11.04.2011

FUSSBALLDas System Klopp

Das Erfolgsmodell des Trainers von Borussia Dortmund ist auf Opferbereitschaft und Gemeinsinn aufgebaut. So motiviert er seine Spieler zu Höchstleistungen. Das Prinzip funktioniert, weil der Mann aus dem Schwarzwald Menschen begeistern kann.
Als der Agent Marc Kosicke noch Marketingmann bei einem Sportausrüster war, bekam er mal Besuch von Jürgen Klopp. Der damalige Trainer von Mainz 05 rückte mit seinem Anwalt an und fiel gleich mit der Tür ins Haus. Er hätte gern einen Nike-Vertrag. "Das passt zu mir", sagte er.
Das war ambitioniert. Werbeverträge des als hip geltenden Unternehmens gibt es für Stars wie Wayne Rooney oder Cristiano Ronaldo; hier saß ein aufgestiegener Fußballlehrer aus Mainz. Kosicke sagte, es könne schwierig werden.
Später gingen die drei in Wiesbaden ein Bier trinken, auf der Toilette traf Klopp den Marketingmann allein. Er brauche für den Nike-Vertrag nur so viel, wie ihn der Anwalt koste, flüsterte er Kosicke zu. Er selbst wolle kein Geld, allenfalls von Nike die Klamotten.
Die Sache ging klar.
Kosicke erzählt die Anekdote, weil sie zu seinem heutigen Klienten Jürgen Klopp passt. Klopp ist forsch und direkt, hat keine Angst, und er weiß, was er will. Diese Abmachung passte in seine Karriereplanung: Wer einen solchen Vertrag hat, gilt als gefragt; dass er kein Geld bekam, musste ja keiner wissen.
Klopp, 43, denkt oft und gern voraus. Ebenso wenig wie die Laufwege seiner Mannschaft aus dem Stegreif kommen, sind die Lebenswege des Trainers improvisiert. Nur weil er so schlagfertig antworten kann, ist "Kloppo", wie ihn alle nennen, nicht ausnahmslos spontan. Wenn er etwas erreichen will, geht er besonnen und methodisch vor, allerdings kann er sich mit Haut und Haaren darauf einlassen. Und weil er Menschen begeistern kann, wollen es mit dem gleichen Eifer auch seine Spieler erreichen.
So funktioniert das System Klopp. Und Kenner der Szene bei Borussia Dortmund werden seit geraumer Zeit den Verdacht nicht los: Der Club wird in dieser Saison wohl nicht einfach nur mit Trainer Klopp Deutscher Meister, sondern wegen Klopp.
Neulich im zähen Heimspiel gegen Hannover 96, sein Team wirkte unbeholfen und einfallslos, machte Dortmunds Trainer wie ein Fluglotse mit ausgebreiteten Armen auf sich aufmerksam. Seine Gesten verlangten augenscheinlich einen schnellen Wechsel vom linken auf den rechten Flügel. Dorthin flog prompt der Ball, dort war der freie Raum, von dort kam die Flanke - Kopfball, Tor, 2:1.
Viele mögen den langen Schwarzwälder immer noch für einen reinen Motivator halten, einen Menschenfänger zwischen Stimmungskanone und Gute-Laune-Bär. Wenn Dortmunds blutjunge Mannschaft wirklich den Titel holt, wird sie das aber weniger seinen Entertainer-Qualitäten verdanken. Klopp hat seine größten Stärken als Fachmann.
Nach dem 4:1 gegen Hannover kleben ihm die Haare an der Stirn, er wirkt aufgewühlt und erklärt den zähen Verlauf. "Es geht nicht darum, dem Gegner überlegen zu sein", sagt er, "sondern darum, ihn so zu bearbeiten, dass sich irgendwann daraus Vorteile für uns ergeben."
Bearbeiten. Klopp hatte das Team bei sommerlichen Temperaturen im ewigen Kapuzenpullover, seinem Arbeitsdress, zum unermüdlichen und systematischen Kampf dirigiert. Sein Kollege Mirko Slomka hatte nichts dirigiert und im Freizeithemd zugesehen, wie Hannovers Elf bei wachsendem Widerstand in ihre Einzelteile zerfiel.
