30.11.1998

NEW YORKDas gezähmte Monstrum

Die Weltmetropole New York zieht so viele Menschen an wie nie zuvor. Die einstige „Hauptstadt der Angst“ ist dabei, sich in einen riesigen Vergnügungspark zu verwandeln - glänzendes Vorbild für die einen, abschreckendes Beispiel für die anderen. Von Jürgen Neffe
Wenn sie nur reden könnte, die Königin von New York, was hätte sie nicht alles zu erzählen. Geschichten von erfüllten Träumen und zerstörten Hoffnungen, von der Suche nach neuer Heimat, von sagenhaftem Reichtum, bitterer Not und der ewigen Wiedergeburt jener Metropolis der Moderne, die als Stadt aller Städte ein Symbol des 20. Jahrhunderts wurde.
Und die Geschichte von Charlie DeLeo, dem Jungen aus den Elendsquartieren der Lower East Side, für den die große Dame zur Liebe seines Lebens wurde. Hoch oben im Kopf der Gekrönten hockt er, klein und drahtig, und wechselt Glühbirnen aus. Eben erst ist die Sonne über Brooklyn aufgegangen, die Türme von Manhattan werfen lange Schatten auf den Hudson, und im glitzernden Wasser der Bucht von New York kreuzen die Fähren von und nach Staten Island.
Um diese Stunde hat der Mann mit den dicken, fettverschmierten Brillengläsern kein Auge für den atemberaubenden Ausblick von seinem Arbeitsplatz. Er muß seinen Wartungs- und Kontrolldienst erledigt haben, bevor die ersten Boote mit Besuchern auf Liberty Island anlegen und der tägliche Ansturm auf die kupferne Lady beginnt.
"So viele wie dieses Jahr waren es noch nie", sagt DeLeo, 50, aber das sagt er nun schon seit etlichen Jahren. 32 Millionen Menschen haben New York im vergangenen Jahr aufgesucht, und 1998, im Jahr des 100. Geburtstags von Greater New York, wird sich ihre Zahl abermals auf einen neuen Rekord schrauben. Sie kommen vor allem zur Weihnachtszeit, füllen die rund 60 000 Hotelzimmer bis auf das letzte Bett, drängen sich in Museen und Kaufhäusern, stürmen den Broadway, schieben sich durch überfüllte Einkaufsstraßen und ließen allein 1997 fast 14 Milliarden Dollar in der Stadt.
Ungebrochen ist die Anziehungskraft der meistfotografierten und meistbeschriebenen Metropole aller Zeiten, in der die Schriftstellerin Joan Didion den "Nexus aller Liebe, allen Geldes und aller Macht" erblickte: Hauptstadt der Finanzwelt, Hauptstadt der Kunst, der Mode, des Musicals, des Jazz, der Medien, und als Quintessenz aus alledem natürlich die Hauptstadt der Welt.
Jenseits der Klischees aber zerfällt das Bild. New York ist eine Projektionsfläche, in der jeder lesen kann, was er will: Moloch oder Dream City, Sodom, Babel oder Ninive. Die Stadt war immer ihr eigenes Vexierbild, je nach Blickwinkel beeindruckend oder bedrückend, glänzend oder elend. New York macht Menschen klein und gleichzeitig groß.
"Only in New York", sagen die Leute hier, wenn sie auf die Einzigartigkeit ihres Gemeinwesens hinweisen wollen. Was aber ist so einmalig an diesem schönen Monstrum, das der Welt mal als Vorbild dient und mal als abschreckendes Beispiel?
Für Yvonne Paris und Klaus Kalina aus Berlin ist es einfach "die absolut verrückteste Stadt, wo alles irgendwie größer ist". Deshalb haben sie sich hier, im zweiten Stock des Rathauses von Manhattan, trauen lassen - im Schnellverfahren. In weniger als drei Minuten erklärt die städtische Angestellte Mariann Snow Mann und Frau zu Paaren, Heiratsurkunde aus dem Computer inklusive.
"Das Eigenartige an dieser Stadt ist, daß sie niemandem egal ist", sagt Snow. "Manche hassen sie zutiefst, das sind meistens Amerikaner. Manche lieben sie ohne Wenn und Aber, vor allem die Touristen aus aller Welt. Und wir New Yorker lieben und hassen unsere Stadt in einem."
