Von Klein, Stefan und Bredow, Rafaela von
SPIEGEL: Herr Venter, wollen Sie wirklich Ihr gesamtes Erbgut kennen - sogar das Gen, das für Ihre Glatze verantwortlich ist?
Venter: Ja. Ich bin eben ein neugieriger Mensch. Und gerade dieses Gen ist ein gutes Gen. Denn viele Leute haben eine Glatze, also muß die Evolution ihre Gründe gehabt haben. Wahrscheinlich steigert eine Glatze die sexuelle Anziehungskraft.
SPIEGEL: Wenn eintritt, was Sie verkünden, werden Sie es bald genauer wissen. Vor wenigen Wochen haben Sie erklärt, daß Ihre neue Firma, Celera Genomics, in drei Jahren das gesamte menschliche Erbgut entschlüsseln wird. Haben Sie sich da nicht ein bißchen viel vorgenommen?
Venter: Vor hundert Jahren wären Sie auf dem Pferd hierher geritten. Damals hätten Sie sich auch nicht vorstellen können, daß Automobile einmal eine so große Rolle spielen würden. Genauso haben wir, mit einer guten Strategie und einer neuen Technik, die Grenzen des bisher Machbaren gesprengt. Die Roboter beispielsweise, die in unseren Labors rund um die Uhr menschliches Erbgut lesen, sind zehnmal schneller als die bisherigen.
SPIEGEL: Die kalifornische Firma Incyte hat angekündigt, sie werde die menschlichen Gene noch dreimal schneller entschlüsseln als Sie.
Venter: Reine Propaganda. Die sehen ihre Felle davonschwimmen, weil sie nicht unsere Technik haben, und versuchen nun, ihre Investoren mit großen Sprüchen bei der Stange zu halten.
SPIEGEL: Was bringt uns die Kenntnis der Erbsubstanz?
Venter: Das Ende des Unwissens, ein völlig neues Verständnis des menschlichen Körpers und eine Revolution für die Medizin. Was wir da vorhaben, ist von der Größenordnung des Manhattan-Projekts oder der Mondflüge. Die Entschlüsselung des Genoms wird das Selbstverständnis der Menschheit verändern.
SPIEGEL: Wie?
Venter: Das Genom-Projekt wird unter anderem zeigen, was Sie und ich gemeinsam haben. Wir werden beweisen, daß alle Menschen zu 99,998 Prozent identisch und daß die Unterschiede trotzdem bedeutend sind. Und unser Vorhaben wird nachweisen, wieviel wir mit allen anderen Kreaturen gemeinsam haben. Die Erbsubstanz DNS ist der Mittelpunkt des Lebens. Heute schon finden wir dieselben Gene im Menschen wie im Grippevirus oder in Bakterien, die in kochendheißem Wasser auf Vulkanschloten am Ozeangrund siedeln.
SPIEGEL: Zunächst einmal wird das Genom-Projekt nur die Sequenz der Erbsubstanz DNS liefern - nichts als chemische Hieroglyphen.
Venter: Schlimmer noch. Zwar besteht der genetische Code nur aus vier verschiedenen chemischen Buchstaben, doch fast unendlich --- S.281 viele Kombinationen daraus sind möglich. Unser Projekt ähnelt dem Versuch, eine unbekannte Sprache zu lernen. Wir machen das mit Computern, für die allein wir 40 Millionen Dollar investieren.
SPIEGEL: Wenn Sie die Gene herausgefischt haben, wissen Sie noch nicht, wozu sie im Körper dienen.
Venter: Das ist der zweite Schritt. Wir stellen Hypothesen auf, wofür sie gut sein könnten, indem wir sie in unserer Datenbank mit bereits bekannten Genen, zum Beispiel von Bakterien, vergleichen.
SPIEGEL: Was verraten Ihnen diese Vergleiche?
