18.07.2011

ARCHÄOLOGIEIrrgärten der Unterwelt

In Bayern ziehen sich über 700 „Erdställe“ durch den Boden - unterirdische Geheimgänge, deren Sinn niemand versteht. Waren es Seelengräber? Oder Gefängnisse für Dämonen? Archäologen erkunden die rund tausend Jahre alten Gewölbe, um ihren Ursprung zu enträtseln.
Barfuß stapft Beate Greithanner die saftigen Wiesen des Doblbergs empor. Im Hintergrund strahlen schneebedeckte Alpengipfel. Die Bäuerin zeigt auf ein Loch in der Erde. "Hier hat die Kuh gegrast", sagt sie, "plötzlich brach sie bis zur Hüfte ein."
Ein Krater tat sich auf.
Am Tag nach dem Fehltritt der Kuh untersuchte Gatte Rudi die Öffnung. Neugierig schob er den Kopf hinein und zwängte sich in den finsteren Schlund. War da vielleicht ein Schatz versteckt? Der Tunnel führte schräg hinab, eng und feucht, als wäre er das Gedärm eines Riesensauriers.
Der Landwirt hörte nichts mehr, die Luft wurde stickig, er bekam Angst - und brach die Erkundung ab.
Die Greithanners aus Glonn bei München sind Eigentümer eines seltsamen Bodendenkmals. Unter ihrem Gelände verläuft ein Labyrinth, von Kennern Erdstall genannt. Es ist mindestens 25 Meter lang und stammt wahrscheinlich aus dem Mittelalter. Manche meinen, es sei als Behausung für hilfreiche Kobolde errichtet worden.
Die Geologen und Vermessungsingenieure, die Ende Juni auf Greithanners Ranch stehen, wollen es jetzt genauer wissen. Unter den Besuchern sind drei Leute vom "Arbeitskreis für Erdstallforschung". Sie tragen rote Schutzanzüge und Helme. Sie wuchten die Betonplatte vom Eingang und verschwinden in der Tiefe.
Ihr Anführer, Dieter Ahlborn, krabbelt zuerst durch den kaum 70 Zentimeter hohen Gang. Sein Kollege Andreas Mittermüller bricht die Erkundung ab. "Kopfschmerzen" - zu wenig Sauerstoff. Der Chef kriecht weiter, bis im Schein seiner Lampe ein vermodertes Stück Holz auftaucht.
Er ergreift es wie ein Juwel. Womöglich liefert es den entscheidenden Hinweis auf das Alter der künstlichen Höhle.
Oben, auf der Wiese, haben die Leute vom Landesamt für Denkmalpflege in München derweil das Gelände mit Bändern abgesteckt. Sie rollen einen dreirädrigen Wagen mit Bodenradar über das Gras. "Der Erdstall ist hinten eingestürzt", erklärt einer, "wir ermitteln seine wahre Größe."
Die Untersuchung ist eine Pioniertat. Erstmals interessiert sich eine archäologische Behörde in Deutschland für ein höchst seltsames Vorzeitphänomen. Von Ungarn bis Spanien ziehen sich kleine Labyrinthe durch den Untergrund. Niemand versteht ihren Sinn.
Allein in Bayern wurden gut 700 Anlagen nachgewiesen, aus Österreich sind etwa 500 bekannt. Im Volksmund heißen sie "Schrazelloch", "Erdweiblschluf" oder "Alraunenhöhle". Wichtelmänner sollen sie erbaut haben. Erdgeister, heißt es, wohnen darin. Sagen geben vor, es seien kilometerlange Fluchtwege aus Schlössern.
In Wahrheit sind die Tunnel oft nur 20 bis 50 Meter lang. Große Gänge kann man gebückt durchschreiten. Durch die "Schlurfstrecken" geht es nur auf allen vieren. Am berüchtigtsten sind die "Schlupfe" - Engstellen mit kaum 40 Zentimeter Durchmesser.
Was sind Roms Katakomben gegen diese bayerischen Irrgärten der Unterwelt? Der Freistaat ist durchlöchert - und keiner weiß, wieso.