New York ist ein Magnet, der elektrisiert. Und wie jeder Magnet hat es zwei Pole, der eine zieht an, der andere stößt ab. Kurt Masur, seit 1991 vielbejubelter Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker, hat seine neue Heimat von der ersten Minute an umarmt: "Hier ist etwas, das mich wieder jung gemacht hat", sagt er, "diese Stadt steckt an." Für den gebürtigen New Yorker Henry Miller war es dagegen "der letzte Ort auf Erden, mit dem ich zu tun haben möchte".
Schwarz oder Weiß, aber bitte nicht Grau: Schon der deutschstämmige Schriftsteller Theodore Dreiser, der 1895 von Indiana nach New York übersiedelte, beobachtete einen "scharf umrissenen und doch unfaßbaren Gegensatz von Stumpfsinn und Gewitztheit, Stärke und Schwäche, Reichtum und Armut, Klugheit und Unwissenheit".
Und wenn sich etwa Charlie DeLeo zum "glücklichsten Menschen von New York" erklärt, dann stimmt das nicht weniger als das, was der Rest von ihm ausdrückt: daß er zu den traurigsten Erscheinungen in dieser Stadt zählt.
Charlie wollte immer hoch hinaus, "ans Licht", wie er sagt. Aber vernachlässigt vom Vater, verhätschelt von der Mutter, verroht in den Straßenkämpfen an der Lower East Side und dann auch noch ohne Schulabschluß - was blieb einem da? In seinem Fall nur das Vaterland, dem zu dienen er sich am Tag des Mordes an Präsident Kennedy schwor.
Also Marineinfanterie, ein Jahr nach Vietnam, jeden Morgen meldete er sich freiwillig zur Front. Aber statt kämpfen ließen sie ihn kochen. Heute sagt er: "Zum Glück." Aber damals: Als verhinderter Held, der nicht einen Schuß abgegeben hatte, kehrte er von der einzigen Reise seines Lebens in seine Heimatstadt zurück. Veteran mit 24, ohne Ausbildung, ohne Aussichten. Es folgten Gelegenheitsjobs am Bau, bei der Post.
Das war die Zeit, als die Welt den Niedergang der City beschrieb: "New York geht zugrunde", notierte SPIEGEL-Reporter Hermann Schreiber 1971, "eine kaputte Stadt." Wohin der Autor blickte, ob Subway oder Müllabfuhr, Wohnungsbau oder städtische Finanzen, im "Asyl der Nation" herrschte eine "Erosion, die New York stückweise zur Steppe werden läßt". Ihre Bewohner vor Verbrechen zu schützen war in der "Hauptstadt der Angst" zur unlösbaren Aufgabe geworden.
Ausgerechnet in dieser Phase bekommt Charlie, der Patriot, "die beste Stelle in New York": Ein Ausflug nach Liberty Island, eine plötzliche Eingebung, er fragt nach Arbeit, fegen, Papierkörbe leeren, egal - sie geben ihm die Chance als "maintenance helper" beim National Park Service, Abteilung Freiheitsstatue.
Schon bald trägt er allein die Verantwortung für das Licht auf Liberty. Er beginnt, sich "Keeper of the Flame" zu nennen, "Hüter der Flamme". Der Präsident schreibt ihm einen Brief: "Charlie, Ihr Einsatz für diese großartige Lady und alles, was sie darstellt, ist ein leuchtendes Beispiel für das, was Amerika zu einem solch besonderen Land macht. Weiter so! God bless you. George Bush."
Als die kupferne Empfangsdame 1886 im Hafen von New York aufgestellt war, ein Geschenk der Franzosen an die amerikanische Nation, glich die Stadt aus der Ferne besehen noch europäischen Großstädten: Kirchtürme überragten das Häusermeer, Pferdekutschen rollten über kopfsteingepflasterte Straßen. In den folgenden 50 Jahren wuchs sie über sich hinaus.
Als Thomas Mann die "getürmte Gigantenstadt" vor sich sah, dominierten die Gebirge von Downtown und Midtown bereits die Skyline Manhattans. Daß die Silhouette wie das Ergebnis einer jäh erstarrten Explosion wirkt, geschaffen aus einem Geist, nicht aber aus einem Guß, gehört zu jener Faszination, der fast alle Menschen bei ihrem Anblick erliegen.
"New York ist Amerikas Geschenk an die Welt", sagt Charlie, der seinen ganzen Stolz für sich behalten muß: Wenn morgens die Besucher kommen, hat er sich unsichtbar zu machen. In seiner Einsamkeit redet er mit der Lady und vergleicht sich mit dem Glöckner von Notre-Dame: "Was der für Paris war, bin ich für New York", sagt er, "ich bin der Quasimodo von Liberty."