Venter: Zum Beispiel haben wir im menschlichen Erbgut Gene gefunden, die wir aus der Hefe und aus einem Bakterium kannten. Dort dienen sie dazu, Erbsubstanz zu reparieren. Wir vermuteten, daß sie im Menschen dasselbe tun könnten. Dies ist wichtig etwa im Darm, wo Gifte ständig die Chromosomen angreifen. Unsere Hypothese war also, daß sich Darmkrebs entwickeln kann, wenn eines dieser Reparaturgene ausfällt. An Darmkrebspatienten haben wir dann festgestellt, daß diese tatsächlich einen solchen Gendefekt haben. Auf dieselbe Weise werden wir, wenn wir künftig das Erbgut höherer Organismen wie das von Fruchtfliegen untersuchen, Schlüsselgene finden, die uns helfen, etwa die Hirnfunktionen zu verstehen.
SPIEGEL: Wenn Sie erst einmal das komplette Genom des Homo sapiens entschlüsselt haben, dann wird alles Wissen über das Erbgut der Menschheit in Ihren Händen liegen. Den Forschern an den Universitäten haben Sie etwas spöttisch geraten, sich fortan um die Gene des Tierreichs zu kümmern, denn auf das menschliche Genom würden Sie das Vorrecht haben.
Venter: Ich habe mich über niemanden lustig gemacht: Schließlich muß man das Erbgut von Mäusen und anderen Tieren genau kennen, wenn wir das menschliche verstehen wollen. Außerdem wollen wir die Erbsubstanz zwar entziffern, aber die Daten nicht kontrollieren. Wir werden sie der Weltöffentlichkeit im Internet zur Verfügung stellen.
SPIEGEL: Wie kommt es dann, daß Ihre Kollegen Sie "den Feind" nennen?
Venter: In der Humangenetik gab es immer schon einen gnadenlosen Wettbewerb. Und es wird viele sehr geärgert haben, daß wir
* Mit den Redakteuren Stefan Klein und Rafaela von Bredow im TIGR-Institut in Rockville (Maryland).
das alles schneller und billiger machen als sie. Ich bin nun einmal in der glücklichen Lage, daß ich eine neue Technologie habe.
SPIEGEL: Zunächst wird das Wissen über das menschliche Genom Ihrer Firma zugute kommen. Sie selbst haben gesagt: "Dies ist kein Akt der Nächstenliebe, es ist Business, Geschäft an vorderster Front von Forschung und Medizin."
Venter: Natürlich ist es Business. Ich hätte die 300 Millionen Dollar, die wir für unser Projekt brauchen, auch als Fördergelder bei der Regierung beantragen können - aber meine Chancen wären gleich Null gewesen. So etwas geht nur mit privatem Kapital. Doch ich betätige mich als Geschäftsmann auch deswegen, weil ich die Wissenschaft voranbringen will.
SPIEGEL: Wir zitieren Ihren neuen Kompagnon Tony White, den Chef der Firma Perkin Elmar, welche Sie finanziert: "Das wichtigste ist, daß unsere Aktionäre etwas davon haben." Haben Sie sich mit ihm schon über Ethik unterhalten?
Venter: Wir nehmen Ethik sehr ernst. Wir haben der Gesundheitsbehörde eine Zusammenarbeit vorgeschlagen. Wahrscheinlich können wir in diesen Fragen mehr tun als die Regierung, die immer nur darüber redet. Außerdem ist es nicht unmoralisch, Geld verdienen zu wollen.
SPIEGEL: Wieviel Geld, glauben Sie, ist das menschliche Genom wert?
Venter: Auf jeden Fall eine Menge. Jede einzelne der großen Pharmafirmen arbeitet ständig an 50 bis 60 neuen Medikamenten. Wenn auch nur ein Teil davon künftig auf dem Wissen über das menschliche Erbgut beruht, dann bringt allein dies Hunderte von Milliarden Dollar im nächsten Jahrzehnt. Das Wissen um die menschlichen Gene wird eine der stärksten Antriebskräfte der Weltwirtschaft.
