Günther Oettinger,
57, EU-Kommissar für Energie, ließ in Brüssel kräftige Kerle Kühlschränke schieben, um für umweltfreundliche Geräte zu werben. Auf einer Bahn neben dem Kommissionsgebäude traten mehrere Sportler mit Sackkarren an und simulierten ein Rennen, bei dem natürlich jener gewinnen musste, der das energieeffizienteste Modell transportierte. Der "Sieger" bekam einen symbolischen 1000-Euro-Scheck: So viel Geld hätte ein Haushalt im Durchschnitt gespart, wenn er seit Einführung der Effizienz-Kategorien Mitte der neunziger Jahre stets den umweltfreundlichsten Kühlschrank benutzt hätte, erklärte Oettinger. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident achtet seit seinem Wechsel zur EU auch persönlich darauf, möglichst viel Strom zu sparen. So wirft er in seiner Brüsseler Wohnung die Waschmaschine grundsätzlich nur nachts an, um das Netz besser auszulasten. Auch achtet er darauf, den Fernseher ganz auszuschalten und nicht im Stand-by-Modus zu lassen. Nur auf eine große Limousine mochte er bislang nicht verzichten. Immerhin schaffte er sich ein Hybrid-Modell an.
DER SPIEGEL 16/2011
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