Paris - New York: Seit sich das Babylon der Moderne am Eingang zur Neuen Welt als letzte legitime Hauptstadt Europas in den Himmel erhob, war es als Durchgangslager gleichzeitig Ziel- und Startpunkt für Reisende. Noch heute kehren jedes Jahr etwa 100 000 Menschen der Stadt den Rücken. Aber genauso viele füllen die frei gewordenen Plätze immer wieder auf. New York wird benutzt, beschmutzt, verschandelt, verschönert und weitergegeben von Hand zu Hand. Und jeder, der es mit der City aufnimmt, darf sich als ihr Bürger fühlen.
"Sobald jemand beginnt, schneller zu gehen, schneller zu reden und schneller zu denken, ist er New Yorker", sagt Ex-Bürgermeister Ed Koch. Zugleich kann sich jeder hier in einer Art doppelter Staatsbürgerschaft im Geiste seine nationale Identität bewahren.
Charlie DeLeo sagt, er sei Italiener. Genaugenommen waren es seine Großeltern väterlicherseits, die um 1910 aus Sizilien kamen. Damit sind die DeLeos beinahe schon alte New Yorker - ähnlich lange hier wie die ebenfalls aus Italien eingewanderte Familie Giuliani.
Deren Sproß Rudolph gelang im November 1997 als erstem Republikaner seit 56 Jahren die Wiederwahl in das Amt des Bürgermeisters der demokratisch dominierten Stadt - weil er ein einziges Versprechen gehalten hat: Rudy räumt auf.
Mit seiner kompromißlosen Saubermann-Philosophie hat der frühere Staatsanwalt tatsächlich erreicht, was viele New Yorker kaum noch für möglich hielten: Während seiner ersten Amtszeit schrumpften die Verbrechenszahlen auf ein Rekordtief. Die "Hauptstadt der Angst" ist heute eine der sichersten Großstädte der USA.
Bei Umfragen wird New York mittlerweile am häufigsten als die Stadt genannt, in der Amerikaner am liebsten leben würden, vor Seattle und San Francisco. Noch 1990 hatten 60 Prozent der New Yorker erklärt, sie würden die Stadt verlassen, wenn sie könnten.
Kein Stadtteil aber hat für mehr Aufsehen im ganzen Land gesorgt als die South Bronx, noch vor zwei Jahrzehnten Synonym für Verfall endzeitlichen Ausmaßes. In den sechziger und siebziger Jahren waren dort durch Brandstiftungen etwa 100 000 Wohnungen vernichtet worden. Bei einem Besuch Anfang Dezember 1997 erklärte Bill Clinton das Viertel zum Modell für innerstädtische Erneuerung.
Damals, Anfang der siebziger Jahre, erloschen in Charlie "die letzten Feuer der Liebe" zu Menschen aus Fleisch und Blut. Seine Mutter, mit der er im Brooklyner Stadtteil Cypress Hills zusammenlebte, erkrankte unheilbar an Krebs. Da ihre Schmerzen unerträglich wurden, stieg er hinauf zur Fackel und betete zu Gott, er möge die Frau doch erlösen. Am nächsten Morgen war sie tot. Das war 1974.
"Von diesem Tag an", erzählt Charlie, "hat Lady Liberty in meinem Herzen den Platz meiner Mutter eingenommen."
Kurz danach verliebte er sich in eine Kollegin, die erste und einzige Frau, die er je heiraten wollte. Nur sagen konnte er es nicht. Da machte er es wie der Bucklige von Paris: Er führte die Angebetete hinauf auf die Fackel, zu der er einen der wenigen Schlüssel besitzt. Doch sie verstand sein Werben nicht, plauderte nur, genoß die Aussicht und vermählte sich wenig später mit einem anderen. Fortan wurde die schweigsame Lady die Frau seines Lebens.
"Keiner kennt diese Dame so wie ich", sagt der Statuenwart, als er in den Leib des 50 Meter hohen Denkmals steigt. Er hat sich mit Helm und Kletterzeug ausgerüstet und schwingt sich hinüber zu den Verstrebungen des Stahlskeletts, das die 100 Tonnen schwere Kupferhaut der mächtigen Skulptur von innen zusammenhält. Während er sich weiterhangelt, prüft er Lampen und Schrauben und spricht - mit sich, mit ihr, stundenlang, jeden Tag. "Natürlich kann sie nicht reden", sagt er, "aber sie hört zu."