Viele Erdställe gehen von frühen Siedlungsplätzen ab. Ihre Eingänge befinden sich in Küchen alter Bauernhäuser. Sie liegen in der Nähe von Kirchen und Friedhöfen - oder mitten im Wald.
Dunkel und bedrückend wie in Tierbauten ist die Atmosphäre dort. Wer sie erleben will, kann sich bei Vinzenz Wösner aus dem österreichischen Münzkirchen melden. Der Gastwirt führt öffentliche "Bekriechungen" durch.
Über eine Steintreppe geht es vom Schankraum in den Mostkeller hinab. Dort gibt es eine Falltür, hinter der ein Loch gähnt. "Herzkranke lass'n wir ned eini", sagt er. Für Notfälle hält er ein Tragetuch parat, um Ohnmächtige aus der Röhre schleifen zu können.
Einen praktischen Nutzen, etwa als Wohnhöhle oder Vorratslager, können die Stollen nicht gehabt haben - schon wegen der störenden Schlupfe. Einige laufen im Winter zudem mit Wasser voll. Viehställe waren es auch nicht. Man fand keinen Kot.
Nicht eine einzige mittelalterliche Nachricht erwähnt den Bau eines Erdstalls. Ahlborn: "Die Anlagen wurden komplett totgeschwiegen."
Was die Forscher weiter erstaunt: Die winzigen Verliese sind nahezu fundleer. Besenrein, wie unbenutzt liegen sie da, als wären es Geisterorte. In einem Erdstall lag ein eisernes Pflugschar, in drei weiteren fand man zentnerschwere Mühlsteine. Das ist fast alles.
Begeistern konnten sich für dieses Geheimnis bislang nur Amateure. Der Pionier der Erdstallforschung, Lambert Karner (1841 bis 1909), war ein Priester. Seinen Büchern zufolge kroch er im Flackerlicht von Kerzen durch 400 Gewölbe mit "wunderlichen Windungen", "durch die man sich, oft nur wie ein Wurm, durchzuzwängen vermag".
Hernach gelangte das Sachgebiet in die Hand phantasiebegabter Heimatkundler. Sie deuteten die Hohlräume als "Winterquartiere von Germanen" und Verwahrräume für Behinderte. Im Verständnis moderner Esoteriker gelten sie als "Räume des Nichtseins".
Ahlborn will nun endlich die exakte Wissenschaft zum Einsatz bringen. Unter seinem Vorsitz hat sich der Erdstall-Arbeitskreis in einen schlagkräftigen Forschertrupp verwandelt. Höhlenkenner gehören ihm an, Geografielehrer und Ingenieure wie Nikolaus Arndt, der in Indien U-Bahnen baute und für Gaddafi fossiles Grundwasser durch die Wüste leitete.
Auf ihren Jahrestreffen verbinden die Hobby-Grufties Fachsimpelei mit tollkühnen Expeditionen in die Tiefe. Um nicht zu ersticken, erzählt eine Beteiligte, habe man jüngst mit einem "umkehrbaren Staubsauger" Luft in den Stollen geblasen.
Eine Ausstellung in Passau bietet das Thema nun auch einem breiten Publikum dar. Wer will, kann dort einen Tunnel aus Sperrholz durchkrabbeln. Auf Schautafeln ist vom "letzten großen Rätsel Mitteleuropas" die Rede.
Derlei Aufmerksamkeit ist dringend nötig. Oft werden Erdställe beim Straßen- oder Hausbau durch Zufall angeschnitten und aus Unkenntnis gleich wieder zugeschüttet.
Die größte Anlage in Deutschland (Länge: 125 Meter) hat der Eigentümer mit einem Schwimmbad überbaut. "Eine Schande", jammert Arndt. 90 Prozent der Katakomben sollen noch unentdeckt unter Tage liegen.
Wie schwer es ist, sie gezielt aufzuspüren, zeigt die Geschichte von Josef Wasmeier aus Beutelsbach in Niederbayern. Unweit seines Gehöfts stand einst ein Schloss, das man im 18. Jahrhundert abriss. Heute wachsen dort Robinien.