SPIEGEL: Ihre Kritiker fürchten, Sie könnten ein Monopol darüber erlangen - wie Bill Gates heute über Computer.
Venter: Soll das heißen, die haben Angst, ich werde der reichste Mann der Welt? Das bestimmt nicht. Und wie können wir ein Monopol erlangen, wenn wir alle Daten veröffentlichen? Damit verhindern wir doch, daß irgend jemand andere Patente darauf anmeldet.
SPIEGEL: Widersprechen sich nicht Ihre Ziele, alle Daten zu veröffentlichen und gleichzeitig Geld zu verdienen?
Venter: Im Prinzip schon. Deswegen haben wir angekündigt, daß wir selber nur zwischen 100 und 300 Gene zum Patent anmelden werden.
SPIEGEL: Aber es werden wohl die wichtigsten sein.
Venter: Wenn wir schlau sind und wenn wir sie finden, ja.
SPIEGEL: Kann man auf Erbgut, das die Natur vor einigen hunderttausend Jahren erfunden hat, überhaupt geistiges Eigentum beanspruchen?
Venter: In einigen Fällen unbedingt. Diabetikern kommt heute gentechnisch hergestelltes Menscheninsulin sehr zugute. Die Firmen Genentec und Eli Lilly haben das Gen dafür isoliert und ein Patent darauf angemeldet. Wenn sie nicht dadurch das Recht hätten, mit Insulin als Medikament Geld zu verdienen, hätten sie die Forschung niemals geleistet. Uns geht es ebenfalls darum, die Medizin weiterzubringen. Außerdem müssen wir unsere Investitionen erwirtschaften.
SPIEGEL: Bisher hat die Genforschung ihre Verheißungen nicht eingelöst.
Venter: Leider nicht.
SPIEGEL: Seit 30 Jahren versprechen Wissenschaftler Therapien, die darauf beruhen, aber bis heute wird keine einzige Gentherapie im medizinischen Alltag angewandt, und nur ein Dutzend gentechnisch hergestellte Medikamente sind erhältlich.
Venter: Trotzdem hat die Genforschung dramatische Erfolge gezeigt. Meine Mutter hatte Krebs, und sie war sehr froh, daß gentechnisch hergestellte Medikamente ihr die Genesung erleichtert haben. Aber Sie haben recht: Die Biologie ist eben sehr kompliziert. Komplexe Krankheiten, an denen die meisten Leute leiden, sind sehr viel schwieriger zu entschlüsseln, als wir alle gedacht haben. 300 Gene wirken allein an der Regelung des Blutdrucks mit. Und das sind nur die, die wir kennen.
SPIEGEL: Was nährt dann Ihre Hoffnung, daß Wissenschaftler irgendwann auch solch komplizierte Krankheiten verstehen werden?
Venter: Kein Computer der Welt kann so etwas Komplexes wie den menschlichen Stoffwechsel berechnen. Aber je besser wir das menschliche Genom untersuchen, um so mehr werden wir dennoch im Laufe der Zeit davon begreifen. Die Entschlüsselung des Erbguts wird uns Hunderte neue Ansatzpunkte bringen, um Bluthochdruck zu beeinflussen.
SPIEGEL: Neigen wir nicht dazu, die Rolle der Gene zu überschätzen?
Venter: Doch. Schon als wir 1995 das Erbgut des Bakteriums Haemophilus influenzae entschlüsselt und damit das erste vollständig bekannte Genom überhaupt in der Hand hatten, wußten wir längst nicht alles über diesen simplen Organismus, weil dieser sich ständig verändert. Und wieviel komplizierter ist der Mensch! Daher ist es völlig naiv zu glauben, es könnten ein oder zwei Gene über Begabung und Schönheit entscheiden. Allerdings gibt es sehr seltene Krankheiten, wie die zystische Fibrose, bei denen eine Veränderung eines einzigen Moleküls im Erbgut als Krankheitsursache feststeht.