New York besteht aus 7,4 Millionen Individualisten. Sie alle strampeln, jeder auf seine Weise, und halten damit das große Rad am Laufen, in dem sich der Gemeinsinn im wesentlichen darauf beschränkt, einander die Schwererträglichkeit des Daseins zu erleichtern. "New York", glaubt Ed Koch, "ist ein Gemütszustand."
Sollte es überhaupt ein Sinnbild für das New York der schattenlosen Neunziger geben, dann ist es der runderneuerte "New Times Square" mit seinen neuen Riesenscreens, Record Shops, Super Stores und Power Centers, wo Familien im Schutz einer omnipräsenten Polizeimacht den garantiert jugendfreien Vergnügungen der McDisneywelt nachgehen können. "Neu" ist hier das Schlagwort Nummer eins, und es bedeutet sicher und sauber und von allem befreit, was den Platz noch vor wenigen Jahren prägte: Sex, Dreck, Drogen, Verbrechen.
Hier schlägt, heißt es, das Herz der Stadt, pumpt die Millionen Touristen durch seine Kammern, saugt täglich 56 000 Autos aus den verstopften Venen von Midtown, schleust 500 000 Pendler in die Kapillaren von zehn U-Bahn-Linien und drückt 1,5 Millionen Fußgänger die überfüllten Arterien seiner Bürgersteige entlang.
"The New Times Square", das ist Vollversorgung im Vorwärtsgang, vom Frühstück bis zum späten Dinner in 150 Restaurants, Shoppen in 668 Einzelhandelsgeschäften und Unterhaltung nonstop, von der Cyberdaddelhalle "XS" mit ihren virtuellen Automatenspielen über die Shows in 37 Theatern mit 40 000 Plätzen bis hin zum Showdown in den Betten der 24 Hotels, die mit über 12 000 Zimmern ein Fünftel aller Hotelräume in der City stellen.
Eine Reizflut ohne Ende, bezaubernd am Tag, berauschend in der Nacht, wenn sich der Platz mit einem Licht füllt, das man trinken möchte. Die Leuchtreklamen sind gesetzlich vorgeschrieben, selbst über der kleinen Filiale des New York Police Department und auf der Eingangshalle der kürzlich wiedereröffneten Subway Station 42nd Street blinken die Buchstaben.
Am Fuß der neuen Rolltreppe des U-Bahnhofs verläuft die Grenze zwischen alt und neu: hier die makellos weißen, abwaschbaren Kacheln der neuen Sauberwelt und dort, nur einen Schritt weiter in die Unterwelt, der abgetretene, mit schwarzen Kaugummiflecken übersäte Betonfußboden. Der hat noch die Zeiten erlebt, als am Times Square "Taxi Driver" und "Asphalt-Cowboy" gedreht wurden, als die "Crossroads of the World" den rotlichtigen Kreuzungspunkt von Crime und Creativity, Porno und Pennerglück markierte und die U-Bahn-Fahrt nicht einmal 50 Cent kostete.
Erst nachdem Mickey und Minnie mit all ihren Freunden ins Zentrum des einstigen Sündenpfuhls zogen, im Oktober 1996, begann für den Times Square eine neue Zeitrechnung: die Jahre vor und die Jahre nach Disney.
Der Disney Store, mit dem je nach Lesart und typisch New York der Auf- oder Abstieg des Times Square begann, liegt gegenüber der Subway-Station an der Ecke Broadway und 42. Straße. Gleich daneben, in dem großartig restaurierten, fast 100 Jahre alten New Amsterdam Theater, zeigt der Konzern die Musicalversion seines Comicstreifens "The Lion King" mit Musik von Elton John - eine herrliche Show für kleine und große Kinder, auf Monate hin ausverkauft.
"Es kommt noch soweit, daß Disney die City gerettet hat", ärgerte sich John Heilpern im "New York Observer": "Wessen City retten die denn? Wessen Broadway? Nicht meinen, nicht deinen. Ihren!"
Das Wort von der "Disneyfizierung" macht schon länger die Runde, und nicht zufällig klingt das wie die Übertragung einer ansteckenden Krankheit. "New York ist in Gefahr, seine Ecken und Kanten zu verlieren", sagt der Architekturkritiker Alastair Gordon. Die "Sin-City", das Sündenbabel, werde zur "Sim-City", zur simulierten Großstadterfahrung.
