11.06.2011

U-BOOT-AFFÄREVerdächtige Millionen

In der Schmiergeldaffäre um den Verkauf deutscher U-Boote nach Griechenland könnte der frühere griechische Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos noch weiter in Erklärungsnot geraten. In seinem Abschlussbericht wirft der Untersuchungsausschuss des Parlaments in Athen dem Sozialisten Bestechlichkeit und Geldwäsche vor. Hintergrund sind fragwürdige Zahlungen in Höhe von 7,5 Millionen Euro an eine Firma namens Torcaso, die einem Verwandten von Tsochatzopoulos gehören soll. An die Firma mit Sitz auf Zypern und in Athen sollen unter anderem über eine panamaische Offshore-Firma namens Morelia Gelder von einem Namenskonto "Kyros" beim Bankhaus Morgan Stanley in Zürich geflossen sein. Die Namen Kyros und Morelia tauchen in einer internen Schmiergeldliste auf, über die der SPIEGEL (06/2011) berichtete. Laut dieser Liste soll der mit der Abwicklung des U-Boot-Geschäfts betraute Essener Ferrostaal-Konzern am 5. Dezember 2002 gut zwei Millionen Euro an Kyros und weitere 890 000 Euro an Morelia bezahlt haben. Der Untersuchungsausschuss des griechischen Parlaments schlägt nun vor, Tsochatzopoulos auf Schadensersatz zu verklagen und Vermögenswerte zu pfänden. Zudem empfehlen die Politiker, Strafverfahren und Schadensersatzklagen, auch gegen Ferrostaal, wegen "ausgedehnter Bestechung" einzuleiten. Beim Verkauf von vier U-Booten der Kieler HDW-Werft an Griechenland sollen nach Erkenntnissen der Münchner Staatsanwaltschaft Schmiergelder in Millionenhöhe geflossen sein. Tsochatzopoulos streitet alle Vorwürfe ab. Er sei an der Firma Torcaso weder direkt noch indirekt beteiligt, noch habe er von dieser Zahlungen erhalten.

DER SPIEGEL 24/2011
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U-BOOT-AFFÄRE:
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