"Der Legende zufolge gingen vom Schlossberg Fluchttunnel ab", berichtet der Bauer. Mit einigen Getreuen begann er zu suchen. Tagaus, tagein gruben und bohrten sie. "Am Ende schaufelte nur noch der Eichschmied-Rudi, jeden Abend, manchmal bei Mondschein", erzählt er.
Endlich stieß der Mann auf einen Hohlraum.
Dahinter befand sich ein einzigartiger Erdstall mit Wänden aus Sand. Erst geht es vier Meter senkrecht in die Tiefe, dann im Zickzack weiter. Ganz hinten in dem Labyrinth gibt es einen Schlupf. Die Forscher erinnert er an eine Vagina.
Einmal hat Wasmeier eine Gruppe Heilerinnen in seine Höhle hinuntergeführt. Kopfüber, bei völliger Dunkelheit, rutschten die Frauen durch die Röhre - als wäre sie ein Geburtskanal.
Auch der Bauer selbst betritt zuweilen andächtig seinen Bröselbau. "Man fühlt sich dort wie ein Hopi-Indianer", sagt er, "die haben auch in Höhlen einigsessen, um irgendwelche Antworten zu finden."
Nur, wie alt ist das Gewölbe? Der Arbeitskreis brennt darauf, solche Fragen zu beantworten. Aus eigener Tasche haben sie Pollenanalysen bezahlt.
Auch einige C-14-Datierungen liegen nun vor. Sie weisen ins 10. bis 13. Jahrhundert. Holzkohle-Krümel, die aus dem Erdstall Höcherlmühle geborgen wurden, stammen aus der Zeit zwischen 950 und 1050 nach Christus.
Heinrich Kusch, ein Vorgeschichtler aus Graz, hält die Daten allerdings für falsch. Er vermutet, dass die unterirdischen Systeme zum Teil schon vor rund 5000 Jahren in der Jungsteinzeit angelegt wurden. Seit einigen Jahren sucht er mit riesigen Bohrgeräten die Steiermark nach "Toren zur Unterwelt" ab.
Doch seine Theorie hat an Zugkraft verloren. Die bislang vorliegenden C-14-Altersbestimmungen weisen alle ins Mittelalter. Damit ist auch die alte Lehrmeinung ins Wanken geraten. Sie besagt, dass die Bauten während der Völkerwanderung im 5. und 6. Jahrhundert entstanden sind. Ganze Stämme verließen damals die Heimat und gaben die Friedhöfe ihrer Ahnen auf. Um die Toten weiterhin zu verehren, so die Annahme, schuf man für sie Leergräber.
Fest steht immerhin, dass Profis am Werk waren. Mit beidhändig geführten Keilhauen wühlten sie sich kniend voran. Alle Meter schlugen sie Nischen für die Öllampen in die Wände. Lange Gänge legten sie in Schlangenlinien an, um den Erddruck zu verringern. Auf Stützbohlen verzichteten sie.
Bereits um 1200 wurden die Irrwege dann wieder zugeschüttet und die Eingänge mit Schutt blockiert. Darin befand sich Keramik, die sich eindeutig der Gotik zuordnen ließ.
Kein Wunder, dass Verwirrung herrscht. Die einen deuten die Tunnel als "Bußkeller" für Kriminelle, andere sehen in ihnen Heilorte, an denen Kranke ihre Gebrechen abstreiften. Oder waren es Räume von Druiden?
Infolge der internationalen Zusammenarbeit des Erdstall-Arbeitskreises hat sich jetzt eine neue Spur aufgetan. Auch in Irland und Schottland treten Erdställe gehäuft auf. Dann wieder gibt es Ballungen in Zentralfrankreich.
Diese Verteilung erinnert verblüffend an die Reisewege der iro-schottischen Wandermönche, die im 6. Jahrhundert vom keltischen Norden kommend den Kontinent missionierten. Tätowiert, mit langen Stäben und groben Kutten, setzten die Rastlosen von den Inseln über.
