Catherine Ashton, 55, Hohe Beauftragte für die EU-Außenpolitik, klagt über zu große Arbeitsbelastung. Sie mache einen Job, den früher drei Leute erledigt hätten, sagte sie bei einem Mittagessen mit den 27 Außenministern der Europäischen Union am vergangenen Montag in Brüssel. Von ihren Vorgängern habe sie 500 Termine im Jahr geerbt, fügte sie hinzu. Die Britin reagierte damit auch auf Kritik der Mitgliedstaaten an ihrer Amtsführung. Vor einigen Wochen hatte sie die Außenminister gegen sich aufgebracht, als sie eine Sitzung vorzeitig verlassen wollte, um zu einer Nato-Veranstaltung zu fahren. "Du bist die Außenbeauftragte der EU, du bleibst hier", stoppte sie der schwedische Außenminister Carl Bildt. Der Belgier Steven Vanackere warf Ashton vor, sich zu verzetteln: "Man muss Entscheidungen treffen, sich auf die wichtigsten Fragen konzentrieren." Mit Kopfschütteln reagierten die Minister vergangenen Montag, als Ashton einen Wunsch der besonderen Art vortrug: Um flexibler reisen zu können, benötige sie ein "eigenes Flugzeug".
DER SPIEGEL 22/2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.