30.11.1998

WERBUNG

Manipulierte Fußball-Übertragung

Premiere im deutschen Fernsehen: Erstmals wurde ein Programm für Zuschauer unmerkbar technisch manipuliert, um mehr Werbung unterzubringen. Dabei sind solche Eingriffe derzeit nicht zulässig. Durchschnittlich 730 000 Fußballfans sahen beim Uefa-Cup-Spiel zwischen den Glasgow Rangers und AC Parma im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) auf einer "virtuellen Bande" am Spielfeldrand die Firmennamen Obi und Krombacher, obwohl im schottischen Stadion diese Werbefläche rosa war. Im italienischen TV wiederum gab es Bandenwerbung ausschließlich für italienische Werbekunden. Obi-Werbeleiter Rudolf Hailer hält den Coup, der durch digitale Übertragungstechnik möglich wurde, für "technisch geglückt". DSF-Chef Rainer Hüther, der von der Aktion nach eigenen Angaben vorher nichts wußte, war zwar "pikiert", er habe den Vorfall aber "persönlich nicht als dramatisch empfunden". Angesichts der explodierenden Rechtekosten sei diese Werbeform womöglich "ein gangbarer Weg, die Kosten zu refinanzieren". Grenzen sieht er, wenn der Rasen "plötzlich lila wird und Milka draufsteht".


DER SPIEGEL 49/1998
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