27.04.1998

AUTOMOBILINDUSTRIEMilliardenpoker um Scania

Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch will nicht nur Rolls-Royce für insgesamt 1,7 Milliarden Mark kaufen, er ist auch an einer wesentlichen Beteiligung oder gar Übernahme des Lastwagenherstellers Scania interessiert. Die Verhandlungen darüber sind weiter fortgeschritten als bislang bekannt. Percy Barnevik, Aufsichtsratsvorsitzender des Hauptaktionärs von Scania, der schwedischen Investmentholding Investor AG, hatte die Firma bereits dem Daimler-Benz-Chef Jürgen Schrempp angeboten. Doch der lehnte ab. Mercedes-Benz, Weltmarktführer bei schweren Lastwagen, will lieber in das eigene Geschäft investieren. Zudem schien Schrempp die Kaufpreisforderung überzogen: Barnevik bezifferte den Wert von Scania auf 16 Milliarden Mark, fast doppelt soviel wie der gegenwärtige Börsenwert. Piëchs Nutzfahrzeugexperten suchen nun nach Möglichkeiten, den Deal zu finanzieren. VW kann nach Piëchs Überzeugung auf dem Nutzfahrzeugmarkt nicht dauerhaft mit seinen Bussen und Kleintransportern bestehen. Scania, in Europa drittgrößter Hersteller schwerer Lkw (nach Mercedes-Benz und Volvo),wäre eine ideale Ergänzung. VW weigert sich, den beabsichtigten Deal zu bestätigen.

DER SPIEGEL 18/1998
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 18/1998
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

AUTOMOBILINDUSTRIE:
Milliardenpoker um Scania

  • Mount Tai: Der Eisfall am heiligen Berg
  • Brexit-Comedy: Gollum-Schauspieler parodiert erneut Theresa May
  • Theresa May präsentiert Plan B: "Ein zweites Referendum würde eine falsche Botschaft senden"
  • Vermisster Zweijähriger in Spanien: Einsatzkräfte stellen ersten Rettungstunnel fertig