Disneys geschlechtslose Wesen feiern am einstigen Symbol der Sünde den Herkules-Sieg des Puritanismus über die Verderbnis des Geschlechtlichen. Sie wirken geradezu wie die Antimaterie zu den Waren von Fun City oder Peep Land, den wenigen noch verbliebenen Sex-Shops um den Times Square.
So wie seinerzeit Prostitution, Peepshow und Drogendeal für den Verfall der ganzen Stadt standen, ist Disney nur ein Anzeichen eines sehr viel umfassenderen Trends: Wenn "Newsweek" feststellt, New York gleiche sich dem Rest Amerikas an, wenn ein begeisterter Besucher dem Magazin erklärt, "es fängt an, sich wie Denver anzufühlen", dann mag das draußen im Lande nach Erlösung klingen. Für die Metropole an der Hudson-Mündung aber bedeutet das Alarmstufe rot.
"We don't live in this country", sagen New Yorker, wenn sie ihren Sonderstatus hervorheben wollen, wir leben nicht in diesem Land. Jetzt kommt das Land zu ihnen. Suburbia feiert seine Feste in der Kulisse des Molochs, dem sie einst entfloh.
Das Elend verlagert sich vom Pflaster des Broadway auf die Bühnen, wo es sich, als Ersatz des Echten appetitlich aufbereitet, aus sicherer Distanz genießen läßt. Der Häuserkampf der Aktivisten im East Village in den achtziger Jahren gerät im Musical "Rent" der Neunziger zum folkloristisch verhippten Happening singender und tanzender Action-Experten.
Las Vegas schafft sich im Themenhotel "New York New York" ein klinisch reines Surrogat der Superstadt mit Skyline, Potemkinschen Village-Fassaden und einer Miniaturversion der Brooklyn Bridge. In Manhattan dagegen entsteht an der Ecke von 42. Straße und 8. Avenue der Entertainmentkomplex "E-walk" im Las-Vegas-Stil mit 25 Kinos im Movie Palace, einem Museum mit Wachsfiguren von Madame Tussaud und David Copperfields magischem Themenrestaurant.
New York, einst urbanes Modell ohnegleichen, hat begonnen, sein eigener Vergnügungspark in authentischer Kulisse zu werden. Je nahtloser es aber in der erdumspannenden Disneywelt aufgeht, desto mehr droht es seine Unverwechselbarkeit einzubüßen, zur All American Shopping Mall zu werden und sich endlich in einen für alle genießbaren "Big Apple" zu verwandeln.
Von alledem will Bürgermeister Giuliani immer nur die Sonnenseite sehen - als wüßte Rudy nicht am besten, daß in seiner Heimatstadt die Regel vom vielen Schatten durch viel Licht so gültig ist wie nirgendwo sonst.
In einem gepflegten mexikanischen Restaurant, keine fünf Minuten Fußweg vom Times Square entfernt, erzählt ein Fremdenführer aus Wien seinen Landsleuten, wie "der Herr Giuliani" den berühmten Platz von Obdachlosigkeit, Drogen und dem Sex-Business gesäubert habe.
Im selben Haus: Ein Türsteher öffnet nach kurzem "face check" die Pforte. Dahinter geht es eine müllübersäte Stiege hinauf in den ersten Stock - und in die Dritte Welt. Die Zwischenwände sind herausgerissen, die Fenster verdunkelt, eine bloße Glühbirne unter der Decke erleuchtet den länglichen, nur spärlich möblierten Raum.
Etwa 60 bis 70 "chicas", leichtbekleidete "Mädchen" von 15 bis über 50, allesamt aus Lateinamerika, bieten sich hier an. Die Kunden sind ebenfalls fast ausschließlich Latinos, illegale Einwanderer zumeist. Sie schaffen als Helfer auf dem Bau oder in Restaurantküchen und erscheinen in ihren fett- oder mörtelverschmierten Arbeitsklamotten.
Eine dicke Blondine in Wollpullover und Leggings verteilt gelochte Tickets, jeden Tag in einer anderen Farbe, und kassiert: Für 15 Dollar darf der Hombre die ausgeguckte Hure 15 Minuten lang haben. Mindestens zehn Coupons müssen die Dirnen am Ende jedes Tages abliefern, pro Stück gibt es sieben Dollar, der Rest geht ans Haus.
