Flohkrebse der Art Crassicorophium bonellii können Fäden spinnen wie Seidenraupen oder Spinnen. Dass die Meeresbewohner sich Häuser aus Sandkörnern, Algen und dem eigenen Kot bauen, ist seit langem bekannt. Bislang dachten die Forscher, dass sie dafür einen biologischen Kleber produzieren, wie er auch von Seepocken zum Haften an Oberflächen genutzt wird. Doch ein Team um den Zoologen Fritz Vollrath von der Universität Oxford hat nun festgestellt, dass die Flohkrebse ihre Unterkünfte regelrecht zusammenweben. In der Fachzeitschrift "Naturwissenschaften" berichten die Forscher, dass der Krebs einen seidenartigen Faden spinnt, den er aus vier seiner vierzehn Beine herauszieht. Die Besonderheit: Der hauchdünne Faden ist resistent gegen Salzwasser und bleibt dabei sehr flexibel. Nun hoffen die Forscher, der spinnende Krebs könne ihnen helfen, Unterwasserklebstoffe von weiteren Meerestieren zu verstehen. Dann könne man das neue Wissen zum Beispiel dazu nutzen, Antihaft-Lacke zu entwickeln, die Schiffsrümpfe vor lästigen Seepocken schützen können.
DER SPIEGEL 47/2011
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