07.11.2011

BriefeSchlafwandern am Tag

Nr. 44/2011, Schlaflosigkeit - Wenn die Nacht zum Alptraum wird
Die Hauptproblemgruppe sind diejenigen, die um 20 Uhr vor dem Fernseher einschlafen und um 23 Uhr aufwachen und danach keinen Schlaf mehr finden.
GöttingenGünter Leichsering
Der Wunsch einzuschlafen und die Befürchtung, am nächsten Tag unausgeruht zu sein, verhindern den Eintritt des Schlafs. Dagegen hilft nur Ablenkung, wie das Lesen eines anspruchsvollen Buchs, bis man vom Schlummer übermannt wird.
Lörrach (Bad.-Württ.),
Dr. Bernd Warkentin
Sehr guter Artikel - bin beim Lesen eingeschlafen.
Berlin Alan Benson
Wenn man circa eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen einen Apfel verzehrt, geht es sehr schnell mit dem Einschlafen.
Berlin,
Lutz-Peter Schmitz
Der tolle Titel hat mich sofort zum Lesen angeregt. In der Therapie gegen meine Schlafstörung habe ich nämlich als Erstes gelernt, die Kampfhaltung aufzugeben und die Störung hinzunehmen. Dies ist zwar keine hinreichende, aber eine absolut notwendige Voraussetzung für die Heilung: Der Kampf vertreibt todsicher den Schlaf. Die passive Haltung des Duldens und Hinnehmens ist in unserer ganz auf Aktivität ausgerichteten Welt eine ungeheuer schwierige Übung. Umso wichtiger wäre es für die Schlaflosen unter Ihren Lesern gewesen, wenn dieser zentrale Zusammenhang zur Sprache gekommen wäre. Stattdessen findet sich das defätistische Extrembeispiel des Mannes, der seltsam gelassen und schicksalsergeben mit seiner Schlafstörung gelebt hat und dann an ihr gestorben ist. Das ist aber genau das falsche Signal.
Oldenburg (Nieders.) Wolfgang Koch
Wenn ein Mensch schlecht schläft, dann hängt er am nächsten Tag rum und baut wenig neue Müdigkeit auf und schläft in der folgenden Nacht noch schlechter. Es gibt bis heute kein Schlafmittel, das man am nächsten Morgen schlagartig vollständig abschalten kann. So wird jedes für die Schlafförderung ausreichend dosierte Medikament in den Folgetag hinein wirken und die Situation weiter verschlechtern.
Wasserburg (Bayern) Dr. med. Ottmar Epple
Ich leide seit vielen Jahren an diesem Trauma. Mir graut oftmals schon am Morgen vor der Nacht. Ganz zu schweigen von den Folgeproblemen von Schlafmangel wie Depressionen, Konzentrationsschwäche und soziale Isolation. Der Tag wird zum Schlafwandern; man ist auf halben Wege im Schlaf, auf der anderen Seite hellwach. Schlaflosigkeit ist eine unterschätzte Krankheit, Medikamente können helfen, sind aber keine Dauerlösung für Schlafhygiene.
Manila (Philippinen) Jürgen Schöfer

DER SPIEGEL 45/2011
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