Die "Räume" im zweiten und dritten Stock sind nur durch Vorhänge getrennt. Eine bizarre Arrhythmie aus Schleckgeräuschen und Matratzenquietschen übertönt leise Gespräche. Es gibt nur "blow jobs" oder "fucky fucky", oral oder vaginal, beides mit Kondom. In den Ecken stehen Kanister mit Desinfektionsmittel, ein Geruch von Alkohol liegt in der Luft. Er stammt von dem Mundwasser, das die Frauen zum Ausspülen benutzen, und von der Lotion, mit der sie vor dem Verkehr die Männer abreiben.
Und die Polizei? Das sei wie mit den Händen, erklärt die Madame des Etablissements: "Eine wäscht die andere." Wenn die Cops eine Party feiern, schickt sie ihnen ihre besten chicas. Manchmal stürmen die Uniformierten das Haus, nehmen alle Frauen fest, kassieren von jeder 200 Dollar Bußgeld wegen illegaler Prostitution und halten sie 24 Stunden in Gewahrsam. Das gehört zum Deal. Für die Statistik. Nach zwei Wochen macht die Chefin ihren Laden wieder auf, als sei nichts gewesen.
"Die Stadt hat neue Kleider bekommen", sagt sie, "aber sie hat sich vorher nicht gewaschen. Der Dreck ist immer noch da." Und Charlie DeLeo ist überzeugt: "Was New York vorne gewinnt, geht ihm hinten verloren."
Es stimmt, daß Penner und Prostituierte weitgehend aus dem Straßenbild New Yorks verschwunden sind - zumindest aus jenem, das die Gäste der Stadt zu Gesicht bekommen. Tatsächlich aber sind die Obdachlosen durch die Säuberungsaktionen nur weiter an den Rand der City gedrängt worden - aus dem Auge, aus dem Sinn.
"Ja, die Stadt hat sich verändert", sagt Nancy, die sich im knöcheltiefen Unrat auf einer wenig benutzten Fußgängerbrücke über den Bruckner Expressway ihre tägliche Injektion verpaßt: "Die Straßen sind sauber, und die Nadeln sind sauber."
Auch für Charlie DeLeo hat sich seine Stadt verändert. Fast alle Italiener und anderen Europäer sind weggezogen aus Cypress Hills. Die Nachbarn, sagt Charlie, seien nun fast ausschließlich "Fremde", hauptsächlich aus Jamaika und der Dominikanischen Republik, "mit denen ich nichts anfangen kann". Seit sein Kater Chico gestorben ist, lebt er allein in der Wohnung, die er mit seiner Mutter geteilt hat.
Nachdem er alle Hoffnungen verloren hat, je eine Frau zu finden, gibt er seine gesamten Ersparnisse für wohltätige Zwecke her. Er läßt die Heilsarmee kommen und sein Mobiliar aus der Wohnung tragen, bis auf die Couch, auf der er schläft, ein paar alte Schränke und die ohnehin wertlosen Möbel in der Küche. Er habe sich "befreit" gefühlt, sagt er.
DeLeo verdient 29 000 Dollar brutto jährlich, damit dürfte sein größter Wunsch für immer unerfüllbar bleiben: "Eines Tages würde ich gern wieder in New York City wohnen." Und damit meint er Manhattan.
Doch die Lower East Side, wie er sie erinnert, ist nicht mehr das Viertel der "Armen, die zusammenhalten", und erst recht nicht mehr der Slum, zu dem es später verfiel. Die Welt ist ein paar Umdrehungen weiter, und auch dieser Teil von Manhattan schickt sich an, vom Mainstream mitgerissen zu werden.
SoHo, TriBeCa, das East Village, sie alle sind den gleichen Weg gegangen - oder gehen ihn gerade. Ein Viertel nach dem anderen ertrinkt in dem endlosen See aus Dollars, der die Boutiquen, Nightbars und Franchise-Läden speist.
Alles, was New York ausmacht, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht, führt in der Kapitale des Kapitals ohnehin stets zum gleichen Ergebnis: Geld definiert Sein und Bewußtsein. Das andere wird zur Nebensache, so großartig es auch daherkommen mag. Kunst, Theater und Musik, meint "New York Times"-Kolumnist Russell Baker, "existieren nur, weil New York eine so wohlhabende Marktstadt ist, daß ihre Bewohner sich ein paar kulturelle Annehmlichkeiten leisten können".