Das hat nicht nur mit Temperament zu tun. Jürgen Klopp hat in seinem Beruf früh erkannt, dass im modernen laufintensiven Fußball mit noch größerem Willen, noch größerer Opferbereitschaft und noch stärkerem Gemeinsinn noch mehr erreicht werden kann - eine einfache Rechnung. So motiviert er seine Spieler, "persönliche Bestleistungen" zu erzielen. Unterm Strich ergibt sich, dass die gesamte Elf 120 und mehr Kilometer pro Spiel rennt, das reicht dann meistens.
Schließlich wird nach Plan gerannt. Der Trick besteht darin, dass die Tore bereits vorbereitet werden, wenn der Gegner noch den Ball besitzt. Klopps Mannschaften erobern die Kugel so früh und so weit vorn, dass meist nur ein einziger Pass nötig ist, bis einer schussbereit vor dem Tor steht. "Wir stechen nicht einfach durch die Gegend wie die Hornissen", hat er in Mainz mal erklärt, "wir locken den Gegner und stechen dann zu."
So geht das auch in Dortmund, das ist das System. Es passt zu ihm. "Bei jedem Einsatz Höchstleistung", das ist sein Slogan, nicht nur beim seltsam hölzernen TV-Werbeauftritt für klumpenfreien Tapetenkleister, einem Spot, in dem er sich selbst missfällt. Er hat dafür gesorgt, dass er bei Sky nicht mehr so häufig gezeigt wird.
Natürlich kommt es auch darauf an, wie er ankommt. Seinen Spielern macht er deutlich, dass es "nicht uncool" sei, sich "komplett" zu verausgaben. Wenn sie im Training einer Anweisung nicht folgen, stellt er klar: Dies sei "kein Vorschlag" von ihm gewesen.
Die Fans mögen das, sie haben dem Dortmunder Vorkämpfer ein Lied gewidmet. Die Melodie kennt man in Deutschland aus der Putzmittelwerbung ("Der General"), der Text geht so: "Jürgen Klopp, Jürgen Klopp, Jürgen Klopp. Jürgen Klopp, Jürgen Klopp, Jürgen Klohopp. Jürgen Klopp, Jürgen Klopp, Jürgen Klopp. Jürgen Klohopp, Jürgen Klopp."
Mehr muss man vielleicht gar nicht sagen. Der Name ist Programm, eine Marke wie die Kappe und der Dreitagebart.
Als er zum Confederations Cup 2005 seinen Nebenjob als ZDF-Experte für Spiele der Nationalmannschaft antrat, gab es wegen des legeren Aufzugs noch Zweifel. Auch Franz Beckenbauer war damals noch beim Zweiten unter Vertrag, und einer von dessen Beratern bedeutete dem Sender: Gern komme der Franz nach Spielende zum Moderator vor die Kamera, aber nur wenn dieser zottelige Klopp nicht mit im Bild sei.
Zwei Tage vor dem Hannover-Spiel sitzt der Mann nun in Jeansjacke und weißen Turnschuhen in einer Loge des Dortmunder Stadions mit Blick auf das Spielfeld. Er hat sich auf dem Weg hierher durch den Presseraum zwei Wurstbrötchen und eine Cola geschnappt, nachher ist Training, für eine Mittagspause keine Zeit. Er hat zugenommen.
Zur Sprache kommt, dass er während der Spiele und noch kurz danach immer so impulsiv wirkt und in Situationen wie dieser jetzt eher ausgeglichen. Das Wort gefällt ihm. "Ich bin komplett ausgeglichen. Was mir Sicherheit und Ruhe gibt, ist, dass ich das, was ich mache, kann. Ich habe nie das Gefühl, überfordert zu sein."
Und was ist während der 90 Minuten, in denen man manchmal den Eindruck gewinnen kann, dass er gerade den Verstand verliert? "Könnte ich da mein Verhalten steuern, wäre ich nicht so."