Der legendäre Kilian, um 640 in Irland geboren, predigte in Würzburg. Einer Heiligenvita zufolge brachten ihn erboste Einheimische um und verscharrten ihn in einem Pferdestall. Der heilige Gallus (gestorben 640 n. Chr.) erreichte betend den Bodensee.
Ahlborn vermutet, dass diese frühen Vorkämpfer Gottes auch heidnisches Gedankengut mitbrachten - Reste druidischer Gelehrsamkeit oder spezielle keltische Jenseitsvorstellungen, die zum Bau der Erdställe führten.
Vielleicht waren die Hohlräume aber auch Gefängnisse für Dämonen, böse Zwerge und Untote. Einige Erdställe weisen Blockadesteine sowie Reste von Türen oder Riegeln auf. Im Erdstall von Bösenreutin bei Lindau kam ein Sandsteinrelief zutage. Es zeigt einen Kobold, dem ein Schwanz am Steiß hängt.
Waren die Erdställe also Tempel des Aberglaubens?
Nicht alle können sich für diese spirituellen Deutungen erwärmen. Wenn Josef Weichenberger sie hört, schüttelt er den Kopf. Mit Vollgas fährt er von Passau aus Richtung Waldviertel in Niederösterreich und redet sich in Rage: "Die Kulttheorien sind völlig irrig."
Dann gibt er seine Deutung: "Erdställe waren schlicht Verstecke."
Die Ansicht des Österreichers - hauptberuflich ist er Archivar - hat Gewicht. Er kraucht schon seit 34 Jahren durch die Labyrinthe. Von seiner Dienststelle aus leitet er nebenbei ein Alarmzentrum. Wenn Bauarbeiter die Entdeckung eines Erdstalls melden, stürmt er heran, um die Anlage mit Kompass und Maßband zu dokumentieren.
Kein Schlupf ist diesem Maulwurfsmann zu schmal, kein Gang zu feucht oder schmutzig.
Weichenberger zufolge wurden die Erdställe in seiner Heimat während der "mittelalterlichen Rodungszeit" im 11. Jahrhundert geschaffen. Damals zogen Siedler aus Bayern die Donau abwärts, um das Land im Osten urbar zu machen.
Mit Beilen bewehrt, schlugen sie Schneisen in die Wildnis. Das war nicht ungefährlich. Um 1042 fluteten Magyaren in das Gebiet. Noch um 1700 zogen Kurutzen mit Unterstützung der Osmanen plündernd durchs Land.
Auch weiß man, dass Räuber die Region unsicher machten. Sie überfielen die einsamen Weiler und verschafften sich mit Brechstangen Zugang zu den Häusern. "Vor diesem Gesindel", glaubt Weichenberger, seien die Bauern mit ihren Kostbarkeiten schnell in die Tiefe geflohen.
Atemlos, mit pochendem Herz im Schutzbunker sitzend, während oben Hotzenplotz und Co. wüteten und die Stube vergebens nach Wertsachen durchsuchten - so stellt sich der Forscher die Lösung des Erdstall-Rätsels vor.
Und er setzt mit schriftlichen Beweisen nach: "Ein altes Toten-Protokoll berichtet von einer Frau, die offenbar aus Angst vor Entdeckung ihr schreiendes Baby in einem Erdstall erstickte."
"Mord", "Banditen", "Zitternde im Untergrund" - wortgewaltig verwandelt Weichenberger das alte Österreich in ein Land der Rechtlosigkeit wie den Wilden Westen. "So war es nun mal", sagt der Forscher und steuert sein Auto immer weiter nach Osten. Es ist jener Weg, den einst auch die rodenden Siedler einschlugen.
Nach vier Stunden Fahrt kommt die Wehrkirche von Kleinzwettl in Sicht. Das Gemäuer besaß früher eine Zugbrücke und einen Ringwall. Ein Bollwerk von einem Gotteshaus.