Von Anfang an war New York, was es bis heute geblieben ist: ein Handelsposten, wo es um nichts so sehr geht wie um Profit. Das Kaufen und Verkaufen nach orientalischem Muster, das Feilschen um Preise und Qualität von Mann zu Mann, geht schon kurz nach Mitternacht los, wenn in den Restaurants von Midtown oder TriBeCa gerade die letzten Rechnungen bezahlt werden: Auf dem schon seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts werktäglich stattfindenden Fulton Fish Market, lange Zeit größter Fischmarkt des Landes, spricht um diese Stunde das alte New York. Und seine Sprache ist eher herzhaft als herzlich, politisch unkorrekt, aber ehrlich.
"Du findest keinen besseren Barsch", schreit Fischhändler Danny Feig einem chinesischen Einkäufer zu. "Wenn dir meine Ware nicht paßt, verzieh dich, Schlitzauge. Du kommst sowieso wieder, aber billiger kriegst du es nicht."
Während die Händler nach wie vor überwiegend aus europäischen Familien stammen, die das Geschäft seit Generationen betreiben, stellen Asiaten mittlerweile mehr als drei Viertel der Einkäufer. Zuerst treffen die Japaner ein, die vor vier Uhr die frischesten und besten Fische für ihre Sushi kaufen. Bei entsprechender Qualität zahlen sie fast jeden Preis. Als nächstes machen Chinesen die Runde, die beste Ware bei niedrigsten Preisen suchen. Wenn sich bereits der Morgenhimmel im East River spiegelt, kommen koreanische Großhändler, die für ihre Landsleute in den Corner Shops der Stadt vor allem möglichst günstig einkaufen wollen.
"Um diese Zeit liegt etwas in der Luft", erklärt Feig, "da kommt es auf die Nase an." Er meint aber nicht den alles durchdringenden Fischgeruch, der bei Ostwind bis zum Hudson hinüberweht: "Du mußt fühlen, ob das ein Tag der Käufer ist oder der Verkäufer." Irgendwann zwischen den Chinesen und den Koreanern gebe es einen Moment, wo "der Markt reagiert": Plötzlich sinken die Preise, und wer nicht schnell genug ist, bleibt auf seinen vollen Kisten sitzen. Oder aber ein paar übernervöse Händler verkaufen zu voreilig und zu günstig, obwohl Mangel an Ware besteht, und die Standhaften machen das Geschäft.
Nichts grundsätzlich anderes passiert wenig später ein paar Häuserblocks weiter südlich in jener kleinen Straße, deren Name vielleicht bekannter ist als alle anderen Straßennamen dieser Welt: in der Wall Street. Hier beschränkt sich der Bargeldverkehr früh am Morgen allerdings im wesentlichen auf den Erwerb von Bagels und Kaffee und vielleicht noch jener fast fotolosen Zeitung, die nach der schattigen Gasse benannt und die zweitgrößte Tageszeitung Amerikas ist.
Christopher Robbins ist 27 Jahre alt und als "day trader" eines der kleineren Räder im großen Getriebe des New York Stock Exchange, der weltgrößten Wertpapierbörse. Er zählt nicht einmal zum erlauchten Kreis der lizenzierten "members", deren Zahl seit mehr als vier Jahrzehnten auf 1366 eingefroren ist. Er ist auch nicht bei einem der großen Brokerhäuser angestellt, und von einem Weihnachtsbonus, gar einem in Millionenhöhe, kann er nur träumen.
Aber nach einem Jahr auf dem "floor" glaubt er ein Gefühl dafür entwickelt zu haben, wie der Markt sich verhält: "Wenn es lauter wird, fast unmerklich am Anfang, dann geht es nach oben, und du mußt kaufen, was du kriegen kannst." Erfahrene Spezialisten haben für die Nuancen eine Art absolutes Gehör entwickelt. Und wenn der Geräuschpegel sinkt, dann heißt es "raus!" Raus aus der Aktie. So einfach ist das. Der Rest ist Legion.
Wie festgenagelt steht Robbins vor seinen Monitoren, keinen Moment läßt er die Zahlen aus den Augen. Um ihn herum brummt das Bienenhaus Börse, als könnte man das Fiebern in den Köpfen hören. Plötzlich reißt er einen der Telefonhörer von der Gabel - und kauft. Oder verkauft. Den ganzen Tag nichts anderes. Ein Job für Zocker. Oder schlaue Autisten. Am besten beides.