Das stimmt wohl, denn Auftritte wie jener im März, als er zähnefletschend einen Betreuer von Mainz 05 durch die Gegend schubste, sind ihm peinlich. Andererseits kann er auch in stressfreien Situationen herablassend und verbissen sein, wenn er etwa über einen Trainerkollegen spricht, der einen seiner Spieler kritisiert hat. Klopp will aber nicht, dass darüber geschrieben wird.
Meistens kann er die Dinge steuern. Er plant sie. Als Jugendspieler wechselte er vom Schwarzwaldclub SV Glatten zum TuS Ergenzingen, der für seine gute Nachwuchsförderung in Baden-Württemberg bekannt ist. Seinem damaligen Trainer Walter Baur wurde schnell klar, warum: "Er wollte Fußballprofi werden."
Als er Fußballprofi in der Zweiten Liga war und an einem turbulenten Rosenmontag in Mainz vom Spieler zum Trainer befördert wurde, traf ihn das nicht ganz unvorbereitet. Trainer sein war das, was er wollte; auch weil der ein Jahr zuvor gestorbene Vater dies so für ihn vorgesehen hatte.
Norbert Klopp war gelernter Feintäschner, er konnte zum Beispiel Lederbörsen herstellen, arbeitete dann aber als Vertreter für Dübel. Außerdem war er eine Sportskanone: Fußballtorwart, Tennistrainer, Skilehrer. In allen Disziplinen forderte er unerbittlich seinen Sohn. Spaß habe das nicht gemacht, sagt Jürgen Klopp - dankbar und mit Hochachtung.
Im staatlich anerkannten Luftkurort Glatten, 2300 Einwohner, weht vom Balkon seines Elternhauses gegenüber der Schule die schwarz-gelbe Fahne Borussia Dortmunds. In dem dreigeschossigen Gebäude mit der Holzverkleidung wohnt noch seine Mutter Elisabeth, hinter dem Grundstück fließt träge das Flüsschen Glatt. Heute, sagt Jürgen Klopp, sei dies der neue Ortskern; das Rathaus in der Nachbarschaft stand zu seiner Zeit noch nicht da.
Das Elternhaus im Landkreis Freudenstadt, nördlicher Schwarzwald, hat ihn geprägt. Vom Vater habe der Jürgen den Ehrgeiz, sagt sein Jugendtrainer, "von der Mutter die Ausgeglichenheit".
Er ruhe in sich, sagt Kosicke, sein Agent. Der hat an Klopp erprobt, dass Trainerberatung ein Markt sein kann: Werbeverträge, Lobbyismus bei Vereinen, solche Sachen. Jetzt betreut Kosicke auch die Bundesligakollegen Holger Stanislawski, Bruno Labbadia und Michael Oenning neben DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, dem Teilhaber der Agentur, sowie Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann. Einmal im Jahr geht Kosicke mit allen essen, beim letzten Mal entdeckten sie eine Gemeinsamkeit: Sie alle waren mal Klassensprecher.
Jürgen Klopp war, natürlich, sogar Schulsprecher und beim TuS Ergenzingen Mannschaftskapitän. Wenn zum Saisonabschluss eine Rede gehalten werden musste, bei der Weihnachtsfeier ein Sketch aufgeführt wurde: "Klöpple" übernahm. Später in Mainz war er derjenige, der im Mannschaftsbus die Videokassetten einlegte. Zimmerpartner erinnern sich, wie er den Qualm seiner Zigaretten in den Abzugsschacht der Toilette blies.
Um die Häuser zog er mit den Kameraden selten. Klopp war früh Familienvater geworden. Er hatte wenig Zeit. Während des Studiums der Sportwissenschaft jobbte er bei einem Filmverleih. Wenn ein Referat zu fertigen war, überließ er einem Kommilitonen die schriftliche Ausarbeitung. Er trug vor.
Heute loben alle seinen Fleiß, seine nachhaltige Arbeit. "Er verschleißt sich nicht", sagt Dortmunds Manager Michael Zorc nach nunmehr drei Jahren Klopp. So lange haben sie diese Saison vermieden, von der Meisterschaft zu reden, dass die kollektive Weigerung fast geheimbündlerische Züge trug. Der Widerstand gegen die ständig lockende Presse schweißte zusammen. Klopp sagt seinen Spielern: "Es versteht sowieso niemand, was wir hier machen."