SPIEGEL: Deswegen haben die Wissenschaftler jahrelang gehofft, bald eine Gentherapie für diese Krankheit zu finden. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß 700 verschiedene Mutationen dieses einen Gens die Krankheit auslösen können. Und ein und dieselbe Mutation kann bei verschiedenen Patienten auch noch zu unterschiedlichem Krankheitsverlauf führen - von leichter Atemwegsverschleimung bis zum Tod.
Venter: Die Gene sind der Schlüssel. Aber es geht nicht so einfach wie bei einem kaputten Auto, bei dem man eine Zündkerze austauscht, und dann läuft der Motor wieder. Die Wissenschaft war da lange sehr naiv.
SPIEGEL: Der simple Glaube an die Gene hatte bereits heftige Auswirkungen. In amerikanischen Krankenhäusern werden Gentests auf Brustkrebs angewandt, von denen sich nun herausstellt, daß sie ungefähr die Wahrsagekraft einer Kristallkugel haben: Selbst in Hochrisikofamilien bekommen nur sieben Prozent der Frauen mit einem positiven Testergebnis auch tatsächlich Krebs. Dennoch haben sich Hunderte von ihnen nach dem Test die Brüste wegoperieren lassen.
Venter: Diese Tests waren überflüssig und verfrüht, weil die Wissenschaft im dunkeln tappt, was die Ergebnisse überhaupt bedeuten. Hätte ich tatsächlich die Kontrolle über das Genom, würde ich verhindern, daß solche Tests auf den Markt kommen, bevor klar ist, was sie aussagen.
SPIEGEL: Wo liegen denn die Grenzen dessen, was Gene über Menschen aussagen können?
Venter: Wir sind genetische Wesen. Der genetische Code bestimmt die körperlichen Grundvoraussetzungen. Doch wie das Leben verläuft, bestimmt die Umgebung. Meine Gene haben bestimmt nicht festgelegt, daß ich ein Forscher oder, schlimmer noch, ein Geschäftsmann werden würde. Nur in einigen Fällen setzen die Erbanlagen dem Leben Grenzen. Aber wir alle tragen bestimmte tödliche Gene in uns. Deswegen gilt es herauszufinden, welche es sind und ob sie je eine Wirkung haben werden.
SPIEGEL: In Zukunft wird es vermutlich Tests geben, um dies festzustellen. Wie würden Sie damit leben, wenn Sie wüßten, daß Sie mit 60 an Krebs erkranken werden?
Venter: Dann hätte ich die Chance, meine Zukunft zu beeinflussen: Ich würde regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen und meine Ernährung verändern.
SPIEGEL: Andere genetisch bedingte Krankheiten, etwa der Veitstanz, lassen sich nicht beeinflussen.
Venter: Selbst davon würde ich wissen wollen, weil ich nicht mit der Ungewißheit leben könnte. Aber es mag sein, daß ich völlig anders darüber dächte, wenn ich aus einer Risikofamilie käme. --- S.283
SPIEGEL: Sie wüßten davon, bevor es eine Therapie gibt.
Venter: Ja, das ist ein Problem, aber nur während einer Übergangszeit. Es wird Krankheiten geben, die wir in hundert Jahren noch nicht werden heilen können - ein Allheilmittel, ein Wunder für jedermann können wir nicht anbieten. Auf andere wiederum werden wir in zehn Jahren zurückblicken und erstaunt feststellen, daß es sie nicht mehr gibt.
SPIEGEL: Hätte Ihr neuer Partner Perkin Elmer soviel Geld in Sie investiert, wenn er gewußt hätte, daß Sie zum Beispiel ein hohes Risiko hätten, an Krebs zu erkranken?
Venter (lacht): Wahrscheinlich nur dann, wenn sicher wäre, daß die Krankheit nicht in den nächsten drei Jahren ausbricht.
SPIEGEL: In Deutschland darf eine Schwangerschaft abgebrochen werden, wenn der Gentest ergeben hat, daß das Kind an Hämophilie, der sogenannten Bluter-Krankheit, leiden wird. Würden Sie jemandem, der Ihnen nahesteht, aufgrund der Ergebnisse eines Gentests zum Schwangerschaftsabbruch raten?