New York ist voll von diesen Typen: Spielernaturen mit beinahe spirituellem Verhältnis zum Profit, stadtneurotisch, stimmgewaltig und durchsetzungsstark, dabei geradeheraus wie sonst nirgendwo in den USA. In Kalifornien sagen sie "Trust me", wenn sie "Fuck you" meinen. In New York wird nicht drumherumgeredet. Auch deshalb steht an der Wall Street die erfolgreichste Börse der Welt.
Alles eine Frage von Angebot und Nachfrage, hier Sex, da Fisch, dort Firmenanteile. Die einen wissen kaum, wie sie ihr Geld ausgeben, die anderen nicht, wie sie über die Runden kommen sollen. Die einen verzweifeln, weil sie in den Edelrestaurants keinen Platz finden - das "Jean George's", New Yorks neuestes Viersternelokal, zählt am Tag etwa 3000 Anrufe mit Reservierungswünschen. Die anderen müssen froh sein, wenn sie als Tellerwäscher in einem der rund 17 000 Restaurants der Stadt unterkommen. Oder wenn sie für 1400 Dollar im Monat als Rattenfänger von Harlem das Ungeziefer in den zugeschissenen Hinterhöfen einstiger Slums aufstöbern dürfen, um den Anspruch auf ihre Sozialhilfe nicht zu verwirken.
"Service-Industrie" heißt das offiziell. Doch die Zweiklassengesellschaft, die sich in New York besonders kraß ausgeprägt hat, trägt zunehmend neofeudale Züge: Wer immer mehr Geld hat, kann sich wie einst der Adel mit immer mehr Bediensteten umgeben.
Da Not bekanntlich erfinderisch macht, entstehen ständig neue Serviceangebote: Die Kabarettpianistin April Chestner beispielsweise, die von ihrer Kunst allein nicht leben kann, führt als "Dog Walker" die feinen Hunde der Bemittelten im Central Park spazieren. Zwei Runden um den See, 14 Dollar.
Am Astoria Boulevard in Queens sitzt ein Schwarzer auf einer umgekippten Kiste am Straßenrand, ein Pappschild auf den Knien, auf dem steht: "Brauche Geld für chirurgische Penisverkürzung". Niemand glaubt ihm, aber der Becher vor ihm steckt voller Dollars. Nicht die Wahrheit zählt. Belohnt wird die Idee. Das ist New York. Oder nicht?
Wenn Charlie DeLeo frühmorgens zur Arbeit schippert, sieht er sich bisweilen um und schaut zu, wie seine Stadt immer kleiner wird. Vielleicht ist das ja die beste Art, sich New York zu nähern: Losfahren, sich entfernen, bis der Koloß zusammenschrumpft auf ein menschliches Maß. Aber verstehen? Solange die Stadt sich selber ein Rätsel bleibt, wird sie nicht daran gemessen, was sie darstellt, sondern an dem, was sie in ihren Kraftfeldern gebiert.
"Diese Stadt ist das Paradigma für die Zukunft der Welt", sagt der Historiker Allon Schoener. Nicht zuletzt war und ist New York ein Mythos, und vielleicht wird dereinst ja erst die Mythologie der Moderne das Mysterium dieses Menschenwerks aufklären. Denn New York ist ein Prozeß und kein Zustand, ein Projekt ohne Programm, dessen Ende nicht vorgesehen ist.
Eines Abends im Sommer läßt Charlie das letzte Boot abfahren und bleibt allein auf Liberty Island zurück. Spät in der Nacht nimmt er sich einen Strick und steigt in den hohlen Leib seiner kupfernen Mutter. Als er die Abzweigung zum rechten Arm erreicht, schwingt er sich auf die Leiter aus Stahl und klettert hinauf durch die Hand und den Schaft der Fackel bis ins Freie auf den schmalen Austritt. Er wirft das Seil über die hellerleuchtete goldene Flamme und zieht sich nach oben auf den höchsten Punkt.
Dort steht er, "der erste Mensch, der je hier oben war", drückt sich gegen den Wind, der vom Atlantik herüberweht, und schaut über das schwarze Wasser auf das funkelnde Gebirge.
Als er die Stadt aller Städte in ihrem Glanz wie ein Phantom in der Ferne liegen sieht, hebt er die Arme und winkt. Und wenn ihn auch niemand da drüben sehen kann - in dieser Nacht ist Charlie für einen Augenblick der König von New York.
[Grafiktext]
Einwohner von New York und Einwohner von Manhattan
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Einwohner von New York und Einwohner von Manhattan
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Von Jürgen Neffe

DER SPIEGEL 49/1998
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