Der bisher größte Triumph der Saison stellte sich schon Anfang Februar ein. Anlässlich eines Länderspiels war die italienische Nationalmannschaft zu Gast in Dortmund, und ihr Trainerteam um Chefcoach Cesare Prandelli besuchte die Borussia. Da sagten die Italiener, dass sie Klopps Arbeit schätzten. Der Fußball erinnere sie an jenen AC Mailand zu Zeiten von Arrigo Sacchi, der wegen seiner choreografischen Formationen und sich systematisch verschiebenden Mannschaftsteile 1989 eine Revolution war. Noch heute wird das als hohe Schule der Taktik gerühmt. Klopp findet den Vergleich "großartig".
Den Sacchi-Fußball hat ihn Wolfgang Frank gelehrt. "Er hat uns alle geprägt", sagt Klopp über die damalige Mainzer Mannschaft, aus der sich viele Trainer rekrutierten. Der Schwabe Frank, als Spieler in Braunschweig und Dortmund groß geworden und als Fußballlehrer in der Schweiz sozialisiert, kam 1995 nach Mainz. Weil die Hinserie in die Hose ging, musste er zur Winterpause etwas ändern.
Also führte Frank ein, was er sich bei Schweizer Auswahlmannschaften abgeschaut und auf Videos des AC Mailand gesehen hatte: Raumdeckung, ballorientiertes Spiel, Viererkette statt Libero.
Wie Sacchi rammte Frank Stangen in den Trainingsrasen und ließ ohne Ball Formationen laufen, stundenlang. Für den damaligen Verteidiger Klopp ergab sich ein neues Fußballbild: "Frank hat unsere Spielergebnisse ein Stück unabhängig gemacht von unserem Talent. Bis dahin hatten wir gedacht: Sind wir die schlechteren Spieler, verlieren wir." Jetzt konnte ein eigentlich unterlegenes Team dank besserer Organisation mindestens gleichwertig sein.
Wolfgang Frank, 60, sitzt im Restaurant eines Hotels in Jena. Er hat sich vom Buffet ein Stück Käsesahnetorte genommen, vor ihm liegen eine blaue Schreibmappe und ein gelber Textmarker. Er ist jetzt Trainer bei Carl Zeiss Jena.
Die Frage steht im Raum, warum er, das große Vorbild, in der Dritten Liga angelangt ist, während sein Schüler wahrscheinlich in Dortmund Deutscher Meister wird. Es scheint für ihn die Frage seines Lebens zu sein, Frank hat sie auch neulich Ottmar Hitzfeld gestellt, der zur gleichen Zeit wie er in Deutschland als Trainer anfing: "Irgendwas muss ich falsch gemacht haben."
Frank kennt die Antwort selbst. Er meint, dass er zu emotional sei und mit Niederlagen nie umgehen konnte. Einmal grübelte er auf der Heimfahrt nach einer Abfuhr in Leipzig so lange im Bus, dass er nach der Ankunft in Mainz kündigte.
Klopp dagegen hat sich kurz nach dem Schlusspfiff immer schon ausgetobt.
Frank beobachtet ihn aus der Ferne und findet es "gigantisch", wie Klopp seine Gruppe führt und durchschnittlich Talentierte starkredet. Oder wie er die beliebten BVB-Profis Sebastian Kehl und Dede ständig für ihre Verdienste lobt, obwohl er sie für seinen Schnell-nach-vorn-Fußball nicht mehr braucht.
Im Büro des Mainzer Clubmanagers Christian Heidel hängt noch ein Foto vom jungen Chefcoach Klopp, der mit grimmigem Gesicht ein Tor feiert. Den aggressiven Jubel haben ihm der Agent Kosicke und seine Ehefrau Ulla vergebens auszutreiben versucht. Heidel sagt, für den Spieler Klopp habe er sich geschämt, wenn der ein gelungenes Tackling mit der geballten Faust zelebrierte.
