30.11.1998

SPIELEReizende Regeln

Die Renten siechen, der Arbeitsmarkt verkümmert - das rot-grüne Deutschland, das nach tiefgreifenden Umwälzungen hungert, sollte einem reformerisch vorbildlichen Verein in die Karten blicken. Der Deutsche Skatverband, ein Freizeit-Club mit 37 000 engagierten Reizern, hat unlängst in Halle/ Saale getagt und sechs neue Spielregeln beschlossen. Damit, so Geschäftsführer Wilfried Hoberg, haben deutsche Nullouvert- und Grand-Kreise endlich den Anschluß an die "internationale Skatordnung" gefunden. Was wird sich ändern am Stammtisch, wenn nach den Maßgaben der "International Skat Players Association" gespielt wird? Wenig, was den Praktiker verstören muß, manches ist längst Usus unter deutschen Zockern, etwa daß verlorene Spiele doppelt zählen. Der Grand ouvert zählt künftig statt 36 nur noch 24 Augen. Hand- und Ouvertspiele müssen angesagt werden. Ob die Reform begrüßt wird, ist fraglich. Skatbrüder sind traditionsbewußt und pflegen modische Änderungen souverän zu ignorieren.

DER SPIEGEL 49/1998
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