Direkt unter der Kirche verläuft ebenfalls ein Gangsystem. Weichenberger hat es im vergangenen November vermessen. Es ist 62 Meter lang. Der Eingang befindet sich im Granitpflaster im Altarraum.
Betreten darf man das düstere Gewölbe wegen Einsturzgefahr nur mit Sondergenehmigung. Zuerst geht es watschelnd durch einen verschlungenen Gang. Die Hose wird sofort matschig.
Die Enge nimmt zu. Nach einem Wassereinbruch hat sich der hintere Teil in eine Schlammwüste verwandelt. Wasser tropft von der Decke, darüber lasten schwere Kirchensäulen. Eine furchterregende Statik.
"Ein bisschen unkommod ist's hier schon", gibt der Mann aus Linz zu, "doch die Leute wollten ja ihr nacktes Leben retten."
Um seine Deutung zu erhärten, hat Weichenberger sogar einen Überlebensversuch gewagt. Mit zwei Kollegen ließ er sich 48 Stunden in einen Erdstall sperren. Bald piepten die Sauerstoffmelder, die Kerzen begannen eigentümlich zu flackern. Die Männer dämmerten vor sich hin. Wurde das Atmen zu schwer, krochen sie in andere Gänge. So gelang der Test.
Nur, was beweist er?
"Einige Erdställe wurden in der Tat als Verstecke genutzt, aber erst in viel späterer Zeit", bügelt Ahlborn seinen Kontrahenten ab. "Man nutzte sie auch als Toiletten und Abfallgruben."
Auch die österreichische Höhlenforscherin Edith Bednarik ist sicher, dass die verschlungenen Grotten als Fluchtbunker nicht taugten. Ihre Argumente: Es gibt kaum größere Kammern für den Aufenthalt. Erdställe haben keinen "Notausgang", im Brandfall wären sie zur "tödlichen Falle" geworden. Schwangere passen nicht durch die Schlupfe.
Zudem: Dicht an dicht sollen im Ernstfall die Verängstigten in den Erdbehausungen gekauert haben. Aber warum fiel dabei niemandem was aus der Tasche? Es gibt keine Speisereste, kein Spuren von Fackeln.
Die Mehrheit der Forscher schreibt den Bodendenkmälern deshalb eine sakrale und kultische Funktion zu. Besonders attraktiv erscheint vielen die Idee von der "Seelenkammer".
Demnach waren die Erdställe Wartesäle, in denen die Seelen der Verstorbenen die Zeit bis zur Auferstehung nach dem Jüngsten Gericht verbringen sollten - jenem Ende aller Tage, wenn Jesus Christus "die Lebenden und die Toten" richten würde.
Erst im 12. Jahrhundert setzte sich die Theologie des Fegefeuers durch, das eine Reinigung der Seele ermöglichte. Gutmenschen konnten sofort in den Himmel aufsteigen. Die Höhlen wären dann nutzlos geworden - was gut zum Datum ihrer Verfüllung passen würde.
Doch auch diese Ansicht kann nicht erklären, warum die frommen Grüfte so beharrlich verschwiegen wurden. Und wieso gibt es in der Schweiz und im Schwarzwald keine Erdställe?
So bleibt das Rätsel vorerst ungelöst. "Wir brauchten Hilfe von C-14-Physikern, Theologen und Spezialisten für prähistorischen Bergbau", sagt Ahlborn. Bislang gibt es keine einzige Doktorarbeit zum Thema. Bei Uni-Gelehrten sind die Schattenstätten noch nahezu unbekannt.
Bauer Wasmeier stört das nicht. Er liebt seinen Erdstall gerade wegen seiner unergründlichen Aura. Zuweilen kriecht er abends für eine halbe Stunde in seine sandige Privathöhle und meditiert. "Ganz stad" sei es dort, fern und finster wie in einem Bauch.
"Und wenn i zurücksteig, leuchten die Sterne, als könnt man sie greifen."
(*) Beim Einstieg in den Erdstall unter der Wehrkirche von Kleinzwettl.
Von Matthias Schulz

DER SPIEGEL 29/2011
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