Venter: Eine Abtreibung sollte eine sehr persönliche Entscheidung sein, getroffen von der Schwangeren. Eine Gesellschaft, die nicht darüber urteilen will, ob eine Frau sich etwa aus Bequemlichkeit dafür entscheidet, die sollte erst recht nicht über jemanden urteilen, der dies tut, weil er ein vollkommen gesundes Baby haben will.
SPIEGEL: Juristen in Deutschland denken bereits darüber nach, ob Frauen mit einem hohen "genetischen Risiko", die sich weigern, einen vorgeburtlichen Test durchzuführen, die Pflege ihres Kindes selbst bezahlen sollen, falls es behindert zur Welt kommt.
Venter: Sollte die Gesellschaft tatsächlich in diese Richtung marschieren, dann hat sie einen sehr gefährlichen Weg eingeschlagen. Ich würde es vorziehen, nicht dort zu leben, wo man mir so etwas aufzwingt. Wir laufen allerdings Gefahr, daß sich alle Gesellschaften in diese Richtung bewegen. Das ist, als würde man den Wert eines Ertrinkenden gegen den des Rettungsteams aufrechnen nach dem Motto: Dein genetischer Code zeigt, daß du nicht so wichtig bist, also wollen wir mal lieber nicht das Leben deiner Retter riskieren.
SPIEGEL: Tragen Sie als Wissenschaftler Verantwortung für das, was mit dem Wissen über den genetischen Code geschieht?
Venter: Jede Technik kann dazu genutzt werden, Gutes oder abgrundtief Böses zu tun. Ultraschall etwa ist eine wunderbare Methode, die Gesundheit eines Fötus zu erkennen. In Indien und China aber wird sie dazu genutzt, das Geschlecht zu erkennen. Wenn es weiblich ist, wird häufiger abgetrieben. Ist nun die Technik böse? Ist der Erfinder der Ultraschallmethode verantwortlich? Nein. Die Gesellschaften in Indien und China sind es. Bin ich also verantwortlich für alles Übel, das in Zukunft mit dem genetischen Code angerichtet werden wird? Nein, ich denke nicht.
SPIEGEL: Wird die Humangenetik das menschliche Leben verlängern?
Venter: Ich saß einmal in einem Gremium mit ein paar berühmten Leuten und wurde gefragt: "Dr. Venter, wir schreiben das Jahr 3000, Sie schauen zurück auf Ihre Forschung, auf deren Auswirkungen auf die Gesellschaft - wie würden Sie urteilen?" Ich antwortete: "Was, das Jahr 3000? Und ich bin immer noch am Leben? Dann muß ich ja einen ungeheuerlichen Erfolg gehabt haben!" Im Ernst: Die Genetik wird Leben verlängern, indem sie die Medizin verbessert. Irgendwann wird die Behandlung von Krankheiten hoffentlich überflüssig sein. Denn sobald wir wissen, daß sie ausbre-
* Am TIGR-Institut.
chen könnten und daß wir sie über eine Veränderung des Lebensstils oder direkt über die Reparatur der Gene verhindern können, dürfte es eigentlich keine Krankheiten mehr geben.
SPIEGEL: Sie haben einmal gesagt, Sie wollten die Natur nicht so haben, wie sie ist, sondern so gut, wie sie sein kann. Was meinen Sie mit gut?
Venter: Wenn wir der Natur ihren freien Lauf ließen, wäre ein großer Teil der heutigen Bevölkerung nicht mehr am Leben. Wir müssen Wege finden, Leiden zu vermindern. Aber das heißt nicht, daß ich mit Hilfe des genetischen Codes perfekte Menschen erschaffen will. Ich wüßte gar nicht, wie das gehen sollte - ich habe noch keinen perfekten Menschen getroffen.
SPIEGEL: Herr Venter, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
DER SPIEGEL 37/1998
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