Heidel, der Manager, hatte an Rosenmontag 2001 die Idee, den Verteidiger Klopp zum Trainer zu machen. Wolfgang Frank war zum zweiten Mal weg, und seine Nachfolger waren daran gescheitert, die Viererkette zu lehren. Der Trainer, der das beherrschte, konnte nur aus der Mannschaft selbst kommen. Ein Anruf im Trainingslager bei Kapitän und Torwart Dimo Wache bestätigte Heidel: Klopp könnte der Richtige sein.
Klopp also steckte die Trainingsstangen wieder in den Rasen, Franks Stangen. Sacchis Stangen.
Er gewann gegen Duisburg und gewann gegen Chemnitz, Heidel hörte seine mitreißenden Spielersitzungen mit an und bekam eine Gänsehaut. "Das ist ein Naturtalent", dachte er. Klopp durfte bis zum Saisonende weitermachen.
Daraus wurden sieben Jahre. Zu seinem Abschied kamen 20 000 Menschen.
Dimo Wache, der Torwart, führt heute ein Sportartikelgeschäft in der Mainzer Innenstadt. Gerade ist er mit dem Laden umgezogen in die Römerpassage, er trägt noch einen Blaumann und eine Kappe, "All Blacks" steht darauf. Zufall, sagt er. All Blacks ist der Name des stolzen neuseeländischen Rugbyteams; über dessen Mythos hat der junge Coach Klopp einst einen Dokumentarfilm im Trainingslager gezeigt. "Ein großartiger Schachzug", sagt Wache. "Das war der Schlüssel."
Die Mainzer Spieler nannten sich fortan die All Reds. Klopp konnte reden und zuhören, er ging mit dem Team auf Kanutour durch schwedische Gewässer und in eine Schwarzwaldhütte mit Selbstversorgung. "Wir haben es ihm aber auch leichtgemacht. Wir waren etwas Besonderes", sagt Wache und reibt den Daumen über die Fingerkuppen, um dem Gefühl nachzuspüren. Nur für den Profi Hanno Balitsch, kein Freund von Klopp, stand das Kameradschafts-Tamtam unter Sektenverdacht.
Klopp galt nun als Experte für Teambuilding. In Dortmund ließ er im ersten Jahr für die Mannschaftssitzung vor dem Revierderby gegen den Erzrivalen Schalke 04 einen Film drehen: Dortmunder Bürger wurden gefragt, was ihnen die Partie bedeute; ein Freund Klopps machte in BVB-Montur Interviews auf dem Schalker Gelände und ließ sich dort beschimpfen. Im Derby schaffte die Borussia dann ein 3:3 - nach einem 0:3-Rückstand.
Eigentlich hatte Jürgen Klopp zu Bayer Leverkusen als neuer Wirkungsstätte tendiert. Er hatte Mainz geprägt und zum Kultverein gemacht, nun dachte er, der dröge Werksclub sei die schönere Herausforderung. Dortmund dagegen sei ja schon emotional. Doch Bayer meldete sich lange nicht, danach war es zu spät.
Oft wurde die Frage gestellt, ob der Starkredner Klopp mit seinem laufintensiven Außenseiterfußball nur in Nischen und in friedlich-familiären Lebensräumen funktioniert. Wenn ihn 2008 die Bayern geholt hätten, als er Uli Hoeneß' Kandidat war, dann wüsste man es jetzt. Damals aber rief der Münchner Manager in Mainz ein zweites Mal an und sagte, der FC Bayern habe sich anders entschieden - für einen "ähnlichen" Trainer.
Das hat Klopp getroffen. Nicht die Absage, sondern dass Jürgen Klinsmann ihm irgendwie ähnlich sein sollte.
Inzwischen haben die Bayern nochmals ausgekundschaftet, ob ein Interesse besteht. Doch jetzt möchte Klopp bis 2014 bei Borussia bleiben, bis dahin läuft sein Vertrag. Er will etwas hinterlassen. Orte, an denen er war, sollten "ein bisschen schöner" geworden sein durch ihn. Das ist seine Maxime, ein hoher Anspruch.
In der Loge, die er gerade verlassen hat, bleiben Brötchenkrümel, und es riecht nach Rauch.
Von Jörg Kramer

DER SPIEGEL 15/2011
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