SPIEGEL: Stimmt es, dass Männer alle sieben Sekunden an Sex denken?
Fisher: Alles Quatsch. Der durchschnittliche Mann tut dies noch nicht einmal alle sieben Minuten. Unsere aktuelle Studie mit mehr als 280 weiblichen und männlichen Collegestudenten zwischen 20 und 25 Jahren zeigt, dass Männer im Schnitt 19-mal am Tag sexuelle Phantasien haben, Frauen 10-mal.
SPIEGEL: Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist also gar nicht so groß?
Fisher: Er ist jedenfalls nicht annähernd so riesig, wie wir glaubten. Auch Frauen haben erotische Gedanken. In unserer Untersuchung hat keine einzige von ihnen angegeben, dass sie nicht jeden Tag wenigstens einmal an Sex denkt.
SPIEGEL: Für wen sind Ihre Ergebnisse beruhigender - für Männer oder für Frauen?
Fisher: Beide Seiten können sich entspannen. Wenn ein Mann bisher von dem Mythos hörte, dass sich seine Geschlechtsgenossen angeblich alle sieben Sekunden gedanklich mit Sex beschäftigen, fühlte er sich unmännlich, wenn er das gar nicht tat. Und Frauen dürften sich von den angeblich sexfixierten Männern überfordert gefühlt haben, auch wenn sie ziemlich häufig selbst erotische Phantasien hatten.
SPIEGEL: Wie oft dürfen Männer und Frauen an Sex denken, ohne dass dies als versessen angesehen wird?
Fisher: So oft, wie es ihnen als normal erscheint. Jeder ist so, wie er ist. Der Spitzenreiterin in unserer Studie kamen die verführerischen Bilder bis zu 140-mal am Tag.
DER SPIEGEL 49/2011
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