun die Zwangsversteigerung des Kongresszentrums vorantreiben, außerdem soll die Stadtverwaltung prüfen, wie sich die Bauruine in einem sogenannten Heimfall erwerben und mit dem Geld aus der Stadtkasse fertigstellen lässt. Spätestens nach der Sommerpause soll sie auch alle noch offenen Fragen zum Festspielhaus geklärt und eigene Kostenanalysen vorgelegt haben. Spätestens dann könnten die Bonner in einem Bürgerentscheid über einen neuen Konzertbau abstimmen.
Und wenn sie sich gegen Wellen oder Diamant entscheiden?
Dann werde aus dieser Stadt wohl nichts Besonderes mehr, meinen die Festspielhausfreunde. Nun ja, vielleicht das größte Freilichtmuseum der Bonner Republik. ◆
(*1) Von Zaha Hadid (o.), Hermann & Valentiny.
(*2) In der Beethovenhalle in Bonn 1969.
Von Katja Thimm

DER SPIEGEL 14/2011
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